Nazi-Aktivitäten melden!

Wenn Ihr Opfer oder Beobachter von Nazi-Aktivitäten (NPD, Pnos, SVP und andere Patrioten und Rassisten-Aktivitäten) im Kanton Zürich und in Hamburg geworden seid, sollte die AAZA so schnell wie möglich davon in Kenntnis gesetzt werden. Dabei ist prinzipiell jedes Detail gefragt! Auch aktivitätsunabhängige Beobachtungen sind von Bedeutung. Als hilfreich haben sich die folgenden Leitfragen für Gedächtnisprotokolle erwiesen.

WICHTIG: Strafrechtlich relevante Aktivitäten von Nazi-GegnerInnen gehören in kein Gedächtnisprotokoll!

1.) Wann wurden Beobachtungen gemacht? Lassen sich Zeiträume der entdeckten Aktivität eingrenzen? (Datum, möglichst genaue Zeitangabe, …)

2.) Wo kam es zu den Aktionen? (Straßennamen und -hausnummern, ggf. Ortsbeschreibung, …)

3.) Wer war beteiligt? (Anzahl der Beteiligten, ggf. bekannte Namen, genaue Personenbeschreibung: Größe, Statur, Klamotten, politische Symbolik, besondere Auffälligkeiten, usw., …)

4.) Was ist passiert? (präziser, chronologisch korrekter Tathergang, ungefähre Zahlenangaben bei Aufklebern, Plakaten, o.Ä., wenn möglich: fotografische Dokumente, …)

5.) Wurde Anzeige erstattet?

Was ist Antifa-Arbeit?

„Antifa“ steht bei vielen Menschen vor allem für militante Auseinandersetzungen am Rande von Nazi-Aufmärschen. Dabei ist antifaschistische Arbeit im Alltag eher geprägt von der Organisation der kleinen Info-Veranstaltungen, Plakat- und Flugblatt-Aktionen, Demos und Gedenkveranstaltungen.

Doch antifaschistisches Engagement ist mehr und kann nur in seiner Vielfalt erfolgreich sein. Gleichzeitig ist es wichtig, das Phänomen Rechtsextremismus nicht getrennt von den gesellschaftlichen Bedingungen zu betrachten. Im folgenden sollen vier wesentliche, vor allem in ihrer Verbindung wichtige Zielrichtungen antifaschistischer Arbeit beschrieben werden:

1. Gegen Nazis und Rassismus…

…für die Respektierung der Gleichwertigkeit aller Lebewesen. Antifa-Arbeit muss den Nazis direkt und konfrontativ entgegentreten, die rechten Schläger und Funktionäre in der Öffentlichkeit outen, faschistische Strukturen offen legen und Nazi-Treffen und Aufmärsche stören oder verhindern. Das hierbei nicht jeder mitmachen kann oder möchte, ist klar – wichtig bleibt das entschlossene Auftreten gegen Nazis trotzdem. Denn vor allem dort, wo AntifaschistInnen – und nicht die Behörden – den Nazis Grenzen aufzeigen, entstehen politische und kulturelle Freiräume.

2. Öffentlichkeitsarbeit

Gleichzeitig müssen sich AntifaschistInnen um die Verbreitung und Vermittlung ihrer Positionen in der Öffentlichkeit bemühen. Dies kann mit Hilfe von Veranstaltungen, Ausstellungen und Flugblattaktionen geschehen – aber auch durch gemeinsame Demonstrationen mit anderen Organisationen und Initiativen. Die gegenseitige Akzeptanz unterschiedlicher politischer Ansätze und Aktionsformen ist dafür Voraussetzung.

3. Stärkung antifaschistischer Strukturen

Der dritte Punkt in der Antifa-Arbeit sind Aufbau und Ausbau antifaschistischer Projekte, Treffpunkte und Zusammenschlüsse. Um so mehr Menschen bereit sind, in den unterschiedlichen Bereichen bzw. Initiativen aktiv mitzuarbeiten, um so breiter und interessanter wird der Widerstand gegen die Nazis. Zudem schützen starke antifaschistische (und davon nicht zu trennen: linke) Strukturen vor Nazi-Attacken und vor staatlicher Verfolgung, da die Behörden antifaschistischer Arbeit nicht immer wohlwollend gegenüber stehen.

4. Solidarität mit Betroffenen

Der vierte in dieser Aufzählung zu nennende Bereich wäre der Schutz und die Solidarität mit den von Nazi-Übergriffen, rechter Hetze, Rassismus und Antisemitismus Betroffenen. Das schließt die Unterstützung antirassistischer Projekte, die sich gegen staatlichen Rassismus, also die soziale und rechtliche Benachteiligung von MigrantInnen wenden, unbedingt ein. Zwangsunterbringung in Asyl-Heimen, „Residenzpflicht“, Abschiebungen etc. sind eine Form von Alltagsrassismus, der ebenso bekämpft werden muss wie SVP und NPD-Propaganda.

Abschließend: Für uns ist Antifaschismus nur ein Bestandteil, wenn auch ein elementarer, unserer politischen Auffassungen. Unser Antifaschismus ist untrennbar verbunden mit unserem Kampf gegen Rassismus und Krieg, Sozialraub, Leistungsterror und Ausbeutung.

text: fels – für eine linke strömung