Archiv der Kategorie 'Allgemein'

[Hamburg] Nachbarschaftsbarrikade im Schanzenviertel

Gestern abend gegen 20:15 haben wir im Schanzenviertel, Schanzenstraße Ecke Susannenstraße eine kleine nachbarschaftliche Barrikade errichtet. Die Straße wurde mit Bauzäunen und Müllkontainern blockiert. An den Bauzäunen wurden Schilder mit der Aufschrift „Nachbarschaftsbarrikade“ befestigt. Von der angrenzenden Bahnbrücke wurde ein Banner mit der Aufschrift „Investorenintressen Strg Alt Entf“ gehängt. Zusätzlich wurden Flugblätter von der Brücke geworfen. Es gab Feuerwerk, bei einigen Läden wurden Fensterscheiben beschädigt und mit Parolen besprüht.

Mit der Aktion nehmen wir direkten Bezug zu der Kündigung des Schanzensterns, der Kulturetage, des Boxstudios und der der Drogenhilfeeinrichtung Palette im Schanzenhof (und der gesamten neoliberalen Kackscheisse) durch die Immobielenfirma der Brüder Max und Moritz Schommartz.

Wir finden die Aufwertung des Viertels immer noch scheisse und wollen Investoren die Tour vermiesen.
Wir halten weiterhin an sozialverträglichen, emanzipatorischen und rassismuskritischen Orten und Räumen in unserem Viertel fest.
Durch die Aktion soll deutlich werden, dass Nachbar*innen am Start sind und trotz der weiterschreitenden Aufwertung, profitorientierten Investor*innen -so weit wie möglich- in den Arsch treten!

Weiter Infos zur Kündigung der Mieter*innen findet Ihr unter:
www.schanzenhof.info

Quelle: linksunten.org, [Hamburg] Nachbarschaftsbarrikade im Schanzenviertel

Zürich: 28.2. 19h Antirassistische Demo

Wir gehen am Sonntag, 28. Februar auf die Strasse, um ein Zeichen gegen den virulenten Rassismus zu setzen – egal ob die Durchsetzungsinitiative der SVP nun angenommen oder verworfen wird. Die Initiative ist nur die Spitze des Eisbergs der nationalistischen Stimmungsmache. Wir haben genug von der menschenverachtenden und spalterischen Hetze!

In Deutschland zündeln Pegida und die AfD, während täglich Asylunterkünfte angegriffen werden. In der Schweiz übernehmen die rechten Parteien mit ihrer ausländerfeindlichen Propaganda die Rolle der Scharfmacher. Praktisch für die RassistInnen. Sie lassen an der Urne Dampf ab.

Die globale Wirtschaftskrise macht auch vor den ökonomischen Zentren nicht Halt und erhöht den Druck auf die Arbeits- und Lebensbedingungen. Vor diesem Hintergrund gedeiht die systematische rassistische Stimmungsmache. Wir wehren uns gegen das nationalistische „Wir gegen die Fremden“. Wir stehen zusammen, lassen uns nicht spalten und bekämpfen gemeinsam die faschistoiden Tendenzen, die sich in Europa breit machen! Setzen wir der rechten Hetze die internationale Solidarität entgegen!

Brick by brick, wall by wall – make the Fortress Europe fall!

Heraus zur antirassistischen Demo am 28. Februar um 19.00 Uhr auf dem Helvetiaplatz!

Quelle: indymedia.org, Zurich: 28.2. 19h Antirassistische Demo

Demo gegen Repression in Zürich

Wir sind am 13-02-2016 durch die Altstadt von Zürich gezogen. Die militante Demonstration, an der sich Menschen aus den verschiedensten Zusammenhängen beteiligten, soll als Antwort auf das Verhalten der Zürcher Polizei in den vergangenen Monaten verstanden werden.

Ob bei Demonstrationen oder Besetzungen, die Polizei von Richard Wolff (Alternative Liste) engt ein, pfeffert, schrotet, kontrolliert, verhaftet, verteilt Wegweisungen und versucht mit ihrer Repression Bewegungen und Widerstand auf der Strasse zu unterdrücken.
Das Ziel und die Botschaft ist klar: Wer sich politisch im öffentlichen Raum bewegt, muss jederzeit damit rechnen, verhaftet zu werden.
Dies erfuhren protestierende SchülerInnen, welche innert kurzer Zeit zwei Demonstrationen in Solidarität mit Flüchtlingen und gegen das rassistische Migrationsregime selbst auf die Beine stellten, als sie beide Male von der Polizei stundenlang eingekesselt und mit Pfefferspray und Gummischrot angegriffen wurden. Sie liessen sich jedoch nicht einschüchtern und versprachen im letzten Communique: „Selbstverständlich werden wir wiederkommen“.
Oder als versucht wurde jeglichen Protest gegen fundamentalistisch-reaktionäre Abtreibungsgegner und ihren „Marsch fürs Läbe“ mit Massenverhaftungen zu unterbinden.

Auch während dem World Economic Forum (WEF) bewies die Stadtpolizei ein weiteres Mal auf wessen Seite sie steht, als eine befristete Besetzung, das Anti-WEF Politwochenende, von Riot-Cops räumen liess.
Nicht erst bei dieser Räumung merkten BesetzerInnen, dass unter der Polizei Wolffs die Zahl der Räumungen durch übermotivierte Rambo-Cops und den anwesenden Sidi stieg und schneller eskalierte. Eine weitere Polizeitaktik sehen wir in den Versuchen die BesetzerInnen in Gut und Böse zu teilen beziehungsweise zu Spalten. Versucht wir dies beispielsweise über das Anbieten von Zwischennutzungen oder Verträgen. Sollten diese Angebote ausgeschlagen werden, so wird geräumt.

Dass die Polizei in Zürich auch kein Freund internationaler Solidarität ist, merkten vergangene Woche auch die kurdische und türkische Linke, als die Polizei eine Demonstration gegen die Massaker an der kurdischen Bevölkerung angriff.

Dies sind nur einige Beispiele aus den letzten Monaten. Dazu kommt noch die von der Polizei abgestrittene Praxis des rassistischen Racial Profilings, welche für jede und jeden offensichtlich ist, die beispielsweise an der Langstrasse unterwegs ist.
Da war es an der Zeit, ihnen eine Quittung für ihr Verhalten auszustellen. Darum auch der gezielte Angriff gegen sie. Auch ca. 20 Rechte, die sich uns in den Weg zu stellen versuchten, trugen blaue Flecken davon. Wir lassen uns nicht einschüchtern oder vertreiben und schlagen zurück!

SMASH CAPITALISM!
FIGHT COPS!
GANZ ZüRICH HASST DIE POLIZEI!

Quelle: indymedia.org, Demo gegen Repression in Zürich

Plakat gegen den Polizeikongress in Berlin

Dieses Plakat ist in den letzten Tagen auf den Straßen Berlins aufgetaucht:

Gegen die Welt der Grenzen und Kontrolle…

Am 23./24. Februar 2016 findet im Berlin Congress Center erneut der europäische Polizeikongress statt. Hier treffen sich Firmen aus der Rüstungs- und Überwachungsindustrie mit internationalen Politiker_innen, Sicherheitsbehörden und Militärs, um Strategien für die Verteidigung der herrschenden Verhältnisse zu entwickeln. Für die Verteidigung einer Welt, die am Zerfallen ist.

Der unerbittliche Kampf um die Rohstoffe führt in großen Teilen der Erde zu Kriegen, Armut und ökologischen Katastrophen. Das hat zur Folge, dass Millionen Menschen auf der Flucht sind. An den Außengrenzen Europas spielen sich tagtäglich Tragödien mit tödlichem Ausgang ab. Grenzen werden dicht gemacht, Zäune errichtet, Polizei und Militär wird aufgefahren, um die „Unerwünschten“ fernzuhalten.

Dies ist das Resultat der Ignoranz der westlichen Gesellschaft. Die Krise ist systemimmanent und die Konflikte werden sich weiter zuspitzen. Die soziale Kontrolle und der Ausnahmezustand im Namen der Demokratie sind nicht länger Bilder aus der Zukunft. Diese werden zur Normalität, die uns umgibt.

Eine Normalität mit der wir uns nicht abfinden wollen. Lasst uns kämpfen für ein Leben in Solidarität und Freiheit, an der Seite derer, die umherziehen auf der Suche nach einem besseren Leben und all jener, die sich für die Revolte entschieden haben und überall auf der Welt das Bestehende ins Wanken bringen. Gegen den Staat und seine Verteidiger_innen, gegen jede Autorität!

…Für die Freiheit

Quelle: linksunten.org, (B) Gegen Gefahrengebiet und Polizeikongress

Einen Monat später: Kurze Krawallauswertung vom 12.12. in Leipzig

Wie die Zeit vergeht. Schon wieder über ein Monat rum, und uns war doch, als ob wir gestern erst das Tränengas aus Hassi, Handschuhen und Jacke gewaschen hätten, unsere Gläser hoben, auf diesen schönen Krawall in Leipzig anstoßend, an die Genoss_innen denkend, die leider von den Bullen erwischt worden waren. Und irgendeine fragt noch: Schreiben wir was dazu? Ja sicher sagt irgendwer, diesmal schreiben wir was dazu.

Aber einen Monat später sitzen wir da, lesen, was so bei linksunten steht, und stellen fest, nein, nicht nur wir, auch sonst hatten anscheinend nicht all zu viele Lust, etwas zu notieren und die eigenen Gedanken zum Steinewerfen und Barrikadenbau zu veröffentlichen. Ein Bericht vom Grundrechtekommitee, der uns gefallen hat, genauso wie der schöne Text, der erläutert, wie sich zumindest ein wenig vor Repression geschützt, und wie ein wenig die Effizienz im Kampf gegen den Staat erhöht werden kann, aber sonst: Nicht viel, was uns beschäftigt hat. Hier und da hörten wir etwas davon, der Krawall sei nicht zielführend gewesen, das es dumm sei, das eigene Viertel zu verwüsten, und überhaupt, wie nun alle wieder über uns denken würden. Und so weiter und so weiter. Vielleicht ist es auch gar nicht immer nötig, etwas zu verfassen, aber nun steuern wir eben auch noch was zur Debatte bei, auch wenn schon ein wenig Zeit ins Land ging, und ja an einigen Orten schon die nächste Scheiße ansteht, die unsere Aufmerksamkeit und unseren ungebremsten Tatendrang fordert. Und weil es zum guten Ton gehört, hier noch schnell der Autonomendisclaimer: Wir schreiben nur für uns und nicht für die Bewegung etc blabla. Here we go.

1. Herzlichen Glückwunsch, wir gratulieren.
Nein, nicht zur Randalemeisterschaft, sondern schlich und einfach uns allen, die wir da waren und die sich am Krawall beteiligten, oder sich anderweitig betätigten und zum Krawall nicht auf Distanz gingen, sondern solidarisch blieben und daran ihre Freude hatten. Das haben wir, können wir doch mal anerkennend sagen, alle zusammen schön hinbekommen. Ein weiteres Mal im Jahre 2015 gab es einen sogar international beachteten Krawall, wie es ihn nicht häufig gibt in Deutschland, und nun zu unserem Gefallen in letzter Zeit wieder etwas häufiger. In irgendeinem Text nach Frankfurt wurde die Frage aufgeworfen: Wann sehen wir uns denn alle mal wieder? Und Leipzig am 12.12. war die Antwort, auch wenn jetzt nicht alle dagewesen sind, die in Frankfurt dabei waren, war es doch ein schönes Wiedersehen und das wurde auch deutlich nach außen sichtbar. Was uns vor allem sehr gefreut hat: Eine tolle Mischung aus alten und jungen Aktivist_innen, verschiedenen Subkulturen, Familien mit Kinderwagen, schlicht: Ein Riot für alle.

Um eine kleine Übersicht zu bekommen: Wir gratulieren zu den Angriffen auf die Sparkasse und den Rewe am Connewitzer Kreuz, auf das großflächige Zerklimpern der Bundesbank, den etlichen zerschepperten Werbetafeln, den vielen in Brand gesteckten Mülltonnen, die zu Barrikadenzwecken auf die Straße gezogen wurden, zu dem Zerstören der LVB-Haltestellen, der Sabotage der Eisenbahnschienen, zu jedem einzelnen Reifen, der auf die Straße gezogen und in Brand gesteckt wurde, zu jeder eingedellten Bullenkarre, zu jedem Stein und jedem Böller der auf einen Polizisten geworfen wurde, und zu jedem linksradikalen Mob, der vermummt durch die Straßen zog und sich von niemandem etwas sagen lassen musste.

Desweiteren Gratulieren wir uns zu jedem Akt von praktischer Solidarität, jeder helfenden Hand, die wen vor den Bullen rettete, zu jedem geschimpften Wort, das in Richtung Bullen gerufen wurde, allen, die schon im Vorfeld sich durch Plakate aller Art an der Krawallmobi beteiligten, jedem und jeder guten Fotograf_in, der/die auf rücksichtsvolle Art und Weise ausgezeichnete Bilder schoß, jedem Demosani, der verletzten zur Hilfe kam, jedem und jeder Veranstalter_in, die im Nachhinein Solikohle für die von Repression getroffenen sammelt, und und und, sowieso und überhaupt allen, die sich auf ihre Art und Weise beteiligten. Und allen, denen es auch gut gefallen hat: Bis zum nächsten Mal, hoffentlich ganz bald!

Und jetzt direkt weiter mit etwas wichtigem:

2. Leute! Leute!! Leute!!!
Seid um Himmels Willen zukünftig vorsichtiger! Das muss direkt an zweiter Stelle gesagt werden, denn damit wir auch in Zukunft der Insurrektion nachgehen und gemeinsam krawallieren können, ist es wichtig, sich klar zu machen, das der Staat und seine Schergen die Repressionskanone längst auf uns gedreht haben und jedem und jeder Einzelnen an den Kragen will. Und klaro, unsere Gegenwaffe ist die Solidarität und so, aber auch die gute Vorsorge. Mit Vorsicht meinen wir nicht, ihr sollt nun mehr Angst vor den Bullen haben oder so, oder nicht so nah ran gehen, weil sie beißen, sondern dass ihr euch, wenn ihr euch entscheidet, Hand anzulegen, anständig darauf vorbereitet und kleidet. Dazu gibt es, wie oben schon erwähnt einen sehr guten Text, da stehen auf jeden Fall die wichtigsten Tricks und Tipps drin.

Was uns aufgefallen ist: Es scheint so eine gewisse Scheu davor zu geben, sich eine Hassi anzuziehen. Aber gerade für das Gesicht ist sie das A und O der Vermummung. Mütze und Schlauchtuch sind nichts dagegen. Dass auf Hassis irgendwann verzichtet wurde und zu Mütze und Schlauchtuch übergegangen wurde, das hat eher was mit der Entwicklung der Repression in Bezug auf Vermummung auf Demonstrationen zu tun, als in Bezug auf ihre Zweckmäßigkeit bei Krawall. Aber wir haben es ja hier weniger mit Demos, als mit Krawall zu tun. Da ist die Hassi, wie gesagt, das Mittel der Wahl, und wie gesagt, weitere Tipps und Tricks findet ihr in anderen Texten. Also keine Angst vor der Hassi! Und noch eine Sache: Lasst euer Handy einfach ganz zu hause. Ganz. Nicht ausgemacht dabei haben, nicht auseinander gebaut dabei haben, einfach so wie es ist zu hause liegen lassen, oder ganz abschaffen. Die Dinger sind der letzte Müll, zumindest so lange das mit der Revolution noch nichts geworden ist.

3. Irgendwas fehlt noch
Also wir fanden den Krawall richtig gut, aber dennoch hatten wir das Gefühl: Etwas fehlt! Und da können wir uns zumindest an die eigene Nase packen, um jetzt nicht die von wem anderes anzufassen: Es fehlt an Effizienz. Wir bekommen es nicht hin, richtig gute Barrikaden zu bauen, und wir bekommen es auch nicht hin, den Bullen so richtig zuzusetzen. Klaro, an ein paar Stellen hatten sie Schiss und sind weggejoggt(gerannt sind sie nur in unsre Richtung, wie wir das mitbekommen haben), und ein paar haben auch gejammert. Aber leider sind die Verletztenzahlen von ihnen gefaked, sie rannten eben in ihr eigenes Gas und galten dann als verletzt. Das wird zwar dankenswerter Weise in der Presse unterschlagen und uns zugeschrieben, aber wir wissen ja leider wie es war. Um ihnen richtig zuzusetzen, fehlt noch etwas. Auch ein richtiger Steinhagel scheint sie nicht zu schockieren. Und wenn sie erstmal nahe ran sind, dann gehen wir meistens flitzen, manchmal sogar, obwohl wir zahlenmäßig krass überlegen sind und das bringt es irgendwie nicht. Wir werden uns auf jeden Fall zu diesen Punkten weiterhin Gedanken machen und würden uns freuen, wenn das auch in anderen Bezugsgruppen Thema wäre. Und wenn es schon diesen Quatsch (Ein paar finden es witzig, ein paar bescheuert) mit der Randalemeisterschaft gibt, für die nächste richtig große und schöne Barrikade, und für das nächste richtig schöne Verjagen von Bullen sollte es auf jeden Fall extra Punkte geben.

4. „Das ist nicht mein Leipzig!“
So wurde es getwittert, von einigen, sehr schockierten Lepziger_innen. Wir stimmen ihnen zu. Es ist nicht ihr Leipzig. Wir mögen keine Grund und Bodenmentalität dieser Art, daher sagen wir jetzt mal nicht, es ist unser Leipzig, aber vielleicht ist es eben auch unser Leipzig, auch wenn wir extra dafür hinfahren müssen. Und mit unsrem Leipzig machen wir, was wir wollen, wenn wir können. Und dazu gehört eben auch das zerdeppern von allem möglichen Zeug, was uns nicht in den Kram passt. So ist das. Viele Leute sehen das anders, und haben Mülltonnen gelöscht, Barrikaden abgebaut und so weiter, und sich damit richtig schön für ihren Scheißstaat eingesetzt. Was war noch zu lesen: „Das hat nichts mit Toleranz zu tun“ (Stimmt genau: wir sind auch gar nicht die, die immer von Toleranz reden, das ist gar nicht unser Wert. Wir tolerieren gar nichts, was uns nicht passt, vor allem keine Nazis und auch keine Bullen und so weiter), „Das waren kriminelle Anarchisten und Autonome, die im Deckmantel des Antifaschismus gegen den Staat kämpfen“ (Zitat OB Jung aus LE; stimmt fast: Wir finden es gut, das zumindest das eine mal klar wurde, nämlich das wir nicht auf einer Seite stehen, sondern etwas grundsätzlich anderes wollen, wir wollen den Staat nicht vor den Nazis beschützen, wir wollen den Staat abschaffen, der die Nazis hervorbringt und fördert. Nur das mit dem Deckmantel des Antifaschismus ist scheiße, Antifaschismus ist zentraler Bestandteil unseres Handelns und unseres Kampfes gegen den Staat.) Eine weitere Kuriosität: Des Öfteren lasen und hörten wir: „Sie zerdeppern ihr eigenes Viertel, wie dumm, was soll das bringen“. Dazu wollen wir klar stellen: Die Südvorstadt, in der sich ein Großteil des Krawalls abspielte, ist in keiner Weise „unser“ Viertel. Das sieht man ja an einer ganzen Reihe von Drecksläden, die sich dort tummeln und Hackfressen die dort hausen. Es ist ein Hipster und Juppie Viertel. Klaro wohnen da auch nette Leute, aber das als „unser Viertel“ zu bezeichnen ist einfach Unsinn.

Insgesamt hat uns die Mediale Berichterstattung aber zugesagt, manche Übertreibung (Straßenterrorismus) hat uns ja ganz verlegen gemacht. Trotzdem: Gestimmt hat natürlich nicht alles, deswegen wollen wir eine Sache nochmal klarer machen:

5. Nicht alle sind dagegen
Die Medien haben neben der ganzen recht gelungenen Hetze gegen uns (welche uns erleichtert, denn so müssen nicht WIR uns immer von DENEN distanzieren – sie tun es nun selbst) auch ein paar Sachen verbreitet, die wir nicht ok finden. So wird unisono behauptet, das alle gegen uns wären, alle Anwohner_innen, alle Gewerbeleute. Das stimmt aber nicht. Wir haben an diesem Tag mehrfach genau auch das Gegenteil mitbekommen. Sicher nicht nur, aber eben auch, und eine Reihe von Zuspruch aus überraschender Richtung erreichte uns auch danach noch. Ein Zitat, das uns erreichte, fanden wir auch mal erwähnenswert, da sagte jemand ganz bürgerliches: „Wenn jemand die Nazis aufhalten kann, dann die.“ Was sollen wir dazu sagen? Auf jeden Fall waren einige Geschäfts- und Haustüren noch offen für Leute, die von den Bullen gehetzt wurden und wir wehren uns einfach dagegen, dass wir so ein paar isolierte Trottel wären. Wenn das so wäre dann wäre diese ganze mediale Hetze gar nicht nötig, dann wären ja sowieso alle gegen uns. Diese Position aus Politik und Medien, dass wir nur isolierte Chaos-Kriminelle sind: da ist der Wunsch Vater des Gedankens. Es hat in Hamburg nicht gestimmt, es hat in Frankfurt nicht gestimmt, es hat auch hier nicht gestimmt. Wir wollen jetzt auch nicht sagen, die Massen stünden hinter uns, aber ein paar tun es auf jeden Fall. Und das sind zum Teil eben auch ganz normale Leute. Daher fügen wir der Gratulation von oben noch diese hinzu: Wir gratulieren allen, die Tür und Tor aufmachen oder auflassen, um Leuten Schutz vor den Psychoprügelbullen zu gewähren und wollen hier auch noch mal Danke sagen. Vielleicht seid ihr bei nächsten Mal ja selber mit dabei (Und dann zieht euch auf jeden Fall Handschuhe an und eine Hassi etc, siehe oben).

6.) Die Vermittlungen
Wir vermitteln hier gar nichts. Das ist doch oft völlig überbewertet, als ob die Ablehnung des Krawalls daher käme, das die Leute nicht wüssten, wieso wir krawallieren. Sie wissen es. Sie sagen es ja auch in der Zeitung, wir kämpfen gegen den Staat. Und wieso wir das tun wissen sie meistens auch. Und was wir kaputt machen sehen sie, und da können sie sich schon ihren Reim drauf machen oder fangen an, selbst darüber nachzudenken. Wir hassen den Staat, deswegen machen wir alles kurz und klein, wenn wir können. Und auch nicht willkürlich wirklich alles, sondern eben dies und das, wie ja oben in der Auflistung zu sehen. Und wenn jetzt wieder jemand kommt und sagt: Ich verstehe aber nicht, was es helfen soll eine Bahnstation zu zerdeppern, blablabla, dann müssen wir einfach sagen: Dann verstehst du das eben nicht. Also wir haben auch nichts dagegen, wenn es wer erklärt, aber wir sind da raus. Wer es schöner findet, an einer heilen Bahnhalte zu stehen, kann ja mithelfen, sie wieder aufzubauen. Da fällt uns dann auch direkt noch was anderes ein:

7.) an die unsoldidarische Linke, welche sich immer und immer wieder distanziert:
Wer die Möglichkeit zum Krawall abgibt, hat seine Untertänigkeit bereits bewiesen. Von ihm/ihr ist kein Widerstand mehr zu erwarten. Ihr steht auf der Seite der Herrschenden und bettelt um ein Stückchen Macht. Ihr und wir gehören nicht zusammen. Ihr müsst nicht mitmachen und könnt einfach eure Aktionen machen, wir hindern euch nicht und distanzieren uns nicht, aber wenn ihr nicht solidarisch seid, sondern euch distanziert, dann gehört ihr zur SPD, den Grünen und zur Linkspartei. Bitte lasst uns in Ruhe.

Die Spaltung des Widerstands bleibt auch heute eines der zentralsten Instrumente der Herrschaft. Und sie schadet nicht nur der einen Seite, die abgespalten werden soll. Sie schadet uns allen. Wir haben gemeinsame Gegner. Und diese wollen uns zu Gegnern machen, denn sie wissen, wie gefährlich wir sind, wenn wir solidarisch kämpfen.

8.) Damit wir nicht nur Schaumschläger_innen sind
Solidarität muss praktisch werden, die Parole ist ja ein alter Hut. Sich nicht zu distanzieren ist die eine Sache, zu unterstützen die andere. Wir denken da für uns, das wir noch ein wenig mehr darauf achten können, Kohle ran zu schaffen etc, und das sollten wir auch alle machen, denn es hat wieder ein paar erwischt und die brauchen nun unseren Support, am besten eben Bundesweit. Also denken wir: Kohle sammeln und immer ein Auge auf anstehende Prozesse, und vor allem, auch auf die Urteile und wer da wen verurteilt hat. Auch Silvester hat es ja hier und da schön geknallt, aber einige wurden geschnappt. Vergessen wir sie nicht!

In diesem Sinne sagen wir bis bald, wir freuen uns auf das nächste Mal!
Insurrektionalistische Linke / Undogmatische Gruppen

Quelle: linksunten.org, Einen Monat später: Kurze Krawallauswertung vom 12.12. in Leipzig

Was sie wollen,von beiden Seiten,ist,dass wir in Angst leben

Übersetzung aus dem Französischen

Körper, die verstreut auf den Terrassen von mehreren Cafés herumliegen, bedeckt mit Decken, mit Laken. Und dann das Grauen vom Gemetzel, das in diesem Theatersaal stattgefunden hat. Unmöglich, sich vorzustellen, was die Zuschauer von diesem Konzert erlebt haben. Es scheint surrealistisch. Leute, die ein Konzert schauen kamen und die um sich herum die Leute wie Fliegen einen nach dem anderen hinfallen sahen, die sich unter toten Körpern verstecken mussten, um zu überleben, inmitten des Blutes und des menschlichen Fleisches kriechen mussten, um zu entkommen, um die eigene Haut zu retten.

Unmöglich, mit diesem Tatbestand klarzukommen. Dass es Fanatiker gibt, Gottesnarren, die im Namen von ihrer Religion, ohne Unterscheidung, eine Kugel unter die Haut von allen lebenden Leuten setzen, die das Unglück haben, ihren Weg zu kreuzen. Übertrainierte Kamikazes, welchen selbsternannte religiöse Führer versprochen haben, dass sie ins Paradies kommen werden, wenn sie in ihrem mörderischen Wahn so viele Leute wie möglich mitnehmen. Und der einzige Zweck von all dem ist es, Terror aufzuerlegen. Die beklemmende Angst von jenen Eltern, die auf Nachrichten von ihren Jünglingen warteten, welche diesen Freitagabend ausgingen, um mit ihren Freunden ein Glas zu trinken. Die Beklemmung von allen Nahestehenden, die Stunden für Stunden damit verbracht haben, von Spital zu Spital zu gehen, um zu wissen, ob die Person, die sie suchen, tot oder nur verletzt ist. Diejenigen den Geschmack des Blutes riechen lassen, die in einer befriedeten Gesellschaft leben, weit entfernt von den Kämpfen, welche die Armee von einer Nation führt, die sie nicht gewählt haben. Eine Bevölkerung bestrafen, weil ein Staat sich entschieden hat, einen Krieg zu führen, Personen verantwortlich zu machen, die in diesen Entscheidungen nicht ihr Wort zu sagen hatten. Sich an einem Staat rächen, auf die feigste und einfachste Weise, indem man nicht die Betreffenden heimsucht, sondern Eier aufschlägt, bloss um eine Kräftedemonstration abzugeben, und ein blutiges Omelett anzurichten.

Man fühlt sich betroffen. Betroffen durch diese Art von unterschiedslosen Massakern, die in jedem Individuum nur zu verlierende Leben sehen, Körper, in die es Kugeln zu versetzen gilt, schlicht aufgrund dessen, sich im falschen Moment am falschen Ort befunden zu haben, das Unglück gehabt zu haben, den Gewehrlauf von einem dieser Gottesnarren gekreuzt zu haben, welche genauso wie der Staat unsere Feinde sind, und was auch immer die Ideologie von diesen Fanatikern ist. Diese Gottesnarren, die heute im Namen ihres religiösen Fanatismus in Syrien, im Irak, in Tunesien, im Niger, in Ägypten, im Libanon, und in Paris… Massaker begehen. Aber wir wissen, dass, unter anderen Ideologien, andere anderswo auf der Welt Taten verübt haben und weiter verüben, die bloss darauf abzielen, im Namen von der Freiheit feindlichen Ideen wahllos abzuknallen. Und wir sprechen hier von der ganzheitlichen, totalen und unteilbaren Freiheit. Jene, gegen jede Autorität zu blasphemieren und alle Mächte zu zerstören, ob sie nun in den heiligen Büchern oder an den Frontispizen der Staaten sitzen. Und nicht jene, die der Staat wie eine Marotte bewegt, während er uns, er ebenfalls, durch den Terror regiert.

Man weiss nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Einerseits gibt es diesen Schrecken, der uns als schlichtes Individuum ergreift, das sich per Zufall hätte dort befinden können, das seine Nahestehenden hätte verlieren können, und das sich auf egoistische Weise erleichtert fühlt, dass dies nicht geschehen ist, aber das sich sagt, dass es nicht vorbei ist, und dass man dieses Mal „Glück“ gehabt hat. Und andererseits gibt es die Antwort des Staates, welche uns alle direkt betrifft. Der Ausnahmezustand, den der Präsident bereits um 3 Monate verlängern will. Die Macht des Staates über unsere Leben und unsere Aktivitäten hat sich verzehnfacht. Die Möglichkeit, Ausgangssperren zu verhängen, bestimmten Personen gewisse Zonen zu verbieten, jeden öffentlichen oder Publikum empfangenden Ort schliessen zu lassen, jede Versammlung (die „Unordnung provozieren würde“) zu verbieten, Hausdurchsuchungen bei Tage wie bei Nacht durchzuführen, direkt die Kontrolle der Presse, des Radios und des Fernsehens zu übernehmen, und die Drohung, die über all denjenigen schwebt, die eine S-Kartei haben, welche ebenso sehr den religiösen Fanatikern wie den Revolutionären und vielen anderen zugewiesen wurde, wie, um sie in ein und denselben Korb zu werfen. Und dann gibt es das Aufgebot von Soldaten und Bullen in den Strassen, immer mehr, welche das Bedürfnis verspüren werden, uns eine Demonstration von der zusätzlichen Macht zu geben, die ihnen der Staat verliehen hat; die Schliessung der Grenzen. Und die berühmte „nationale Einheit“. Diejenige der zwei Weltkriege, im Namen von welcher Tausende von Armen ins Gemetzel geschickt wurden; diejenige des Algerienkrieges, worin Folter und Massaker Banalitäten wurden. Die nationale Einheit, die Feindin von den Revolutionären, von jenen, die sich dem Staat entledigen, und ihn nicht sich in einem solchen Kontext opportun stärken sehen wollen. Diejenige, die dafür sorgt, dass sich Mengen andächtig an diesen Todesorten versammeln kommen, während sie, eingehüllt in französische Fahnen, und „Vive la France, vive la République“ schreiend, die Marseillaise anstimmen. Die von Freiheit sprechen, als ob wir vor dieser Tragödie frei gewesen wären. Was gewissermassen darauf hinausläuft, den Ausnahmezustand zu akzeptieren, sich zu sagen, dass es diese Gottesnarren sind, die uns unsere Freiheit genommen haben, und so den Staat vollständig reinwaschen, ihm Entschuldigungen finden. Dieselbe nationale Einheit, welche den Zugriff des Staates auf unsere Leben akzeptieren lässt, ist auch diejenige, welche die religiösen Verantwortlichen sich versammeln lässt, während es doch sie sind, ganz egal welcher Art, welche den Fanatismus nähren, auch wenn sie sich moderat nennen.

Was sie wollen, von beiden Seiten, ist, dass wir in Angst leben, und dass wir aufhören, lebendig zu sein, dass wir unsere Gewohnheiten ändern, dass wir resignieren und einsichtig zuhause bleiben, keine Kritiken erheben. Aber wir werden diesen Terror nicht akzeptieren, den sie uns aufzwingen. Diese Totenstille, die sie herrschen lassen möchten. Und wir werden niemals die Alternativen akzeptieren, welche uns die Staaten bieten, die selbst zu jedem Terror fähig sind, den man von ihnen kennt, oft unter dem der „anti-terroristischen“ Flagge.
So fügen wir zum Salz von unseren Tränen den Pfeffer von unserer Wut, zu leben, und von unserm Verlangen nach Revolte.
Sie werden aus uns keine Resignierten machen können.

Lasst uns lebendig und revoltierend sein, gegen alle Mächte! Weder Religionen, noch Nationalismus!

[publiziert von Non Fides]

Quelle: indymedia.org, Was sie wollen,von beiden Seiten,ist,dass wir in Angst leben

Job gesucht? Eine Wandzeitung

Ihr Zuckerbrot schmeckt alt und vergammelt, wie aus dem vergangenen Jahrhundert, ihre Versprechungen sind fürn Arsch.

Eine Wandzeitung – unten pdf zum download

„Damals in meener Schulzeit habn meene Eltern und de LehrerInnen imma jesacht, aus ma wird doch eh nüscht! Irgendwie hattn se recht…

Ja, was sollte aus mir auch schon werden? Meine Noten waren ziemlich mies, Spaß hat mir das ganze Rumgehocke in der Schule auch nicht gemacht. Warum sollte ich auch das tun, was von mir verlangt wurde? Ich habe mir zu dieser Zeit keine Gedanken gemacht, was mal aus mir werden wird. Wer will sich als Jugendlicher schon damit beschäftigen? Ich wollte mit meinen Freunden Spaß haben. Meinen Eltern bereitete ich auch immer nur Sorgen. Vorladung von den Bullen, Elterngespräche in der Schule, Saufen, Klauen, Schlägereien usw. Selbst wenn ich mich zusammengerissen habe, hat es nichts gebracht.

Nun bin ich in einer Zeitarbeitsfirma angestellt, bekomme den Mindestlohn, schufte 40 Stunden die Woche auf dem Bau und komme gerade mal so über die Runden. Heute Früh 5:00 Uhr klingelt mein Wecker. Aufstehen, anziehen, schnell Kaffee trinken, Stullen für die Arbeit schmieren und los geht’s! Die Bahn fährt mir vor der Nase weg, komme zu spät, Anschiss vom Chef und dann malochen bis 18:00 Uhr. Geht gar nicht!

Komme nach Hause. Total platt. Denke mir „geil chillen“, mache den Briefkasten auf und wat seh ich da? Kündigungsschreiben! Die müssen das noch nich ma begründen. Das heißt wieder Stress mit dem Jobcenter. Die ganze Scheiße fängt wieder von vorne an.
Was soll das für ein Leben sein?“

Und das ist nur ein Beispiel. Wie vielen Menschen geht es ähnlich?

Von klein auf wird einem von der ganzen Gesellschaft eingetrichtert, dass man arbeiten muss, weil man sonst nichts wert ist. In der Familie und dann Schule wird man nicht nur für die Arbeit vorbereitet und ausgebildet. Außerdem lernt man hier zu gehorchen. Ob es Noten oder der Lohn sind, alles führt zu Konkurrenz und Leistungsdruck. Ob man sich dem Lehrer oder dem Chef unterordnet macht keinen Unterschied. Alles hat die selbe Funktion, denn sie nehmen eine Vermittlerrolle zum Kapital ein. Du musst funktionieren. Die Logik und die Gewalt der kapitalistischen Maschinerie bedeutet Befehle auszuführen ohne die Herrschaft in Frage zu stellen.

Lohnarbeit ist Ausbeutung, weil man nicht für sich oder für die eigens ausgewählte Gemeinschaft (Hausgemeinschaft, Nachbarschaft, Familie) arbeitet, sondern für Lohn. Man verkauft seine Arbeitskraft und wird somit zur Ware. Damit ist man nicht als Person wichtig, sondern nur die Arbeit, die man leisten muss. Deswegen ist jedeR jederzeit austauschbar. Um in der bestehenden Gesellschaft zu (über-)leben, braucht man Geld, um Essen zu kaufen, die Miete zu zahlen usw.

Die andere Seite der Medaille heißt Ausbildung in die Arbeitslosenverwaltung. Ein Euro Jobs, prekäre Selbstständigkeit, Leiharbeit.Für viele reicht der Lohn kaum zum Überleben und du musst auch noch froh drum sein. Außerdem bildet die Zersplitterung der Lohnarbeitenden ein echtes Hindernis für einen gemeinsamen Kampf.

Für die allermeisten eine große Scheiße. Und doch tanzen wir nicht aus der Reihe, neigen dazu der Aufforderung zu folgen, es uns bequem zu machen. Den meisten hierzulande ist neben der Arbeit die Rolle der Zuschauern zugedacht. Bildschirm ansehen und schöne Sachen kaufen soll reichen.

Solange wir im Kapitalismus leben, kann man sich der Ausbeutung nicht entziehen, da der Kapitalismus auf ihr beruht und anders nicht funktionieren kann. Um ein besseres Leben führen zu können, müssen wir nach Lösungen außerhalb dieser Logik suchen. Es geht nicht darum, Arbeitsverhältnisse zu verbessern (z.B. durch die Einführung des Mindestlohns), sondern Lohnarbeit abzuschaffen. Das heißt nicht, dass arbeiten nicht notwendig ist, sondern es ist wichtig, Wissen und Verantwortung zu teilen und zu übernehmen. Da wir Lohnarbeit im Ganzen ablehnen, brauchen wir keine Gewerkschaften, die zwischen uns und dem Kapital vermitteln, weil wir selbstbestimmt und selbstverwaltet leben wollen. JedeR kann für sich selbst am besten entscheiden.

Wenn wir, statt unsere Kreativität und Energie ins Kapital einzuspeisen, tatsächlich beginnen, eigene Zielsetzungen zu entwickeln und dafür zu arbeiten; wenn wir uns mit unserem Wissen und Fähigkeiten nach Bedarf zusammentun, dann braucht das illegale und nicht geselschaftskonforme Fähigkeiten. Sabotage,täglichen Bedarf klauen, Hausbesitzer_innen enteignen, ohne Tickets fahren, Dokumente fälschen etc.

Menschen, die auf „nicht legale“ Weise versuchen über die Runden zu kommen, werden als „Sozialschmarotzer“ oder „Parasiten“ abgestempelt . Aus einer bewussten Entscheidung oder aus der Notwendigkeit heraus sind sie jedoch diejenigen, die Herrschaft und Ausbeutung in Frage stellen.

Wir müssen uns gemeinsam klar machen, wie von oben und außen her, die Erforschung unserer Wünsche und Bedürfnisse von statten geht. Nicht um Geld zu machen und uns mit unnützen Produkten zuzuschütten, sondern mit Selbstorganisation des Alltags. Wir werden uns gegen die feindliche Übernahme unseres Lebens organisieren müssen.

Was passiert, wenn wir über ein Leben jenseits von Ausbeutung nachdenken? Bei vielen wirft das mehr Fragen als Antworten auf, verbunden mit einem Gefühl von Ohnmacht und Verlust- und Existenzängsten.

Was gibt es zu verlieren? Nichts!
Was brauchen wir mehr? Chefs oder Freunde und Familie?
Flachbildschirme zu Hause oder reicht er mit unseren Freunden in der Kneipe?
Smartphones oder gemeinsame Feste auf der Straße mit unsren Nachbarn?
Geld für Miete oder Häuser in denen wir drin leben und selbst walten?
Geld für Essen im Supermarkt oder Gärten aus denen wir uns selbst versorgen?

Eine Wandzeitung – pdf zum download

Quelle: linksunten.org, Job gesucht? Eine Wandzeitung

[Hamburg] Nazis zerstören Gedenkorte in Steilshoop und Bramfeld

Nazis zerstörten in der vergangenen Woche eine Gedenkstätte für die Opfer des NSU in Steilshoop und beschädigten und bemalten in der gleichen Nacht eine Gedenktafel für die Opfer der NS-Justiz im angrenzenden Bramfeld.

Nachdem wir am 4. November zum 4. Jahrestag der Selbstaufdeckung des NSU mehrere Gedenkorte für die Opfer des NSU in Steilshoop und Barmbek errichteten und diese und weitere Aktionen in einem Video veröffentlichten, reagierten die Nazis mit der Zerstörung eines der Gedenkorte in Steilshoop. Hierbei wurden die an der Wand angebrachten Gesichter der neun rassistischen Opfer des NSU herruntergerissen und die verbliebenen übermalt. Zudem wurde das Kürzel „SS“ an dem Gedenkort hinterlassen. Auch die Blumen wurden von den Nazis zertreten.

In Teilen des Stadtteils Steilshoop wurden zudem ca. 200 Aufkleber geklebt. Neben Aufklebern der Identitären und der NPD waren besonders massiv Aufkleber des selbsternannten Nachrichtensenders FSN.tv vertreten: Beispielsweise mit der Abkürzung des Wortes Hakenkreuz „HKN KRZ“.

Die Nazis hinterließen in Steilshoop zudem mehrere Schriftzüge. Hierbei war neben „SS“ Tags vor allem der Schriftzug „FCK Antifa“ vertreten. Auffällig hierbei war, dass die Nazis es vor allen auf „Antifa 309″ Tags und Aufkleber von uns abgesehen hatten.

Neben der Gedenkstätte in Steilshoop wurde auch eine Tafel in Bramfeld beschädigt, welche an die Opfer der NS-Justiz erinnern soll. Diese steht vor dem sogenannten „Ehrenmal“, welches an die gefallenen deutschen Soldaten im 1. und 2. Weltkrieg erinnern soll. Die Nazis führten an diesem Ort in der Vergangenheit regelmäßig Gedenkveranstaltungen durch.
Die Gedenktafel an die Opfer der NS-Justiz wurde aufgestellt um das Nazidenkmal möglichst zu verdecken und nicht unkommentiert dort stehen zu lassen.

Diese Gedenktafel wurde nun zum 6. Mal seit der Aufstellung vor 14 Monaten von Nazis beschädigt oder zerstört. Es wurden die Wörter „LÜGE“ und „Ehre“, sowie der Schriftzug „FCK AFA“ auf der Gedenktafel hinterlassen (Foto 6). Zudem wurde die Tafel durch ein Messer beschädigt.

Das es sich bei den Zerstörungen in Bramfeld und Steilshoop um die gleichen Täter_Innen handelt ist offensichtlich wenn wir die Fotos vergleichen.

Wir gehen davon aus, dass die Nazis, welche in Steilshoop und Bramfeld unterwegs waren aus den an Bramfeld grenzenden Stadtteilen Farmsen und Berne stammen. Ein Outing zu den Nazis ist Anfang des Jahres erschienen.

Rassistische Hetze Stoppen – Den Widerstand in den Vierteln organisieren!

Antifa 309

Quelle, Fotos, das Video und weitere Links zum Thema: linksunten.org, [HH] Nazis zerstören Gedenkorte in Steilshoop und Bramfeld

[Hamburg] 31.10. AfD Demo in der City

Am 31.10.2015 wollen die Landesverbände HH, NDS, MV und SH der AfD unter dem Motto “Gegen das Politikversagen! Asylchaos stoppen!” in der Hamburger City aufmarschieren.

Starten wollen sie um 13.30 vor dem “Museum für Kunst und Gewerbe” schräg gegenüber des Hauptbahnhofes, in dem täglich Geflüchtete ankommen und in direkter nähe zu dem “Lampedusa in Hamburg” Infozelt am Anfang des Steindamms. Welche inhaltliche Scheisse die AfD verbreitet, konnte beim peinlichen Auftritt von Höcke, dem Sprecher der AfD in Thüringen bei Jauch gesehen werden: dumpfe rassistische Parolen, kleinbürgerliche Deutschtümelei und wahnhaften Nationalismus. Auch die Nähe der AfD zu anderen neonazistischen Parteien und Strutkuren, wurde nicht zuletzt am 17.10. in Rostock deutlich, als in der ersten Reihe Petereit, Abgeordneter der NPD MV mitmarschierte.Mehr als genug Gründe, den Aufmarsch anzugehen.

Nähere Infos zu antifaschistischen Gegenaktivitäten folgen in den kommenden Tagen!

Quelle: antifainfo.de, [Mobi] 31.10. AfD Demo in der City

Einmal im Leben pünktlich KoZen / Wagendemo 17.10.15 Hamburg 13.00 Uhr

Einmal im Leben pünktlich KoZen – Zu Fuß, im Laster, mit Trecker oder dem Dreirad – scheiß egal – ab auf die Straße!

Seit mehreren Wochen schon setzt die Stadt und ihre Handlanger*innen auf eine Zermürbungstaktik. Erst wird auf der Hälfte des Schulhofs des Kollektiven Zentrums (koZe) ein Zaun errichtet und rund um die Uhr von der Polizei bewacht. Dann, schon wieder unangekündigt und unter Hilfe von massiver Polizeigewalt, wird dieser Zaun noch enger gezogen und auch der von uns gemietete Hof verschwindet. Dieser jüngste Kampf um selbstverwaltete Räume in der Stadt ist nur ein Fall in einer Reihe von Auseinandersetzungen mit privaten Investor*innen und Politiker*innen. Immer wieder werden die Interessen der Privatwirtschaft gegen die der Bewohner*innen und Kulturschaffenden durchgesetzt. Diese unerträgliche Verwertungspolitik der Stadt ist ein Angriff auf uns alle!

Am 17.10. ist es vorbei mit der Ruhe im „Tourisparadies“ Hamburg. Steigt in eure Karren, lasst die Motoren knattern, seid laut und unerzogen! Wir wollen selbst bestimmen wo und wie wir leben. Wir wollen unkommerzielle, selbstverwaltete Orte schaffen, ohne dafür überwacht und schikaniert zu werden. Wir lassen uns nicht vertreiben! Wir wollen unabhängige Kultur und Politik etablieren – ohne kommerzielle Verwertung!

Unser Protest richtet sich nicht nur gegen den Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) und die richtungsweisenden Entscheidungen der Finanzbehörde, die das kollektive Zentrum in seiner Existenz bedrohen, sondern auch gegen eine Stadtpolitik, die kulturelle Freiräume privatwirtschaftlichen Interessen seit Jahren unterordnet. Der Kampf um das Autonome Zentrum Altona, die Rote Flora, die tragischen Räumungen von Bambule, die Vertreibung Zomias aus Wilhelmsburg und der Konflikt um den Wagenplatz Borribles sind nicht vergessen und schon gar nicht vergeben. Die Uhr tickt… Unsere Solidarität ist ungebrochen!

Wir fordern den Erhalt und die Erweiterung des kollektiven Zentrums im Münzviertel, eine öffentlich-politische Auseinandersetzung des Konzepts „Schule für kollektive Intervention“ und Raum für Gegenentwürfe zum kapitalistischen Alltag. Dazu gehören selbstorganisierte Kulturprojekte, emanzipatorische Freiräume, Wagenburgen, solidarische Wohngemeinschaften und gelebte Utopien. Unser Ziel ist es, dass wir alle entsprechend unseren Interessen und Fähigkeiten sein und leben können. Wir fordern eine Stadtentwicklung mit allen und für alle statt Leerstand und Gentrifizierung! Diese Stadt braucht keine Luxusappartements, Bonzen-Boutiquen und überteuerte Microappartements für den Teil der Bevölkerung, der kauft was er will. Unsere Wohnräume sind kein Spielplatz für Spekulant*innen. Wir wollen selbst aushandeln und entscheiden, wie wir unsere Umwelt gestalten und lassen uns unsere Wünsche und Bedürfnisse nicht vom Senat oder seelenlosen Investor*innen diktieren. Wir bringen unseren Widerstand zum Ausdruck und in die Öffentlichkeit.

Lasst die Wagen los – die Stadt denen, die darin leben!

Quelle: linksunten.org, Einmal im Leben pünktlich KoZen / Wagendemo 17.10.15 Hamburg 13.00 Uhr