Archiv für März 2015

[Hamburg] Kein Abriss! Kein Neubau! koZe verteidigen!

Kein Abriss, kein Neubau! Wir bleiben! koZe verteidigen!

Im September 2014 haben wir im Münzviertel das Kollektive Zentrum, kurz koZe, eröffnet. Vorausgegangen ist eine Besetzung der leerstehenden ehemaligen Gehörlosenschule am 12. Juli 2014, nachdem zunächst erfolgreiche Zwischennutzungsverhandlungen von Nachbarschafts-Initiativen einzig durch Lügen und Ignoranz des Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) verhindert wurden.

Das kollektive Zentrum ist ein Ort, der sich selbstverwaltet mit Leben, Wissen und Aktivitäten füllt. Es ist das, was wir gemeinsam draus machen; solidarisch, selbstbestimmt, emanzipatorisch, gegen Autoritäten und Diskriminierung. Neben montaglichen Hausplena gibt es Siebdruck-, Näh- und Fahrradwerkstätten, ein Fotolabor, einen Sportraum mit Duschen für Yoga, FLTI*- und all-gender-Kampfsport u.v.m, einen Kinderraum, ein Büro und Versammlungsraum, eine Bibliothek zum Lesen und Studieren, den Punk-Frisör, regelmäßiges Kochen, eine Food-Coop, Kneipe, Kickern, Kino, einen draußen-Spiel-und Fußballplatz, Infoveranstaltungen und ein Raumschiff, und es wird immer mehr. Wir freuen uns über die vielfältigen Aktivitäten und die politische Arbeit unterschiedlicher Gruppen aus dem Stadtteil und darüber hinaus.

Die Zukunft des koZe ist bedroht. Unser aktueller Zwischennutzungsmietvertrag kann monatlich gekündigt werden. Das gesamte Schulgelände samt Kita wird derzeit durch den städtischen LIG an einen Privatinvestor, die Hanseatische BauKonzept (HBK),verkauft. Zum 1. April 2015 findet eine sogenannte Übertragung der Schlüsselgewalt an die HBK statt, was für uns bedeutet, dass statt dem städtischen LIG nun ein Privatinvestor unser Vermieter wird. Der LIG hat keine Sicherheit zur Gewährung der Zwischennutzung in den Verkaufsvertrag mit der HBK eingebaut. Eine Kündigung wird somit wahrscheinlicher.

Allein wir 200 wöchentliche Nutzer_innen haben Bock zu bleiben. Räume wie das koZe sind in Hamburg rar. Selbstorganisierte Zentren sind unbedingt notwendig, das zeigen nicht nur die vielen Besetzungen für soziale Zentren der letzten Jahre (AZ Altona, Bleicherstraße, Breite Straße, Weidenallee, Marktstraße, Villa Behnke, Spiegel-Hochhaus, Lilienstraße, Juliusstraße, Refugee Welcome Center Laeiszstrasse…). Wir brauchen noch mehr Platz, denn unsere räumlichen Kapazitäten sind bereits jetzt ausgereizt.

Leerstand gibt es nicht nur bei unserem Blick aus dem Fenster, sondern überall in Hamburg. Der Verkauf öffentlicher Gebäude, u.a. von Schulen, für privatinvestorische Miets- und Eigentumsumwandlung wird seit Längerem in verschiedenen Stadtteilen kritisiert. Die Geschichte des koZe zeigt deutlich, wie die Realisierung von selbstbestimmten Projekten sogar auf offiziellen, behördlichen Wegen durch den LIG verhindert werden – zuerst durch das Verweigern eines Nutzungsvertrags, dann durch Räumung der Schulbesetzung und das Stellen von Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs.
Wir fordern den LIG auf, die mindestens 148 Anzeigen wegen Hausfriedensbruch gegen die 17 Besetzer_innen der ehemaligen Gehörlosenschule im Münzviertel vom Juli 2014, sowie die 131 Aktivist_innen der Wagenplatzbesetzung an der Schützenstraße/ Leverkusenstraße in Altona im Rahmen der Squattingdays im August 2014 zurück zu ziehen.
Solidarische Grüße an alle, die selbstorganisierte Räume erkämpfen und verteidigen.

Verhandlungen über unseren Auszug werden wir nicht führen.
Das koZe ist unser Haus und bleibt es auch.

Kein Abriss, kein Neubau.
KOZE VERTEIDIGEN!

Aktuelles, Kontakt, Programm und mehr übers kollektive Zentrum: https://koze.in

Quelle: linksunten.org, [HH] Kein Abriss! Kein Neubau! koZe verteidigen!

18.3.: Vielfalt ist unsere Stärke – warum sich Blockupy nicht von militanteren Aktionen distanzieren sollte

Vorangestellt, „Der Revoluzzer“, von Erich Mühsam

War einmal ein Revoluzzer,
Im Zivilstand Lampenputzer;
Ging im Revoluzzerschritt
Mit den Revoluzzern mit.

Und er schrie: ‚Ich revolüzze!‘
Und die Revoluzzermütze
Schob er auf das linke Ohr,
Kam sich höchst gefährlich vor.

Doch die Revoluzzer schritten
Mitten in der Straßen Mitten,
Wo er sonsten unverdrutzt
Alle Gaslaternen putzt.

Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
Aus dem Straßenpflaster aus,
Zwecks des Barrikadenbaus.

Aber unser Revoluzzer
Schrie: „Ich bin der Lampenputzer
Dieses guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!

Wenn wir ihn’ das Licht ausdrehen,
Kann kein Bürger nichts mehr sehen,
Laßt die Lampen stehn, ich bitt!
Denn sonst spiel’ ich nicht mehr mit!“

Doch die Revoluzzer lachten,
Und die Gaslaternen krachten,
Und der Lampenputzer schlich
Fort und weinte bitterlich.

Dann ist er zuhaus geblieben
Und hat dort ein Buch geschrieben:
Nämlich, wie man revoluzzt
Und dabei doch Lampen putzt.

Angesichts der Aktionen, die am Mittwochmorgen und -vormittag jenseits von Sitzblockaden und angemeldeten Demonstrationen/Kundgebungen liefen, zeigten sich einige Sprecher*innen des Blockupy-Bündnisses überrascht und distanzierten sich von diesen „Krawallen“.

Als wir am Mittwoch in Frankfurt die zerbrochenen Schaufensterscheiben, die Barrikaden in den Straßen und die brennenden Polizeiautos sahen, waren wir ebenfalls überrascht – allerdings im positiven. Es freute uns, dass so viele Menschen, die von der Austeritätspolitik direkter betroffen sind, von weit her gekommen waren, um gemeinsam mit uns ihrer Wut über die alltäglichen Grausamkeiten des Kapitalismus Ausdruck zu verleihen. Wir finden es sehr schade und für unseren gemeinsamen Protest nicht förderlich, dass einige Blockupy-Sprecher*innen meinten, sich distanzieren zu müssen. Im Folgenden wollen wir einige Annahmen über militantere Aktionen, wie sie von der Presse, der Öffentlichkeit und leider auch Teilen des Blockupy-Bündnisses geäußert wurden, kritisch beleuchten, um somit um Verständnis für unsere Militanz zu werben.

1. „Die Ausschreitungen waren gewaltvoll“

Der Vorwurf der Gewalt ist oft zu hören, wenn es um Aktivst*innen geht, die sich ihren Aktionsspielraum nicht vom Gesetzbuch vorschreiben lassen wollen. Für die Dortmunder Polizei waren selbst Sitzblockaden gegen Nazis eine Form von Gewalt. Wenn mit dem Gewaltbegriff um sich geschmissen wird, dann sollte zuerst geklärt werden wie dieser überhaupt definiert wird. Die engere Definition könnte auch als körperliche Gewalt bezeichnet werden: Eine Person fügt einer anderen körperliche Schmerzen und/oder Verletzungen zu. Nach dieser Definition waren die allermeisten Aktionen am Mittwochvormittag keine Gewalt. Wie es für Beteiligte aus den Medien leicht zu entnehmen ist, wurden die allermeisten Polizist_innen durch ihr eigenes Tränengas verletzt. Wenn Schaufensterscheiben eingeschlagen und Autos oder Mülltonnen angezündet werden, dann ist das Sachbeschädigung, tut aber niemandem (körperlich) weh. Aber auch körperliche Gewalt kann unserer Meinung nach legitim sein. Nur die eingefleischtesten Pazifist*innen würden sich nicht selbst verteidigen, wenn sie bedroht werden. Und ist es nicht Selbstverteidigung bzw. die Verteidigung anderer, wenn Polizist*innen angegriffen werden, die mit aller Gewalt eine Politik und ein System schützen, die für den Tod von unzähligen Lebewesen verantwortlich sind?
Eine weiter gefasste Defintion von Gewalt, die die psychische Ebene mit einbezieht und durch den Ausdruck von Wut/Aggression bzw. das Erzeugen von Angst gekennzeichnet ist, würde auch Demos, auf denen laute Parolen gerufen werden, oder Sitzblockaden miteinbeziehen. Niemand im Blockupy-Bündnis würde solche Aktionen als illegitim bezeichnen. Wir finden, dass solche Aktionen – zusammen mit militanteren Aktionen wie dem Anzünden von Polizeiautos – eine Form von wichtiger und notwendiger Gegengewalt gegen die alltägliche Gewalt des Kapitalismus sind.

2. „Der schwarze Block hat wahllos randaliert, es ging ihm nicht um die Message sondern nur um Krawall“

Zwar wurden alle möglichen verschiedenen Dinge Ziel von Sachbeschädigung, doch gab es zu den meisten davon einen politische Bezug. Es wurden Scheiben von Banken eingeschlagen, die Profit mit Lebensmittelspekulation, Atomkraft, Waffenproduktion oder anderen zerstörerischen Geschäften machen, es wurde die Tankstelle eines Ölkonzerns geplündert, (sexistische) Werbetafeln zerstört, die uns zum Konsum unnötiger und mit Ausbeutung hergestellter Produkte bringen sollen und viele weitere Aktionen gegen ausbeuterische Großkonzerne und Banken durchgeführt. Auch die Polizei ist ein legitimes Ziel, ist sie doch die Institution die dieses kapitalistische System schützt und die uns in vergangenen Jahren mehrfach selbst an angemeldetem und genehmigtem Protest gehindert hat. Es wurden zwar auch Dinge zerstört, zu denen wir keinen direkten Bezug hatten, dies diente aber entweder dem Barrikadenbau (z.B. brennende Mülltonnen), der notwendig war, um einigermaßen unbehelligt von der Polizei agieren zu können, oder aber wurde von der Mehrheit des schwarzen Blocks missbilligt (als z.B. ein*e Aktivist*in eine Straßenbahn mit Insassen darin angriff, äußerten andere laut ihren Unmut darüber, und die Person stellte die Aktion ein), zumindest soweit wir das mitbekommen haben.

3. „Friedlicher Protest ist gut, aber Krawall ist nicht gerechtfertigt“

Durch die Austeritätspolitik der Troika werden Gesundheits- und Sozialsysteme zerstört, die Lebenserwartung sinkt. An den Aussengrenzen der EU sterben tausende durch das rassistische Grenzregime von Frontex. Im globalen Süden sterben zahllose Menschen an Hunger, weil die Industrienationen und -konzerne ihre Länder ausbeuten. Der Klimawandel, für den die kapitalistische Wachstumslogik verantwortlich ist, zerstört unser aller Lebensgrundlagen. Angesichts dieser Ausmaße des globalen und alltäglichen Leidens ist für uns jede Form des Protests dagegen erst einmal gerechtfertigt und begrüßenswert. Sich von Widerstand gegen dieses zerstörerische System zu distanzieren, weil dabei auch Scheiben zu Bruch gehen oder Autos abbrennen, finden wir zynisch.

4. „Scheiben einschlagen und Autos abfackeln bringt doch nichts“

Wenn ihr euch da so sicher seid, was glaubt ihr bringt es dann, genehmigte Demonstrationen durchzuführen, Petitionen zu schreiben oder Parteiarbeit zu machen? Wir denken dass direkte Sachbeschädigung effektiver sein kann, als einige dieser Formen, Politik zu betreiben.
Zum einen entsteht ein wirtschaftlicher Schaden für die Konzerne und Banken, deren Eigentum zerstört wird. Zum anderen schafft es auch mehr Aufmerksamkeit für unser Anliegen – oder denkt ihr etwa, Blockupy hätte es an die erste Stelle in der Tagesschau geschafft, wenn es bei Sitzblockaden geblieben wäre?
Darüber hinaus ist Militanz auch eine Form von Selbstermächtigung. Es tut gut, sich nicht von der Polizei sagen zu lassen, was wir zu tun und zu lassen haben, und unserer Wut Ausdruck zu verleihen. Gerade für die Gefährt*innen aus Südeuropa, die direkt von der Austeritätspolitik der Troika betroffen sind, war dies bestimmt sehr wichtig. Doch es tut nicht nur gut, sondern eröffnet auch weitere Perspektiven – auf ein Selbstverwaltetes Leben ohne Staat und Kapitalismus. Und zwar, indem für den Anfang auf einer bestimmten Fläche für eine bestimmte Zeit das staatliche Gewaltmonopol aufgebrochen wird und die staatlichen Gesetze keine Gültigkeit mehr haben. Es bietet auch die Chance, Wut und Trauer in etwas heilsames und kreatives zu verwandeln zu können.

5. „Militanz ist schlecht für das Bild von Blockupy in der Öffentlichkeit“

Es mag stimmen, dass viele Menschen abgeschreckt waren von den Aktionen und dadurch eine negative Meinung über Blockupy haben. Allerdings schrecken auch Demonstrationen und Blockaden einige Leute ab. Der Trennstrich, ab wann Aktionen eine zu große Ablehnung in der Öffentlichkeit schaffen, ist nicht eindeutig zu ziehen. Wir denken aber, dass wir uns auch nicht zu sehr davon beeinflussen lassen sollten, was die restliche priviligierte Bevölkerung in Deutschland über unsere Aktionen denkt. Wenn, angeblich, für die Demokratie die Barrikaden brennen, ist das für die Medien und viele Leute okay, aber völlig inakzeptabel, wenn sie gegen das bestehende System brennen. In einigen anderen Ländern scheinen militante Aktionen weitaus akzeptierter zu sein als hier. Natürlich ist es trotzdem wichtig, möglichst viele Menschen mitzunehmen. Doch sollte dies nicht darüber geschehen, dass sich von Militanz distanziert wird, sondern eher dadurch, dass die Gründe dafür erklärt und vermittelt werden.

Uns ist klar, dass bei militanten Aktionen, wie z.B. Sachbeschädigungen, nicht alle mitmachen wollen und auch nicht alle mitmachen können (beispielsweise ist es noch gefährlicher für Menschen mit Rollstuhl an Straßenschlachten teilzunehmen). Deshalb finden wir es wichtig, dass es viele verschiedene Aktionsformen, wie z.B. Kundgebungen, Demonstrationen oder Sitzblockaden gibt. Aktionen wie die des schwarzen Blocks am Mittwochmorgen sollten aber gleichberechtigter Teil eines bunten Fächers an Aktionsformen sein, denn wir wollen uns nicht anmaßen zu beurteilen welche Mittel etwas bringen und welche nicht und denken, jede*r sollte einfach das tun, was sie*er für das Effektivste hält. Eine Distanzierung sorgt für die Spaltung unseres legitimen Widerstandes gegen Troika, Austerität und Kapitalismus und bringt uns nicht voran.
Wir hoffen deshalb, dass die Äußerungen von einigen Sprecher*innen von Blockupy im Bündnis noch weiter diskutiert werden und so nicht stehen bleiben.

Einige Aktivist*innen, die am Widerstand gegen die EZB-Eröffnung teilgenommen haben

Quelle: linksunten.org, 18.3.: Vielfalt ist unsere Stärke – warum sich Blockupy nicht von militanteren Aktionen distanzieren sollte

[Hamburg] RAK Flora Spektakel

Soli- Konzert der Rotzfrechen Asphalt Kultur für die Gruppe Lampedusa in Hamburg.

Während manche noch immer von den krassen Wochen vor einem Jahr in Hamburg schwärmen, wo jeden Tag fett Sponti ging und „Refugees are welcome here“ öfter gerufen wurde als Stunden geschlafen, schlafen andere immer noch auf der Straße. An der Katastrophe, dass einige Menschen zwischen Hamburgs Reichtum nach wie vor weniger wert sein sollen, hat sich nichts geändert.

Da helfen auch keine Spontistunden auf dem Aktivit*innenkonto aus dem letzten Jahr. Neben dem Aktivismus auf der Straße hat auch die Spendenbereitschaft für die Gruppe nachgelassen. Die Gruppe Lampedusa verzichtet auf augenscheinlich vorteilhafte und letztlich leere Kompromisse. Sie führt immer noch einen Kampf, der ein globales Problem anprangert. Sie sieht sich nicht nur als Flüchtlingsgruppe in Hamburg die für die eigenen Rechte kämpft, sondern auch als eine Konsequenz die NATO-Kriege mit sich bringen. Sie fordert nach wie vor, dass Deutschland politisch Verantwortung für das über Jahrzehnte mitverursachte Leid auf anderen Kontinenten übernimmt und Hamburg die Gruppe anerkennt.

Dass dann in dieser Gruppe nicht das Busgeld fehlt um an Treffen teilzunehmen zu können, obliegt unserer Einflussnahme. Ob es möglich ist in Hamburg mit Straßenaktivismus das Thema im politischen Diskurs zu halten, ebenfalls. Lasst uns wieder Druck aufbauen! Die Rotzfreche Asphaltkultur und die Orgabande des RAK-Spektakels möchten sowohl Busgeld sammeln, als auch dazu ermutigen wieder aktiv zu werden.

Neben KüfA, Siebdruck, Soli-Saft-Sektbar und einer Überraschung liefern die musikalische Grundlage dafür u.a.:

-Anderersaits
-Dampf in allen Gassen
-Des Wahnsinns fette Meute
-Faulenz*A
-Früchte des Zorns
-Hör zu!
-Konny
-Rest in Risiko

-smix / sophia mix
-Song X
-Tintenwolf + Sahara B
-Treibsand
-wohin mit dem Wahnsinn
-Wundabunta Straszenpunk
-Zeitbombe Armut

Danach Aftershow mit /DJ Mogli/ und /gehupft wie gesprungen!
Start: 18:00 Uhr

Die Veranstaltung findet am 21. März 2015 in der Roten Flora (Schulterblatt 71, 20357 Hamburg) statt.

Quelle: rak-treffen.de, RAK Flora Spektakel

[Hamburg] 15.03. Neonazis vs. Salafisten


Bild: Recherche Nord

Am 15.03.2015 waren ca. 100 Neonazis/Hooligans in Norddeutschland unterwegs. Eine kleine Gruppe von ca. 10 Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern sammelte sich am Hauptbahnhof in der Wandelhalle bei McDonalds.

Nach ein paar Parolen, wie “Antifa-Hurensöhne” und “Wir wollen keine Salafistenschweine” erhielt die Gruppe Platzverweise für Hamburg und wurde von der Polizei zum Zug begleitet. Weitere Kleingruppen von Neonazis liefen am Hauptbahnhof umher. Eine Gruppe von etwa 70 Neonazis aus dem Kreis von “Gemeinsam stark e.V.” wurde von der Polizei in Harburg festgesetzt und daran gehindert weiter bis zum Hauptbahnhof Hamburg zu fahren. Die Gruppe fuhr dann mit dem Zug weiter durch Norddeutschland.

Bilder gibts hier

Quelle: antifainfo.de, [Chronik] 15.03. Neonazis vs. Salafisten

[Mobi] *update* 15.03. Neonazis vs. Salafisten

Für den 15.03.2015 ruft der Islamist Pierre Vogel zu einem Event in Hamburg auf.
Das bringt Neonazis wie Jens Eckleben (AfD) auf den Plan, der über Facebook zu Gegenaktivitäten aufruft.

Pierre Vogel = Scheisse! / Eckleben & andere Neonazis = Scheisse!

Deshalb ist es notwendig am 15.03. auf die Straße zu gehen und sich gegen beides grade zu machen!
Mehr Infos folgen in kurzer Zeit!

*update*
Laut einiger Medien wurde die Veranstaltung von Vogel verboten. Dieser hält aber daran fest und kündigt über FB an, ggf. etwas “unter freiem Himmel” zu veranstalten.
Auch die Neonazis rund um Jens Eckleben mobilisieren weiter.
Also, haltet euch am Sonntag bereit. Es wird über unseren Twitter-Channel eine Live-Berichterstattung geben!

Gegen religiösen Fundamentalismus und Rassismus!

Quelle: antifainfo.de, [Mobi] *update* 15.03. Neonazis vs. Salafisten

Ausgabe 10 des anarchistischen Blattes Wut im Bauch erschienen

Eine neue Ausgabe der „WUT IM BAUCH“. Nach halbjähriger Pause erscheint die Nummer 10 in einem neuen Format und Layout. Wir möchten uns mit der aktuellen Ausgabe dem Thema Krieg zuwenden.

Die im vergangenen Jahr eskalierenden und neu aufkeimenden militärischen Konflikte zeigen uns, dass das globale Gleichgewicht zwischen den staatlich-militärischen Allianzen und die Herrschaftsverhältnisse innerhalb der Staaten keineswegs stabil sind. Vielmehr scheint eine tief greifende Erschütterung dieses vermeintlich stabilen globalen Machtgefüges angesichts gegenwärtiger und weit reichender Veränderungen immer wahrscheinlicher.
Die Verknappung von Energieressourcen und Rohstoffen wird den Machtkampf der Staaten(gemeinschaften) in den kommenden Jahrzehnten bestimmen und verschärfen. Damit einhergehend wird über die Militarisierung der Städte und Außengrenzen, der Ausweitung von Auslandseinsätzen und kolonialer Kontrolle (zum Beispiel durch die Einflussnahme auf regionale Autoritäten, um etwa Migrant_innen schon vor dem Überschreiten von Grenzen aufzuhalten und einzusperren) der Krieg gegen all jene ausgeweitet, welche in den sich wandelnden Machtverhältnissen ihre Heimat verlassen oder den Kampf gegen diese elenden Verhältnisse aufnehmen.

Parallel zu der Expansion von Kriegsschauplätzen und der Renovierung tot geglaubter Block- Rivalitäten erhebt sich eine linke, vor Ideologie triefende Solidarität aus der Versenkung, die in alter Manier nicht weiter weiß (oder will), als in einem militärischen Konflikt Partei für einen der Machtblöcke zu ergreifen. Entgegen dieses politischen Reformismus, der weder Staaten noch Grenzen als Grundlage eines gewaltvollen und unterdrückenden globalen Verhältnisses angreift (und schon gar nicht den Kampf gegen jede Herrschaft zum Ziel hat), müssen wir als Anarchist_innen unsere Positionen schärfen.

In diesem Zusammenhang über den Bürgerkrieg zu sprechen, um herauszufinden, wie sich ein solcher Konflikt in einer antiautoritären Perspektive einordnet, halten wir für sehr wichtig. In dem sozialen Prozess als Grundlage unseres revolutionären Weges, kann es niemals um die Ergreifung und Organisierung der Macht gehen. Es liegt an uns, in den existierenden und kommenden Konflikten jene ausfindig zu machen, die sich im Kampf um ihre Autonomie den alten wie den neuen Autoritäten entgegensetzten.

Diese Menschen werden es sein, mit denen wir uns zusammenfinden werden, um unser Leben auf Grundlage freier individueller Entscheidungen zu organisieren und nicht über die Delegation der eigenen Souveränität an eine_n Abgeordnete_n dieser oder jener Partei. Diese Menschen werden es sein, mit denen ein Kampf gegen alle Formen der Unterdrückung und Herrschaft möglich sein wird, ohne am Ende eine_n neue_n Vertreter_in aus „den eigenen Reihen“ an die Stelle der alten Autoritäten zu setzen.

In der Geschichte der großen Kriege des 19ten und 20ten Jahrhunderts haben die Anarchist_innen stets die Frage nach der Perspektive der eigenen Ideen innerhalb eines bestehenden Machtvakuums gestellt. Zur Frage danach, wie wir uns heute solidarisch mit unseren Worten und Taten mit den Kämpfenden, Unterdrückten und Ausgebeuteten unter den Bedingungen eines (Bürger)krieges zeigen können, müssen wir genau analysieren, welche Mächte antreten, um ihre Interessen gewaltsam in einer solchen Situation durchzusetzen.

Außerdem gibt es einige Kommentare und Gedanken zu verschiedenen Ereignissen und Komplexen, mit denen wir Debatten für unsere Ideen und Kämpfe beleben wollen. Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren.

Inhalt Dossier:

-Contro la Guerra, contro la Pace, per la Rivoluzione!
Gegen den Krieg, gegen den Frieden, für die Revolution! – Seite 8-9

-Enrico Arrigonis Erinnerungen zu Zeiten des Krieges – Seite 10-13

-Über Solidarität, ihre Abwesenheit und die Aneignung… – Seite 15-16

-Gegen Zivilcourage – für Solidarität und gegenseitige Hilfe – Seite 17

-Für Chaos und Anarchie! – Seite 18

Die Zeitung ist kostenlos und für alle die sich für eine anarchistische Perspektive und klare anti-autoritäre Kämpfe interessieren.

Kontakt und Bestellung von Exemplaren:

Wut im Bauch
c/o Schwarzmarkt
kl. Schäferkamp 46
20357 Hamburg
e-mail: wutimbauch (ÄÄTT) riseup.net

Quelle: linksunten.org, Ausgabe 10 des anarchistischen Blattes Wut im Bauch erschienen