Archiv für Januar 2015

[Hamburg-Wandsbek] *update* NPD Kundgebung – Kurzbericht

Am 17.01. versammelten sich 34 Neonazis in Wandsbek. Anwesend waren Neonazis aus S.-H., M.-V. und HH.

Thomas Wulff, Lennart Schwarzbach, Nelia Kiss und Daniel Nordhorn gaben den üblichen Blödsinn von sich. Wobei Nordhorn (aus S.-H.) ordentlich Werbung dafür machte, dass mehr Neonazis an den PEGIDA Protesten teilnehmen sollten. Die Cops waren auch hier wieder mit einem Großaufgebot am Start.

Am 07.02. will die NPD am Gänsemarkt / City aufmarschieren.
In der dann folgenden Nachbetrachtung geben wir uns dann auch wieder mehr Mühe. Versprochen.

Aber vorher: Nazikundgebung verhindern!

Jetzt sind endlich auch Fotos online:
http://sonar-archiv.com/

Quelle: antifainfo.de, [Wandsbek] *update* NPD Kundgebung – Kurzbericht

Outing von AfD Kandidaten in Hamburg

-KNOW YOUR ENEMY-

Demos der Rassist_innen von Pegida und Konsorten, Hogesa und AfD angreifen, keine Ruhe den Hetzer_innen an ihren Wohnorten!
Heute Nacht (26.1.2015) haben wir die Wohnhäuser von drei Funktionären der AfD Hamburg farblich markiert:

Dirk Nockemann, Billwerder Straße 7b (Landesliste Nr. 3)
Bernd Baumann, Trenknerweg 111 (Landesliste Nr. 2)
Stephan Zieriacks, Pinnasberg 39 (Landesliste Nr. 29)

Die AfD in Hamburg, in deren Reihen sich unter anderem fünf ehemalige Schillabgeordnete, ein NPD Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl 2011 und diverse Nasen tummeln, die am Hogesa Aufmarsch in Köln teilgenommen haben, setzt im Hamburger Wahlkampf auf die Rassismus- und Law-and-Order-Karte. Sie folgt den Vorgaben der Bundes AfD, deren Führungskräfte Lucke, Petry und Gauland die Pegidabewegung als natürliche Verbündete bezeichneten, ihre Forderungen als legitim und offensichtlich inhaltlich übereinstimmend mit dem AfD Programm einordneten.

In Hamburg stellte der AfD Landesvorstand Strafanzeige wegen des Verdachts der Beihilfe zu Ausländerstraftaten gegen die Intendantin des Kampnageltheaters. Sie hatte sich für ein Winternotprogramm für Menschen aus der Lampedusagruppe auf dem Kampnagelgelände eingesetzt. Hier trat besonders der ehemalige Büroleiter Schills, Nockemann, hervor. Dieser hat seine rassistische Gesinnung schon als Mitarbeiter der Ausländerbehörden Mecklenburgs und für die Dauer von acht Monaten in der Rolle eines Hamburger Innensenators ausgelebt. Bernd Baumann will hunderte zusätzlicher Bullen, weil er hier in Hamburg die Hochburg des Linksextremismus sieht, dessen Gewalt eine Blutspur durch die Stadt ziehe, Hamburg sei das Tor zum Verbrechen.

Wir werden diese Rassist_innen im Auge behalten.

Diese Aktion supportet die Recht auf Stadt – never-mind-the-papers Demonstration am 31.1.2015 13 Uhr Landungsbrücken.
Bleiberecht für die Lampedusagruppe erkämpfen.

Quelle: linksunten.org, Outing von AfD Kandidaten in HH

Zürich: Angriffe gegen Rüstungsexport

Gestern Nacht [20. Januar 2015] haben wir als Beitrag zur Kampagne gegen das World Economic Forum die RUAG Defence (im Gebäude mit der Adresse Im Tiergarten 7 ZH) und die NEOSOFT AG (im Gebäude mit der Adresse Üetlibergstrasse 132 ZH) mit Feuerwerk angegriffen.

Der Angriff richtet sich gegen zwei Exponenten der schweizer Rüstungsindustrie, wobei die RUAG ein Bundesunternehmen ist. Abgeschlossene Rüstungsdeals und Militärabkommen am WEF in Davos unterstreichen die Bedeutung, welche dieses Jahrestreffen für diesen Teil der hiesigen Wirtschaft hat.

Per 19. September 2014 wurde die Verordnung über das Kriegsmaterial, welche die Exportbedingungen von schweizer Waffen regelt, von Bundesrat gelockert, nachdem das Parlament im März 2014 sich für diesen Schritt eingesetzt hatte. Hintergrund dieser Lockerung ist die Klage grosser Rüstungskonzerne (wie die RUAG oder MOWAG), dass ihr Umsatz aufgrund strikter Exportbeschränkungen eingebrochen sei. Denn seit 2008 war der Export von Kriegsmaterial an Länder verboten, in denen Menschenrechte “systematisch und schwerwiegend” verletzt würden. Dieser Passus wurde im Herbst vergangenen Jahres gestrichen, nun ist der Waffenexport wieder erlaubt, wenn nur eine geringes Risiko bestehe, dass die Waffen zu “systematischen und schwerwiegenden” Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden.

Quelle: contra info, Zürich: Angriffe gegen CH-Rüstungsexport

Revolutionäre Solidarität… (Plakat)

Quelle: ANARCHIST BLACK CROSS WIEN, Revolutionäre Solidarität… (Plakat)

PEGIDA Schweiz – Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Im Zuge der Aufmärsche in Deutschland, insbesondere in Dresden, versuchen reaktionäre HetzerInnen nun auch in der Schweiz unter dem Namen PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) eine nationalistische, völkische Bewegung ins Leben zu rufen.

In der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus, findet Ausgrenzung von schwächeren Bevölkerungsgruppen regen Zuspruch. Diese Augenwischerei dient den KapitalistInnen um die wahre Grenze zu verbergen. Diese verläuft nicht zwischen Kulturen, Nationen oder Religionen sondern zwischen Ausgebeuteten und AusbeuterInnen, zwischen Arbeit und Kapital.

RassistInnen, NationalistInnen und sonstige reaktionären Kräften werden wir im Wege stehen. Egal wo, egal wann. Wo PEGIDA Schweiz ist, werden wir ihnen vehement entgegentreten!

Keinen Fussbreit diesen HetzerInnen!

Die PEGIDA CH Demo ist auf den 16.2.15 geplant, der Ort ist noch unbekannt. Weitere Infos folgen.

Quelle: indymedia.org, PEGIDA Schweiz – Es gibt kein ruhiges Hinterland!

(Berlin) Khaled Bahray R.I.P. (Aktion) / Gegen den Europäischen Bullenkongress

Khaled Bahray – das war Mord! Widerstand an jedem Ort! Vor über einer Woche wurde Khaled Idris Bahray, ein 20 Jahre junger Refugee aus Eritrea in Dresden brutal ermordet! Seitdem ist viel, aber andererseits auch wenig passiert. Im ganzen Land kam es zu spontanen Demonstrationen, Aktionen und Mahnwachen, in Gedenken an Khaled. Auf der anderen Seite (der Staatlichen) allerdings, gibt es kaum neue Erkenntnisse, über den brutalen Mord.

Die Polizei versagt auf ganzer Linie! Erst nach 30 Stunden war die Spurensicherung vor Ort. Noch nicht einmal von einem Tötungsdelikt sprach die Polizei. Erst als Medien mit Berichten enormen Druck auf die Behörden ausübten, korrigierten die Beamten Ihren Bericht. Auch von einem „fremdenfeindlichen Motiv“ möchte man dort wohl bislang noch nicht wirklich ausgehen. Die Reaktionen auf den Tod eines „Asylanten“, werden in den rechtsstehenden Kreisen natürlich gefeiert und es wird mächtig gehetzt – keine Überraschung! Was übrig bleibt ist Hass und Wut auf die unfähige Polizei, die Regierung und den Rassisten hinter Pegida, welche solche Taten erst möglich machen. Nieder mit euch allen!

Aus Solidarität mit den Opfern rechter und staatlicher Gewalt haben wir (Einige Bezugsgruppen) uns am späten Abend in Berlin versammelt, um unsere Wut für einen längeren Moment auf die Straße zu tragen und ein Zeichen zu setzen.

Auch rufen wir mit dieser Aktion dazu auf, sich am 21.02.2015 mit uns auf der Straße zu versammeln, um gegen den Europäischen Polizeikongress 2015 zu demonstrieren.

Am 24. und 25. Februar wird der Bullenkongress wieder im (bcc) am Alex stattfinden. Bullen aus über 50 Nationen wollen dort wieder Ihre neuesten Technologien und Ideen vorstellen, oder sich einfach untereinander austauschen.
Gegen dieses Treiben wird es auch dieses Jahr wieder Protest geben!

Wir haben uns überlegt, am Samstag, den 21. Februar eine Demonstration am U-Bhf. Adenauerplatz (U7) durchzuführen. Wir haben bewusst diesen Ort gewählt, da wir der Meinung sind, dass der Protest viel mehr in die Bezirke getragen werden muss, wo die teuren Geschäfte, Hotels und Immobilien stehen. Gerade dort werden die Menschen verdrängt und Wohnraum ist für den einfachen Menschen nicht mehr zu haben. Am Adenauerplatz / Ku‘damm stehen sie, dicht an dicht gebaut – teure Juweliergeschäfte, Luxus-Hotels und Designer-Klamotten-Läden. Das Spiegelbild der kapitalistischen Gesellschaft, welche es zu bekämpfen gilt!

Die tausendste Demo wird es nächste Woche sowieso wieder in Friedrichshain-Kreuzberg oder den angrenzenden Orten geben, daher haben wir uns gegen Kotti, Lausi oder Boxi entschieden. Wenn die Bullen schon Leute durch die Straßen jagen, dann bitte dort, wo es der Tourist und Kapitalist sieht. In der Nacht darf und wird der Protest, ja sowieso wieder in den geliebten Kiez getragen.

Man sieht sich hoffentlich am 21.02.15 um 18 Uhr auf dem Adenauerplatz am Ku‘damm.

Bis dahin und darüber hinaus, werden wir weiterkämpfen, gegen die rassistischen Aufmärsche im Land! Gegen Pegida, Bärgida, Hogesa oder wie die Idioten sich sonst so nennen. Gegen Deutschland!

Bleibt oder werdet aktiv – kommt auf die Straße und setzt euch für die Geflüchteten ein! Kein Mensch ist illegal! Bleiberecht überall!

Fahrt am 18. März nach Frankfurt am Main und schließt euch den Protesten von Blockupy an. Bereitet euch auf den G7 Gipfel und auf den 1. Mai vor. Naziaufmärsche blockieren ist wichtig, aber wir dürfen unsere eigenen Interessen und Ziele nicht aus den Augen verlieren!

Überwindet die internen Streitigkeiten und wachst zusammen. Ein erfolgreicher Kampf kann nur geführt werden, wenn man trotz verschiedener Ansichten zusammenarbeitet. Geht auf andere Gruppen und Bündnisse zu, und vernetzt euch untereinander.

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In Gedenken an Khaled Idris Bahray!
Berlin, 21.01.2015

Quelle: linksunten.org, (B) Khaled Bahray R.I.P. (Aktion) / Gegen den Europäischen Bullenkongress

[Hamburg] Homophobe Demo am 24.01 verhindern!

Am 24. Januar möchte der für seine homophobe und sexistische Hetze bekannte Verein „Besorgte Eltern“ in Hamburg demonstrieren. Da haben wir jedoch keinen Bock drauf! Der geplante homophobe Aufmarsch wird nicht störungsfrei über die Bühne gehen. Wir werden am 24. Januar klarmachen, dass wir Homophobie und Sexismus nicht unbeantwortet lassen.

DIY OR DIE
Damit der 24. Januar für die „Besorgten Eltern“ zum Reinfall wird, müssen wir alle aktiv werden. Überlegt euch kreative Aktionen, Störmanöver und Mittel und Wege, um den Protest gegen Homophobie und Sexismus wirksam werden zu lassen. Als erster Anlaufpunkt für motivierte Gegendemonstrant_innen eignet sich die um 11 Uhr beginnende Kundgebung des linksliberalen Bündnisses „Vielfalt statt Einfalt“ am Hansaplatz (St. Georg). Von dort sind es lediglich 400 Meter bis zum Ort der Kundgebung der „Besorgten Eltern“, die planmäßig um 12 Uhr beginnen soll.

Ideen:
-Verkleidet euch als biedere Spießbürger_innen und stört & sprengt die Veranstaltung von innen heraus mit Konfetti und Parolen
-Organisiert mit eurer Bezugsgruppe Sitzblockaden
-Strömt in Massen auf den Kundgebungsplatz, um den „Besorgten Eltern“ frühzeitig die Bewegungsfreiheit zu nehmen

Jetzt seid ihr gefragt! Für einen offenen Umgang mit Sexualität und Geschlecht – Smash homophobia, fight sexism!

Quelle: linksunten.org, [HH] Homophobe Demo am 24.01 verhindern!

[Hamburg] Angriff auf die Wache Lerchenstraße

Aus Anlass der Ermordung des Asylbewerbers Khaled Idris und dem Vorgehen der Polizei gegen die Demonstration am 15.01., fand am gleichen Tag in Hamburg um 23:30 Uhr eine Solidaritätsaktion statt.

Dabei kam es zu einer Attacke die sich explizit gegen die stadtbekannte Wache Lerchenstraße richtete, da diese immer wieder durch intensive Repressionen auffiel.

Solidarische Grüße von Hamburg nach Leipzig!

Video: https://mediacru.sh/vrNnNXeHipwX

Quelle: linksunten.org, [HH] Angriff auf die Wache Lerchenstraße

Ich bin nicht Charlie und du kannst mich mal

Die Pariser erwachten heute morgen, und durch sie die ganze Welt, mit einem makaberen Pulvergeruch in der Nase. Einige religiöse Fanatiker, es sind nicht die ersten, es werden nicht die letzten sein, eröffneten während der wöchentlichen Sitzung der Satirezeitschrift Charlie Hebdo das Feuer. Ein Dutzend Toter und einige Verletzte, wovon die Mehrheit allseits bekannte und an die Massenmedien gewöhnte Journalisten und Karikaturisten sind, sowie zwei Bullen, die im Gegensatz zu den anderen ihren Lohn dafür erhielten, beschossen zu werden.

Ausser vielleicht unter einigen alten Kriegswölfen war die erste Reaktion auf dieses Ereignis Empathie gegenüber dem Schrecken dieses Angriffs. Tatsächlich kann dieses Attentat, welches das tödlichste seit jenem faschistischen gegen den Zug Strassburg-Paris am 18. Juni 1961 während des Algerienkrieges war, nur Entsetzen auslösen in Anbetracht der Bestimmtheit und der Flucht nach vorne der Angreifer. Entsetzen auch in Anbetracht der religiösen Niedertracht, welche mehr als je zuvor einen grossen Teil der Menschheit davon abhält, sich wirklich über die Welt um sie herum Gedanken zu machen. Dazu kommt für uns Anarchisten und Revolutionäre das Entsetzen über die immerwährende nationale Einheit. Jene nationale Einheit, die man uns immer dann wieder serviert, wenn die Staaten proletarisches Kanonenfutter brauchen. Denn es sind immer die gleichen, von welchen man verlangt, sich auf den Wegen zum Ruhm zu opfern für Interessen, welche nicht ihre eigenen sind, wie die Nation, der „Friede“ oder die Republik, während die Entscheidungsträger sich unter den Goldverzierungen ihrer Paläste am Rücken kratzen.

Das gleiche Spiel spielte man schon 1914 mit uns, indem man uns zur Einheit gegen die „boches“ [abwertende Bezeichnung für Deutsche] ermahnte, oder vor einigen Jahren während der „Affäre Merah“, und es ist auch heute wieder das gleiche. Chefs und Arbeiter, Gefangene und Aufseher, Bullen und „Straftäter“, Reiche und Arme, alle Hand in Hand vereint für die nationale Trauer. Heute gibt es keine Klassen mehr, keine Schranken zwischen den Leuten, und auch keine Barrikaden, obwohl Hunderttausende auf den Strassen von ganz Frankreich (und sogar woanders) marschieren. Doch wem nützt das eigentlich? Sicher nicht den Unerwünschten, welche die Strassen von Paris und der Welt bewohnen. Plötzlich vergiessen der Staatsterrorismus, der republikanische und demokratische Terrorismus, die Terroristen des Geldes ihre Krokodilstränen und tun so, als ob sie die Guten wären, da die Jihadisten ihnen die Gelegenheit auf einem Silbertablett servieren, welches die Proportionen des Universums annimmt, bis zu einem Punkt, wo heute nur noch der Marschall zuoberst im Organigramm fehlt. Doch heute geht es nicht mehr darum, Elsass-Lothringen zurückzugewinnen, es geht darum, „die Werte der Laizität und der Meinungsäusserungsfreiheit zu verteidigen“. Alles in allem nur Scheisse für uns, wir, die wir alle Religionen zerstören wollen und die Meinungsäusserungsfreiheit all jenen verweigern, welche eine Krawatte, einen Priesterrock oder jegliche andere Uniform oder Adelstitel tragen.

Jeder drückt auf seine Tränendrüse, jede Partei, jede Organisation, von allen vorstellbaren und möglichen Strömungen, Libertäre eingeschlossen, spuckt uns den vorgekauten Diskurs der „Barbaren“ aus, welche das „Zusammenleben“ angreifen.

Doch was ist eigentlich ein Barbar?

Verweilen wir einen Moment beim Begriff. Vom griechischen bárbaros („Fremder“) kommend, wurde das Wort von den alten Griechen für jene Bevölkerungen benutzt, welche nicht Teil ihrer durch die griechische Sprache und Religion definierten Zivilisation waren. Der Barbar ist also der Andere, jener, welcher nicht die gleiche Suppe teilt, oder eben jener, der nicht am gleichen Tisch isst. Montaigne sagte: „Wir nennen Barbarei, was nicht mit den heimischen Verhältnissen übereinstimmt.“ Wie wir es schon woanders gesagt hatten, kennen wir keine Barbaren, wir kennen nur Individuen, welche innerhalb dieser morbiden Zivilisation überleben. Wir kennen kein ausserhalb, wir kennen Ausgeschlossene, ja, doch sie könnten nicht mehr innerhalb sein, als sie es schon sind.

Die heutigen „Barbaren“ sind weit davon entfernt, ausserhalb der Zivilisation zu stehen, obwohl es für die Verfechter dieser These beruhigend sein mag, dies zu glauben. Genau wie die berühmte „Gang der Barbaren“ damals sind sie reine Produkte der Zivilisation. Sie kennen deren Codes, benutzen deren Werkzeuge und sind nicht so weit von jenen entfernt, welche sie heuchlerisch anprangern. Denn es macht grundsätzlich nur einen geringen Unterschied, ob die Mörder grüne oder schwarze Uniformen tragen, ob sie „es lebe die Demokratie“ oder „Allahu akbar“ schreien, ob sie eine dreifarbige oder jihadistische Fahne tragen, ob sie von der öffentlichen Meinung gebilligt werden oder nicht, ob ihre Massaker legal oder illegal sind, ob sie uns massakrieren, um uns die Aufklärung oder die Dunkelheit zu bringen. Indem sie ihre makaberen Übergriffe begehen, begeben sie sich alle auf das gleiche Niveau, von jenem Moment an, wo sie dem Individuum verweigern, sich zu verwirklichen, wie es will.

Der Terrorismus ist keine barbarische Praxis, sondern eine höchst zivilisierte, ist die Demokratie nicht ein Kind des Terrors? Deshalb muss der Terror genauso bekämpft werden wie die Zivilisation, welche ihn hervorbringt und braucht, von den „septembriseurs“ 1792 bis zu den zerstörerischen Gefängnisstrafen oder Daesh heute. Wer sind sie, diese Schweine mit Krawatte, welche ihre Armeen zum Angriff auf die Bevölkerungen von Zentralafrika, Afghanistan oder woanders losschicken, und die uns heute Lektionen des Pazifismus erteilen, wenn in Paris zwölf Personen ermordet werden? Es sind genau die gleichen, wie jene, welche im Moment im Fernsehen erscheinen, um einige billige Tränen zu vergiessen, um einige elende Punkte in ihren genauso elenden Meinungsumfragen zu gewinnen oder nicht zu verlieren.

Wir sind heute genauso wenig Charlie wie gestern und der Tod verwandelt unsere Gegner oder Feinde von gestern nicht in Freunde von heute, wir überlassen dieses Verhältnis zur Welt den Hyänen und den Geiern. Es ist nicht eine unserer Gewohnheiten, vor den Gräbern der (sogar vage alternativen oder libertären) Journalisten und der Bullen zu weinen, denn wir haben die Medien und die Polizei schon lange als wesentliche Waffen dieses Zivilisationsterrorismus erkannt, basierend auf der Konsensfabrik einerseits, der Repression und Einsperrung andererseits. Deshalb weigern wir uns, Wölfe mit anderen Wölfen zu beweinen, oder sogar mit Schafen.

Jene Räuber, welche uns heute ermahnen, herzhaft mit ihnen zu weinen, zu deklarieren „Ich bin Charlie“, diese gleichen Räuber in Anzügen sind verantwortlich für das Aufkommen von schrecklichen Gruppen und Bewegungen wie Al-Qaida oder Daesh, ehemalige Verbündete der westlichen Demokratien gegen die vorhergehenden Gefahren, bevor sie einen zentralen Platz auf dem Podium der geostrategischen Gefahren von heute einnahmen. Diese gleichen Drecksäcke, welche jeden Tag in ihren Gerichten, ihren Kommissariaten, ihren Gefängnissen jene ermorden, einsperren, verstümmeln und in Beschlag nehmen, welche nicht den klar aufgezeichneten Weg verfolgen, welchen man uns durch Knüppelschläge und Bildung auferlegt. Diese gleichen zivilisierten Wesen, welche jeden Tag jene an ihren Grenzen krepieren lassen, welche versuchen, dem durch sie oder ihren Feinden des Tages, Salafisten und Konsorten, ausgelösten Elend und den Kriegen zu entfliehen.

Wir haben überhaupt keine Lust, dass genau diese Drecksäcke uns weiterhin zivilisieren und beseitigen, und noch weniger, mit ihnen Schulter an Schulter zu stehen. Denn wir wollen gegen sie Schulter an Schulter stehen, gegen sie und gegen all jene, welche uns unter diversen religiösen, politischen, kommunitaristischen, interklassistischen, zivilisierenden und nationalistischen Vorwänden nur als zu platzierende Bauern betrachten, zur Aufopferung auf einem ekelhaften und absurden Schachbrett. Es ist angebracht, heute wie morgen, sich an diese Worte von Rudolf Rocker zu erinnern, als er sagte, dass „nationale Staaten politische Kirchengebilde [sind]. Das sogenannte Nationalbewußtsein, das dem Menschen nicht angeboren, sondern anerzogen wird, ist eine religiöse Vorstellung; man ist Deutscher, Franzose oder Italiener, wie man Katholik, Protestant oder Jude ist.“

Es geht jedoch nicht darum, die Gefahr zu minimieren, welche diese Verrückten von Allah, diese Liebhaber der Selbst-Unterwerfung und des moralischen Masochismus repräsentieren. Und obwohl wir heutzutage von ihrer Fähigkeit komplett überfordert sind, überall zu rekrutieren, um sich hier und da in die Luft zu jagen, werden wir uns diesbezüglich Fragen stellen müssen, um aus dem Unverständnis herauszukommen. Dabei sollten wir uns allerdings nicht den Sirenen jener ergeben, welche uns nur noch ein bisschen mehr spalten möchten, indem sie aufgrund eines verschwindend kleinen Teils der Muslime die Stigmatisierung auf eine ganze Bevölkerung ausdehnen möchten, um den angeblichen „Kampf der Kulturen“ zu erreichen, von dem sie so sehr träumen, was eigentlich Bürgerkrieg bedeutet, dessen Konsequenzen für uns alle sie sich wohl nicht bewusst sind.

Und was soll man von diesem Angehörigen des Reinigungspersonals sagen, der von Kugeln zerfetzt, kaltblütig exekutiert wurde, ohne dass er irgendwas verlangt hätte? Wer kümmert sich darum? Er hatte wahrscheinlich kein Twitterkonto, kein Eintrittsticket zum modernen Spektakel, keinen Namen, kein Gesicht, keinen Freund, der im Fernsehen weinen gehen kann. Er war nicht Charlie. Er war nur ein Kollateralschaden einiger Gottesverrückter mit einem erleuchteten Abzug, genau wie so viele im Moment, genau wie die Millionen von Kollateralopfern der Staaten auf der ganzen Welt. Unsere Gedanken sind heute Abend bei ihm.

Etwas ist sicher, es gibt nichts zu wählen zwischen der Pest und der Cholera, zwischen irgendeinem Gott mit seinen schlachtenden, kreuzigenden oder massakrierenden Propheten oder irgendeinem Scheissstaat mit seinen mordenden Bullen und Soldaten. Wir verweigern immer noch die Aufforderung, zwischen verschiedenen Formen der Sklaverei und der Unterwerfung zu wählen. Unsere Wahl kann nur von uns selbst kommen, es ist jene der Freiheit.

In dieser hoffnungslosen Epoche, gegenüber der vermeintlichen „nationalen Einheit“, dem Bürgerkrieg, dem Jihad der Fanatiker und den „sauberen Kriegen“ der Staaten, müssen wir den sozialen Krieg wieder in den Vordergrund stellen, und zwar bis es brennt.

Einige AnarchistInnen,
am 7. Januar 2015.

Übersetzt aus dem Französischen von Kommunisierung.net

Quelle: non-fides.fr, Je ne suis pas Charlie et je t’emmerde

Lampedusa in Hamburg durchsetzen!

Der SPD Hamburg den Wahlkampf versauen!

Wir wollen versuchen, den Kampf um das Bleiberecht der Lampedusa-Fluechtlinge in den Hamburger Wahlkampf zu tragen. Dazu wollen wir verschiedene Wahlkampfveranstaltungen der SPD stoeren. Damit ist unsere Hoffnung verbunden, eine neue Dynamik entstehen zu lassen und wieder Druck auf den Senat aufzubauen.

Anfangen wollen wir am Montag den 12.1.2015 in der Hartungstrasse 9 vor den Hamburger Kammerspielen.

Wir treffen uns um 19 Uhr, die SPD-Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

Also, packt eure Lieben ein, bringt Material, Transparente, Fahnen, Schilder und sonstige Dinge, die Spass und Krach machen mit, und lasst uns Olaf Scholz seine Schau vermiesen.

Refugees Welcome!

Dem rassistischen Senat den Kampf ansagen!

Quelle: linksunten.org, Lampedusa in Hamburg durchsetzen!