Archiv für August 2014

Hamburg: Refugees Welcome Schanzenfest

Am Sonntag, den 28. September findet das diesjährige Straßenfest im Schanzenviertel statt. Wir wollen damit das Politikum Schanzenfest in die Waagschale werfen, für die Kämpfe von Lampedusa Geflüchteten und allen Refugees und Gruppen, die gegen rassistische Abschiebepolitik aktiv sind. Wir erklären Hamburg mit dem Schanzenfest zur offenen Stadt.

Hamburg zur offenen Stadt machen!
Bleiberecht und Bewegungsfreiheit für alle!

Wir halten dagegen, wenn der Senat und andere im Sinne von kapitalistischen Standortinteressen Ausgrenzung legitimieren. Wir gehen auf die Straße und erklären unseren Widerstand gegen das verlogene Gerede von einer Weltoffenheit, die Bewegungsfreiheit primär für Waren und Lager für Menschen bedeutet. Dieser symbolische Schritt beschreibt einen solidarischen Alltag, der jenseits des staatlichen Gewaltmonopols, der rassistischen Kontrollen und Gefahrengebiete (auch) Realität geworden ist. Sabotieren wir die Festung Hamburg und laden alle Welt ein, die Plätze, Häuser und Paläste zu besetzen. Wir sind Schlepper_innen und Verräter_innen in eigener Sache und öffnen Hintertüren und Geheimgänge.

Während über den Hamburger Hafen täglich Waren im Wert von 3,5 Millionen Euro angespült werden, sind in den letzten 14 Jahren mehr als 23.000 Menschen an den Grenzen Europas umgekommen, die meisten von ihnen ertrunken. Die Abschottung der europäischen Außengrenzen wird durch die EU-Grenzschutzagentur Frontex organisiert. Kriegsschiffe gegen Flüchtlingsboote sowie Abschiebungen stellen die Antwort des europäischen Grenzregimes dar, das Migration als Bedrohung ansieht. Refugees und Menschen, die die postkoloniale Ausbeutung zur Piraterie zwingt, erscheinen als technisches Problem, das es militärisch zu lösen gilt. Deutschland tut sich hier nicht nur in Sachen Ausbildung der Grenzpolizeien der europäischen Mitgliedstaaten hervor, sondern auch was die Bereitstellung von Personal und Einsatztechnik für die Frontex-koordinierten Einsätze angeht.

Eine europäische Interventionspolitik mit zunehmenden Kriegseinsätzen in Ländern wie Afghanistan oder Libyen haben für mehr verfolgte und verarmte Flüchtlinge gesorgt. Die kapitalistische Krise und ein zunehmender sich ausbreitender Rassismus in Europa haben die Lebenssituation für viele Menschen, vor allem auch für Sinti und Roma, dramatisch verschlechtert.

Wir sind auf den Straßen für das Ende einer kapitalistischen Ordnung, die Armut und Elend in weiten Teilen der Welt bedeutet. Die Grenzen und Kriegsflotten braucht, um Warenströme und Privilegien zu verteidigen, und das Meer zu einem Massengrab macht. Internationale Abkommen sind nach mehr als 500 Jahren Kolonialismus immer noch nicht mehr als das Recht des Stärkeren. Ein postkoloniales, globalisiertes Regime, das die Regeln selbst festlegt und sich selbst den Anschein moralischer Integrität verleiht.

Die Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ hat mit organisiertem Widerstand Zeichen gesetzt, viele Menschen weit über Hamburg hinaus haben sich solidarisiert. Der Senat setzt dennoch auf eine harte Haltung; dieser setzen wir unseren Widerstand entgegen. Lagerunterbringung, Abschiebeknäste, und die regelmäßigen Abschiebungen von Roma, Flüchtlingen aus Afghanistan und anderen Ländern sind Ausdruck eines rassistischen Alltags, den wir nicht zulassen wollen.

Rassismus ist eine mächtige, ausgrenzende Dominanzkultur, vor der wir die Augen weder in Gesetzen, Parlamenten und Parteien, bei polizeilichen Kontrollen und in Gefahrengebieten noch im Stadtteil oder bei uns selbst verschließen.

Wir setzen ein unangemeldetes Fest gegen den alltäglichen Rassismus, dem Menschen ohne deutschen Pass oder legalen Aufenthaltsstatus, mit nicht-weißer Hautfarbe oder Migrationshintergrund ausgesetzt sind. Wir stellen Gewohnheiten in Frage und gehen auf die Straße, um der repressiven Normalität unsere Vorstellung von Zusammenleben entgegenzusetzen. Es ist möglich, in der Stadt Selbstbestimmung zu leben. Nicht, indem wir beten oder fordern, sondern indem wir andere Zustände herstellen.

Vernetzung und Kommunikation, Protest und Widerstand entstehen nicht aus einem sozialen Vakuum. Illegalisierte sind Teil des gesellschaftlichen Lebens, sind Nachbar_innen und Genoss_innen in sozialen Kämpfen um das Recht auf Stadt und im Protest gegen kapitalistische Verhältnisse. Wir wollen mit dem „Refugees Welcome Schanzenfest“ ein deutliches Signal gegen die unmenschliche Abschiebepolitik des SPD-Senates und das europäische Grenzregime setzen.

Das Fest soll unterschiedlichen politischen Spektren ein Forum bieten, um dem Hamburger Senat mit der gemeinsamen Forderung nach Bleiberecht und gesellschaftlicher Teilhabe zu begegnen: dies schließt Bewegungsfreiheit und die selbstbestimmte Möglichkeit zu arbeiten ebenso ein wie das gleiche Recht auf Stadt für alle Bewohner_innen und alle, die sich hier bewegen.

Es ist ein politisches Fest, das in diesem Jahr am Sonntag, dem 28.9. stattfindet und über die Bartelsstraße, Schanzenstraße, Ludwigstraße und Sternstraße bis zum Centro Sociale führen wird. Mit dem Fest und den Ständen wird Geld gesammelt für die Arbeit von Refugees und antirassistischen Gruppen. Es wird Musikbühnen, einen unkommerziellen Anwohner_innenflohmarkt und Infostände geben, aber auch Bereiche, in denen inhaltliche Veranstaltungen im Vordergrund stehen.

Wir wollen dabei gemeinsam und entschlossen auf Übergriffe und Provokationen reagieren, aber auch besonnen auf die Sicherheit von Teilnehmenden ohne Pass oder traumatisierten Menschen achten. Stärke entsteht nicht durch Heldentum und Männlichkeitsrituale, sondern durch die Herstellung einer gemeinsam getragenen Basis zur Aktion. Mit dem Schanzenfest wollen wir einen Teil dazu beitragen, diese weiter aufzubauen. Dies ist unser Ziel an diesem Tag und wir fordern alle auf, dazu beizutragen.

Wir bleiben auf der Straße für uneingeschränktes Bleiberecht und Bewegungsfreiheit für alle. Beteiligt euch am „Refugees Welcome Schanzenfest“ mit eigenen Ideen, politischen Ständen, Veranstaltungen und Diskussionen auf der Straße, mit Aktionen und Überraschungen.

Lampedusa is here to stay!
Lager abschaffen! Bewegungsfreiheit für alle Refugees!
Das europäische Grenzregime stürzen!

Quelle: linksunten.org, Hamburg: Refugees Welcome Schanzenfest
Weitere Infos: rwsf.blogsport.de

[HH] Polizeibekannter Hamburger Neonazi erwirbt neues Zentrum der NPD in Thüringen

Polizeibekannter Hamburger Neonazi erwirbt neues Zentrum der NPD in Thüringen

PM: Hamburger Bündnis gegen Rechts

Jan Zimmermann (36) war Jahre lang für die Hamburger NPD tätig, so fiel er im Januar 2011 durch die Beteiligung an einer brutalen Wahlkampfaktion auf, nun hat er im Thüringischen Eisenach ein zweistöckiges Haus mit Ladengeschäft erworben, welches wahrscheinlich die neue Landeszentrale der Partei werden soll.
Die Behörden hatten diesen erneuten Immobilienerwerb der Nazis verschlafen. Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Erneut versagten die vermeintlichen Frühwarnsysteme des Freistaates Thüringen. Weder das Innenministerium noch der Verfassungsschutz waren in der Lage, die Anzeichen für einen beabsichtigten Hauskauf durch Neonazis zu erkennen bzw. entsprechend zu agieren und die Stadt Eisenach zu warnen.“
Zimmermann kandidierte schon 2004 für die Hamburger NPD zur Bürgerschaft, nahm regelmäßig an Aufmärschen und Aktionen der Partei teil, betätigte sich als Ordner und kandidierte weiterhin zu Bürgerschafts- und Landtagswahlen. Auch besetzte er in der Vergangenheit verschiedene Ämter in der Partei, so als Beisitzer im Landesvorstand, als Kreisvorsitzender in Hamburg-Eimsbüttel und 2007/08 als Landesorganisationsleiter der NPD. Ebenso war er 2010 Vorsitzender des NPD-Tarnvereins “Pro Hamburg”. Auch mit der Polizei kam der ehemalige Fachhochschulstudent schon früh in Konflikt. 2006 war er verantwortlich für einen Infostand der Nazipartei. Als die Polizei diesen räumte, beschimpfte er die Polizeiführung als “unzurechnungsfähig und blöd im Kopf”, was ihm ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung einbrachte. Im Bürgerschaftswahlkampf 2011 wurde er auffällig, als er zusammen mit dem heutigen Landesvorsitzenden Thomas Wulff und dem Aktivisten Kay-Ole Klebe Plakate für die NPD aufhängte. Ein Ladenbesitzer protestierte dagegen und wurde von Klebe mit einem Beil und den Worten “soll ich Dich umhacken?” bedroht. In einem Gerichtsprozess vor dem Amtsgericht St. Georg wurden Wulff und Klebe im Juni 2012 verurteilt, Zimmermann sagte als Zeuge aus. Staatsanwältin und Richterin nannten die Aussage des NDPlers „floskelhaft“ und „wie auswendig gelernt“.
Zuletzt zeichnete der 36-jährige 2013 für die NPD-Wahlkampfzeitung “Klartext Hamburg” verantwortlich, inzwischen soll er einen Wohnsitz in Baden-Württemberg haben. Woher die sechsstellige Summe zum Erwerb des Hauses in zentraler Lage in Eisenach stammt, ist unklar, die Partei gilt als chronisch klamm. Das strategische Vorgehen des Immobilienerwerbs zeigt jedoch, dass die NPD bundesweit gut vernetzt ist, man wohlmöglich bewusst einen ortsfremden Käufer vorschickte. Die Abgeordnete König hofft, „dass die Stadt Eisenach nun jede nur mögliche Unterstützung erfahren wird, um gegen das neue Neonazi-Objekt in Thüringen vorzugehen.

Quelle: antifainfo.de, [HH] Polizeibekannter Hamburger Neonazi erwirbt neues Zentrum der NPD in Thüringen

[HH] Squattingdays Nachrichten vom Camp (2.Tag)

Make Squatting a topic again! Die Squattingdays 2014 in Hamburg sind gestern gestartet. Das Camp ist im August-Lütgens-Park in Altona am Montag und Dienstag aufgebaut worden. Das Morgenplenum hat getagt, die ersten zwei Workshopphasen mit spannenden Beiträgen der Pizza Anarquia aus Wien, von Andrej Holm zu besetzten Häsuern im Gentrifizierungsprozess, einer Podiumsdiskussion zum Hauskauf der Rigaer 94 und vielen anderen Inhalten stieß auf großes Interesse und war gut besucht. Im Open Space entstehen spontan Workshops und im Kinderspace erklären die Kleinen den Großen was für Themen sie besetzen.

Das Programm findet ihr unter: squattingdays.noblogs.org/programm/

Die Campfläche ist gut gefüllt, die Sonne scheint, die Stimmung ist entspannt, der Kaffee rebellisch und Platz für neue Zelte ist auch noch vorhanden. Also packt eure Sachen und kommt mit euren Freund*innen vorbei!

Das Infotelefon erreicht ihr unter: 0152/4566596

Save the Date. Aktionstag am Samstag 14:00 Uhr @ Park Fiction.

Was sonst noch in Hamburg geschah und wovon wir gehört haben:

Gestern um 18.00 Uhr fand ein unangemeldeter Stadteilspaziergang mit 180 Menschen statt, danach wurde zur Vokü am alten Wasserturm geladen.
Einige Stunde später, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, wurde das Haus Breite Straße 114 besetzt und wenige Stunden später wieder geräumt. Die Besetzer*innen wurden festgenommen. Ca. 100 Unterstützer_innen waren vor Ort.

Weiter gehts. Wir haben gehört, dass heute seit 16.00 Uhr eine Platzbesetzung mt Lkw’s, Anhängern und Treckern auf einer Grünfläche in der Schützenstraße Ecke Leverkusenstraße stattfinden soll .

Her mit den Plätzen! Cops vor Ort, aber verhalten sich wohl defensiv. Leute auf der Fläche freuen sich besimmt über Unterstützung. Sind wohl gut gelaunt und trinken alkoholfreie Cocktails.

Auf dem Campplenum erreichte uns heute Morgen die Nachricht aus Berlin, dass mittlerweile alle Unterkünfte der ehemaligen O-Platz Besetzer*innen geräumt wurden, dennoch harren 10 Personen auf dem Dach der Gürtelstraße 39 in Friedrichshain weiterhin aus und seien zum Äußersten bereit.Unterstützung ist erwünscht und notwendig.

Ihnen gilt unsere Solidarität und wir senden den Menschen vor Ort kämpferische Grüße.

Mehr Infos: Squatting Days 2014
Quelle: linksunten.org, [HH] Squattingdays Nachrichten vom Camp (2.Tag)

Ermittlungen wegen „Mordversuch gegen Polizeibeamte“ nach Hausbesetzung in Hamburg

Während der Programmablauf der squatting days in Hamburg eigentlich noch Plenas und Info Veranstaltungen vorsieht, kam es gestern in HH zu heftiger Gegenwehr, als die Bullen ein besetztes Haus in der Breiten Strasse in Altona räumten.

Nach einer kleinen Demo am späten Abend zogen um die 150 Leute vor das Haus, das in den letzten Stunden wirkungsvoll verbarrikadiert worden war. Während die Bullen die Unterstützer auf der Strasse relativ einfach abdrängen konnten, brauchten sie mehrere Stunden, um ins Haus zu gelangen. Dabei wurden sie u.a. mit Farbe übergossen und mit Knallern beworfen.

Weil auch grössere Gegenstände durch die Luft flogen, ermitteln nun die Bullen/Staatsanwaltschaft wegen „Mordversuch gegen Polizeibeamte“. Nach unbestätigten!!! Medienberichten sollen auch schon mehrere Haftbefehle ausgestellt und mehrere AktivistInnen ins Untersuchungsgefängnis gebracht worden sein.

Quelle&weitere Infos: linksunten.org, Ermittlungen wegen „Mordversuch gegen Polizeibeamte“ nach Hausbesetzung in Hamburg

Angriff auf die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg Wilhelmsburg

In der Nacht von Dienstag 26.08.14 auf Mittwoch 27.08.14 haben wir die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt ( BSU) in Hamburg Wilhelmsburg ( Neuenfelder Straße 19) mit Farbe verschönert. Zusätzlich wurde groß und sichtbar auf der Eingangstür „ fight Capitalism“ drauf gesprüht. Mit dieser Aktion möchten wir ein klares Zeichen gegen die Kapitalistische Stadtentwicklung setzen.

Das sich inzwischen das Gebäude der BSU in Wilhelmsburg befindet ist nicht verwunderlich. Da Wilhelmsburg als neues Trend Viertel etabliert werden soll. Um das ganze zu verstärken kam auch noch die IBA und IGS nach Wilhemsburg. Dadurch auch viele Menschen von auserhalb die das Kapitalistische Image von Hamburg begutachten konnten. Alle Menschen die nicht ins Weltbild der Kapitalistischen Stadtentwickler_innen passen wurde mit teuren Mieten verdrängt. Das was schon seit Jahren in Altona gerade im Schanzenviertel statt findet, ist leider auch in Wilhemsburg im gang.

Lasst uns zusammen Aktionen machen und damit zeigen das wir die Kapitalitische Stadtentwicklung nicht widerstandslos hinnehmen werden.
Die gestrige Hausbesetzung in der Breiten Straße in Altona hat gezeigt das es auch mit militanten mitteln möglich ist Häuser zu verteidigen.
Wir wünschen allen gefangenen und verletzten Aktivisten_innen alles gute.

Wir rufen alle dazu auf zu den seit Mittwoch statt findenen Squatting Days ( Camp im August-Lütgens-Park in Altona) in Hamburg zu kommen.
Und ganz besonders zu den am Samstag 30.08.14 statt findenen Aktionstag (Start 14 Uhr Park Fiction).

Gez. Autonome Gentrifizierungs Gegner_innen

Quelle: linksunten.org, Angriff auf die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg Wilhelmsburg

Squatting Days 2014

Kommt zu den Squatting Days 2014 in Hamburg! Vom 27. bis 31. August werden wir gemeinsam Hausbesetzungen zum Thema machen. Lasst uns Erfahrungen austauschen, diskutieren, um die Häuser ziehen und Aktionen starten.

Wie erhöhen wir unsere Chancen auf erfolgreiche Besetzungen? Was sind die Schwierigkeiten, die uns hindern uns die Häuser zu nehmen? Und wie kommen wir zu einer Praxis ,die unsere Vorstellungen Realität werden lässt? Hiermit rufen wir dazu auf, schon jetzt mit inhaltlichen Debatten zu beginnen. Wir sind gespannt auf Texte, Berichte, auf Fragen, Diskussionsbeiträge von euch, euren Gruppen und Projekten. Nutzt die Zeit der Squatting Days in Hamburg, um eigene Inputs vorzustellen, Workshops zu machen, Wissen zu verbreiten.
Bei all unseren Unterschieden und Widersprüchen was unsere Kämpfe angeht, unsere Art zu leben, zu diskutieren und zu streiten, wird der Kongress eine Chance sein, all diese gemeinsam zu nutzen. Es gibt genug zu lernen, zu diskutieren, zu hinterfragen. Und viel zu erleben.

Die Gründe für Besetzungen sind zahlreich und unterschiedlich: Um unbezahlbaren und steigenden Mieten etwas entgegenzusetzen, einen drohenden Abriss zu verhindern, aus der Notwendigkeit für neue, selbstverwaltete und unkommerzielle Räume, zum Wohnen, für Atelierräume, Werkstätten, Kulturzentren und vieles, vieles mehr.

Die Häuser um uns herum stehen leer

Viele Menschen schlafen auf Straßen , in Parks, unter Brücken, in Wohnzimmern bei Freund_innen, in Turnhallen, in Flüchtlings- und Notunterkünften und in viel zu teuren WG-Zimmern. Mieten steigen, ganze Viertel werden unstrukturiert, alternative Orte sind bedroht, und teils trotz Widerstands leider verloren.

Gründe, in leere Häuser einzuziehen oder nicht aus unseren Wohnungen auszuziehen haben wir genug. Leerstand wieder mit Leben zu füllen, sich Räume anzueignen und zu nutzen bietet außerdem die Möglichkeit,das eigene Leben selbstbestimmt(er) zu organisieren und zu leben. Besetzte Häuser können Orte für Utopien sein, können Raum bieten für selbstgestaltetes Wohnen und für die Arbeit von Initiativen und Gruppen, für gemeinsames Ausprobieren und Finden bisher unbekannter Probleme und Lösungswege… Aktivist_innen verstehen Besetzungen nicht selten als Angriffe auf die herrschenden Verhältnisse, als Symbol gegen kapitalistische Wohnungspolitik und verbinden den Kampf um Häuser mit dem Kampf um ein besseres Leben.

Wie erhöhen wir unsere Chancen auf erfolgreiche Besetzungen? Was sind die Schwierigkeiten, die uns hindern uns die Häuser zu nehmen? Und wie kommen wir zu einer Praxis ,die unsere Vorstellungen Realität werden lässt?
Wenn wir gemeinsame Interessen finden und aus Erfahrungen lernen, können wir viele Fehler vermeiden, uns gegenseitig unterstützen und inspirieren. Zusammen können wir uns unseren Ängsten stellen, uns gemeinsam wehren gegen Kriminalisierung und Repression.

In Bewegung kommen

Bei all unseren Unterschieden und Widersprüchen was unsere Kämpfe angeht, unsere Art zu leben, zu diskutieren und zu streiten, wird der Kongress eine Chance sein, all diese gemeinsam zu nutzen. Es gibt genug zu lernen, zu diskutieren, zu hinterfragen. Und viel zu erleben.

Beim Stöbern in Kongressberichten vergangener Jahrzehnte, beim Bücher lesen und Filme gucken, in Gesprächen mit Aktivist_innen aus unterschiedlichen Kontexten, zeigt sich die Breite der Hausbesetzungsbewegung. Wir freuen uns darauf, uns mit allen Interessieren theoretisch wie praktisch mit dem Themenkomplex auseinanderzusetzen. Grenzüberschreitendes Verhalten in Formen wie Rassismus, Sexismus, Homophobie und Antisemitismus steht in unserem Verständnis einer konstruktiven Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen klar entgegen und soll hier keinen Raum finden. Wir wünschen uns, in einem solidarischen Miteinander verschiedene Strategien und Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Lasst uns städteübergreifend vernetzen und gemeinsam in Bewegung kommen. Am Samstag, den 30. August 2014 findet ein Aktionstag statt, in Hamburg und überall da, wo ihr was startet.

Legt los!

Hiermit rufen wir dazu auf, schon jetzt mit inhaltlichen Debatten zu beginnen. Wir sind gespannt auf Texte, Berichte, auf Fragen, Diskussionsbeiträge von euch, euren Gruppen und Projekten. Schreibt sie auf, macht Videos oder Radiobeiträge, schickt sie an uns über squattingdays@riseup.net und / oder veröffentlicht sie auf indymedia und über andere Kanäle. Nutzt die Zeit der Squatting Days in Hamburg, um eigene Inputs vorzustellen, Workshops zu machen, Wissen zu verbreiten.

Egal ob ihr in Squats wohnt oder wohntet, ob ihr Erfahrungen mit Besetzungen gemacht habt, ob ihr gerne in Leerständen oder auf Freiflächen feiert oder von Räumung bedroht seid, ob ihr euch gegen Zwangsräumungen einsetzt, ob ihr gerade auf Wohnungssuche seid oder ob ihr erst beginnt, euch für Leerstände und ihre Nutzungsmöglichkeiten zu interessieren.

Kommt nach Hamburg!

27. – 31.8.2014

Quelle: squattingdays.noblogs.org, Squatting Days 2014

Berlin: Bullen greifen Refugees an!

Heute | 21 Uhr | Demo | Oranienplatz

Die Polizei geht grade mit massiver Gewalt gegen Flüchtlingsproteste am Oranienplatz vor. Es gibt viele Verletzte und mindestens 8 Verhaftete. Die Bullen drehen völlig frei, mehrere unbeteiligte wurden zum Teil erheblich verletzt.

Auch die Pressearbeit wird von den Beamten massiv behindert. Immer wieder kommt es zu rassistischen Beschimpfungen von Beamten gegenüber Flüchtlingen. Hintergrund ist das eine Gruppe von Flüchtlingen, die sich im April mit den Senat „geeignigt“ hatte und das Refugee-Protest-Camp am Oranienplatz „eigenhändig abbaute“, morgen aus den ihr versprochenen Unterkünften rausgeworfen werden und ihnen nun die Abschiebung droht. Weil ihre „Einigung“ mit dem Berliner Senat und der Integrationsministerin Kolat das Papier nicht wert war auf dem es geschrieben stand sind die Flüchtlinge nun recht sauer und fühlen sich von der Berliner Politik zurecht „verarscht“. Deshalb haben sie heute den Oranienplatz wieder besetzt und begonnen ein Zelt zu errichten. Die Polizei rückte mit einem Grossaufgebot an und griff die Gruppe von Flüchtlingen mit brutaler Gewalt an. Aus Protest gegen die Hinahltetaktik des Berliner Senats und die Gewaltorgien ihrer Bullenschläger rufen wir heute um 21 Uhr zu einer Protestdemonstration am Oranienplatz auf.

Heute | 21 Uhr | Oranienplatz | Demo

Kommt alle! Kein Mensch ist illegal!

Quelle: linksunten.org, Berlin: Bullen greifen Refugees an!

Bullen greifen mit Reiterstaffel an

Bei dem Versuch von AntifaschistInnen eine Kundgebung von Schwedischen Neonazis anzugehen, reagierte die Schwedische Polizei in Malmö äußerst brutal und griff die Menschenmenge mit einer Reiterstaffel an.Hier ein Auszug des Angriffs, bei dem mindestens 3 GenossInnen schwer verletzt wurden…

Fotos…

Solidarität ist eine Waffe und muss praktisch werden.

Quelle: linksunten.org, Bullen greifen mit Reiterstaffel an

COPENHAGEN, Denmark — At least three people were seriously injured Saturday when mounted riot police charged demonstrators in southern Sweden, authorities said.

Police spokeswoman Ewa-Gun Westford said officers on horseback chased rock-throwing demonstrators who were „causing violent riots“ in Malmo, Sweden’s third-largest city. Swedish media published photos of people on the ground as police horses raced over them down a street.

Approximately 1,000 people had gathered in Malmo to protest an election rally by a far-right group, the Party of the Swedes, ahead of the country’s Sept. 14 parliamentary vote. Those injured were protesters.

Westford said a fourth person was slightly injured after being hit by a police van.

„It goes without saying that we are not happy with what happened today,“ Westford said.

Six people were detained for violence, public disturbance or wearing masks. It was not immediately clear whether they would be charged.

Think your friends should see this? Share it with them!

Quelle:therepublic.com, At least 3 protesters seriously injured when Swedish mounted police charge demonstrators

»Es gibt keine richtige Nutzung im falschen Facebook«

aus: Phase 2. Zeitschrift gegen die Realität. Nr. 46, Herbst 2013. phase-zwei.org

Das Online-Projekt nadir ist 1993 angetreten »durch das Bereitstellen von email, webspace, mailinglisten, newsgroups auf ›eigener‹ Infrastruktur die Vernetzung durch Nutzung der ›neuen Medien‹ voranzutreiben«. Schon vor indymedia schuf nadir eine Plattform für linksradikale Informationen und Diskussionen und begann einen virtuellen Infoladen aufzubauen. Inzwischen ist nadir kein allgemeines Nachrichtenportal mehr, die BetreiberInnen stellen jedoch weiterhin eine Infrastruktur für Online-Kommunikation und kämpfen unter anderem gegen Überwachung im Internet. Die Phase 2 traf sich mit nadir virtuell zum Gespräch.

Phase 2 Ihr habt im Oktober 2012 den Text Plötzlich plappern Anna und Arthur veröffentlicht. Darin beklagt Ihr den leichtsinnigen Umgang von Linken mit dem Internet, besonders in sozialen Netzen. Was sind Eure Hauptkritikpunkte?

nadir Der Hauptkritikpunkt ist, dass Linke in sozialen Netzen (Facebook ist da nur ein Beispiel) ihre Strukturen offenlegen und zwar in einem größeren Umfang, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Sie gefährden damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere, selbst solche, die Facebook gar nicht nutzen, und das ganz ohne Not.

Des Weiteren gibt es die falsche Annahme, es gäbe einen »korrekten« Umgang mit Facebook. Viele, gerade jüngere, Antifas und andere Aktive glauben, das Risiko sei handhabbar, solange sie ihren Filter einschalten und ein Pseudonym verwenden. Das Problem ist aber, dass die Inhalte nur ein Teil der Daten sind, die analysiert werden. Mindestens ebenso wichtig sind die sogenannten Metadaten und deren Verknüpfungen. Die Analyse von Social Media als Datenhaufen auf den Servern der Anbieter ist eines der produktivsten Felder unterschiedlicher AkteurInnen, Werbeschaltende und Behörden sind nur zwei Beispiele. Die APIs, also die Application Programming Interfaces, die den Zugang zum Backend der Datenbanken von beispielsweise Facebook erlauben, lassen einfach eine ganz andere Sicht auf die Dinge zu. Hier wird Wissen regelrecht produziert, das in dieser Art bisher nicht vorhanden war.

Phase 2 Inwiefern machen denn Linke ihre Strukturen öffentlich?

nadir Sie legen offen, wer wen kennt, wofür sich Leute (zu welchem Zeitpunkt) interessieren, wer MultiplikatorIn ist oder »MeinungsmacherIn«, wer die »wichtigen« Leute in der Kommunikation sind etc. Gleichzeitig werden private Informationen reingemixt – Hobbys, Musikgeschmack, Katzenbilder usw. Orte, Zeiten, IP-Adressen, welcher Browser, das ist alles gar nicht rauszuhalten und wird mit gespeichert. Das ergibt ein Bild, das in dieser Detailtreue für Behörden nur unter großem Aufwand zu recherchieren wäre.

Ein Wort zu dem Begriff »öffentlich« in diesem Kontext. Es geht immer um eine doppelte Sicht: einerseits tatsächlich das, was andere »normale« BenutzerInnen von Facebook auch einsehen können, z. B. mit wem sie befreundet sind. Aber als öffentlich muss man in diesem Kontext auch die produzierten Daten insgesamt ansehen. Das Konzept der Öffentlichkeit ist im Kontext von sozialen Netzen ein Kampffeld und wird durch die gegenwärtigen Praxen neu hervorgebracht. Es geht nicht mehr so sehr um die bürgerliche, binäre Teilung von privat/öffentlich, wenn wir von algorithmischer Öffentlichkeit reden. Hier geht es vielmehr um die Ebenen Frontend/Backend, also um die Ebenen auf Seiten der NutzerInnen und auf Seiten der anbietenden Firmen.

Phase 2 Wir müssen also über Facebook reden … Eure Forderung ist ganz klar: raus aus Facebook! Das klingt in manchen Ohren nicht nur unrealistisch, sondern antiquiert. Wer an sozialer Kommunikation teilnehmen möchte, von Partys und Konzerten wissen oder mit FreundInnen in anderen Ländern in Kontakt bleiben möchte, ist ohne einen Facebook-Account kaum mehr in der Lage dazu.

Ihr schreibt, Linke würden Facebook nutzen, um »über alles, was erlebt wurde, mit allen zu quatschen«. Nutzen nicht alle Facebook eher für belanglose Kommunikation, als über kriminalisierte Handlungen zu berichten? Beziehungsweise, wenn ich auf meinem Profil nirgendwo eine politische Zugehörigkeit andeute, ist es dann nicht meine Sache, mit wem ich etwas teile?

nadir Es gibt auf Facebook nichts Banales. Natürlich wäre es noch bedauerlicher, wenn jemand mit seinem/ihrem Klarnamen auf Facebook ein Bekennerschreiben publiziert. Dies ist ein extremes Beispiel. Aber aus der Logik der Software heraus sind die Inhalte wirklich höchstens zweitrangig zu den Beziehungen, die abschnorchelbar sind. Es war noch nie so einfach, das soziale Netzwerk (im realen Leben) in all seiner Differenziertheit zu reproduzieren. Dies ist auch nicht erstaunlich, denn es geht ja bei Facebook genau darum! Darum scheint uns dieser Punkt recht banal.

Um ein Beispiel zu bringen: Die britische Polizei (und nicht nur diese) steht häufiger vor dem Problem, dass sie zwar Portraitbilder aus Überwachungskameras haben, diesen Portraits aber keinen Namen zuordnen können. Deshalb experimentieren die Cops jetzt damit, die Bilder aus den Überwachungskameras mit Bildern aus Facebook abzugleichen, um so Namen zu den Bildern zu bekommen. Und dies funktioniert recht gut.

Am Ende ist es egal, ob jemand zum Konzert oder zur Demo aufruft. In beiden Fällen wird die soziale Struktur deutlich, bis hin zu dem Punkt, dass schon vorhergesagt werden kann, wer zur Demo oder zum Konzert kommen wird. Die soziale Struktur, die da aufgedeckt wird, verrät dich – selbst, wenn Du ein Pseudonym verwendest, ist nach einiger Zeit der Benutzung klar, wer Du bist. Deine Frage, ob es ohne Facebook überhaupt noch geht, klingt verzweifelt.

Phase 2 Ach, ich bin da ganz relaxed. Ich denke allerdings, dass der Aufruf »raus aus Facebook« in manchen Ohren verzweifelt klingt, denn Facebook hat fast die Normalität von Handys. Vor deren Nutzung wurde ja auch, berechtigterweise, gewarnt. Man trägt eine einfache Abhörmöglichkeit in der Hosentasche. Dennoch wäre es absurd zu fordern, keine Handys zu nutzen.

nadir Hehe. Klar. Darum kann es ja überhaupt ein »Problem« sein, was wir fordern. Schon verstanden. Aber worauf läuft die Frage hinaus? Wenn wir sagen, Facebook ist wie bei der Polizei vorbeischauen und sagen, wohin man gedenkt heute zu gehen und mit wem man reden wird, muss sich diese Frage doch eher umgedreht stellen: Wieso bin ich bereit, solch einen Preis für dieses bisschen Komfort zu zahlen?

Uns geht es darum, dass aus einem generellen Unbehagen, das viele Linke ja zu Facebook pflegen, leider keine Handlung erfolgt.

Unser Text sollte polarisieren und hat dies unseres Erachtens nach auch erfolgreich getan. Es gab, soweit wir wissen, an unterschiedlichen Orten Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Facebook und der eigenen Praxis. Wir wollten mit dem Text keine reine Aufklärung betreiben, im Sinne von: »Ok, so funktioniert das Backend, das macht Facebook mit euren Daten.« Diese Arbeit ist bereits getan und Analysen dazu gibt es zuhauf im Netz. Bloß werden sie nicht als Problembeschreibung wahrgenommen. Wir dachten, dass ein polarisierender Text, eine Art »Publikumsbeschimpfung«, einen anderen Einschlagwinkel hat. Die vielen Übersetzungen des Textes, die bei uns mit der Zeit eintrudelten, bestätigen uns, dass wir wahrgenommen und diskutiert wurden.

Die Warnung vor den Handys ist im Übrigen weiter aktuell. Viel mehr als »nur« eine Abhörmöglichkeit ist ein Handy eine Wanze, die permanent die Position versendet. Die Forderung, keine Handys zu benutzen, ist nicht »absurd« – sie hat Konsequenzen, das stimmt – ob es das Wert ist, müssen die sozialen Strukturen (oder Bewegungen oder die Linke) für sich bestimmen.

Der Unterschied zwischen Handy und Facebook ist, dass die Daten bei Facebook freiwillig produziert werden, während die Überwachung des Handys von dritter Seite »eingeschaltet« wird und unbemerkt bleibt.

Phase 2 Ihr findet es nicht sinnvoller, auf die Fallstricke von Facebook hinzuweisen, sondern Facebook als politischen Gegner zu titulieren? Das erschließt sich sicherlich für eine ganze Generation von Leuten nicht, deren Alltagskommunikation hauptsächlich über die Facebook-App auf dem Handy funktioniert.

Das Internet soll, eurer Meinung nach, allerdings für politische Kämpfe genutzt werden. Was meint ihr damit? Und nutzen Gruppen das Internet nicht in diesem Sinne, wenn sie über Facebook ihre Veranstaltungen bewerben und viel mehr Leute erreichen als über ihre eigene Homepage?

nadir Facebook IST der Fallstrick – genauer: Es gibt keine korrekte Benutzung von Facebook.

Linke setzten sich ja sonst sehr gerne mit den Produktionsverhältnissen auseinander, wem gehören die Mittel etc. Interessant ist, dass im Fall des »Internets« dies alles total egal zu sein scheint. Dass auch das Internet als Ort politischer Auseinandersetzung auf materialer Basis gesehen wird, das ist unser Punkt. Warum betreiben wir unseren Serverpark? Warum machen wir dies alles? Wenn wir einfach sagen könnten: »Ok, Facebook, das ist doch viel besser. Da sind alle, das läuft, denn da kümmern sich Profis darum und so weiter.« Dann hätten wir gewiss unsere Server bereits ausgemacht und würden uns andere Felder der Auseinandersetzung suchen. Aber leider ist das Internet nur ein Spiegelbild der kapitalistischen Verhältnisse der Gesamtgesellschaft. Dort zu kämpfen heißt zum Beispiel, gegen Facebook zu kämpfen. Genauso, wie es Sinn machen kann, eine bestimmte Firma, die Waffen herstellt, anzugreifen.

Die Linke macht sich auch ganz konkret von Facebook abhängig. Wir brauchen autonome Kommunikationsmöglichkeiten, die Dritte nicht überwachen oder gar abschalten können.

Phase 2 Dass das Internet kein kapitalismusfreier Raum ist, wissen doch aber alle. Und dennoch wird es erleichtert, z. B. Informationen weiterzugeben oder Veranstaltungen zu bewerben (und damit auch Leute zu erreichen, die nicht auf die eigene Seite gehen oder bei linken Portalen vorbeischauen). Heißt für euch, das Internet für politische Kämpfe zu nutzen, im Internet einzelne Internetanbieter zu bekämpfen? Ist nicht der Vorteil für politische Kommunikation eben auch im Internet gegeben? Mal ganz abgesehen davon, dass es auch fraglich ist, wie sinnvoll es ist oder wie die Gefahren/Nutzen-Rechnung ist, einzelne Firmen anzugreifen.

nadir Wir haben es hier mit einer interessanten Quasi-Monopolstellung zu tun, und es sind im Kern sehr wenige Player, die von den Massen benutzt werden: Google, FB, Twitter, Wikipedia (die einzige nicht kommerzielle Site unter den Top Ten). Einzelne Firmen sind da schnell ausgemacht und es macht dann eben Sinn, auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Wie gesagt: Es gibt keine richtige Nutzung im falschen Facebook. Damit soll nicht blöde Adorno nachgeäfft werden, aber es handelt sich um eine riesige Differenz, ob die Serviceanbietenden, denen ich alles anvertraue, in ihren Terms of Services bereits schreiben, dass alle Daten weiterverkauft werden, oder ob die Serviceanbietenden sagen, wir wollen und machen dies nicht. Wir wollen, dass Kommunikation ohne kommerziellen Hintergrund im Internet weiterhin läuft. Es muss nicht alles aus dem Silicon Valley kommen, was wir nutzen (ohne Antiamerikanismus zu intendieren). InvestorInnen und das Kapital, das da bereitgestellt wird, ist IMMER auf andere Zwecke aus, als Kommunikation zu ermöglichen. Dies ist vielmehr als ein Mittel zum Zweck zu sehen.

Phase 2 Es ist kein Supermarkt dafür da, die Menschen mit Essen zu versorgen. Mein Telefonanbieter möchte auch nicht, dass ich unkompliziert mit FreundInnen reden kann, sondern Profit machen. Das ist mir klar und auch allen, die kostenlose, kommerzielle Angebote für Kommunikation nutzen. Ich finde, Ihr traut den Leuten wenig zu, eigene Entscheidungen zu treffen, sondern fordert sogar, recht unvermittelt: »Verlasst GMX und Co! Nieder mit Google!«.

nadir Aber andere Gruppen, die sich primär mit einem Feld auseinandersetzen, fordern doch auch entsprechend eine andere Praxis, so beispielsweise Anti-Atom (Abschalten aller AKWs!), Veganismus (Hört auf Fleisch zu essen!) oder was auch immer. Die Forderung ist ja nicht falsch, nur weil die Umsetzung »unrealistisch« scheint.

Ergänzend ist noch anzumerken, dass es für die Mobiltelefonie leider schwer ist, alternative Provider zu nutzen. Für das Internet gibt es aber eine ganze Menge: Dieses Pad, in dem wir den Chat führen, wird von RiseUp, einem befreundeten Projekt in den USA, bereitgestellt. Darum nutzen wir den Service. Weitere Projekte sind systemausfall.org in Rostock, SO36.net in Berlin, free.de in Dortmund, systemli in Berlin, aktivix.org aus UK, immerda in der Schweiz, autistici in Italien, Sindominio in Spanien und so weiter.

Ein gutes Beispiel, wie viele Menschen ohne Facebook erreicht werden können, ist gezipark.nadir.org. Damit haben wir es geschafft, einen Live-Ticker der Ereignisse rund um den Taksim-Platz in Istanbul vollkommen ohne vorherige Planung aufzubauen, der jede Sekunde 70 mal abgerufen wird, sechs Millionen mal pro Tag. Dort wird von einem kleinen Team in mehreren Sprachen live übersetzt. Die Seite ist nur wenige Kilobyte groß und somit für mobiles Abrufen geeignet. Dies ist nur ein Beispiel, dass wir auf Konzerne wie Facebook verzichten können. Die Abrufe werden nicht nach individuellem Surfverhalten analysiert. Die Server sind so konfiguriert, dass IP-Adressen zum frühestmöglichen Zeitpunkt verworfen werden. Im Backend von Facebook ist die Rekonstruktion ein Kinderspiel, schon wären alle Protestinteressierten in Deiner Datenbank.

Phase 2 Wer ist eigentlich bei Eurer Forderung mit »und Co« gemeint? Einmal abgesehen von Facebook, denn da ist Eure Position deutlich geworden.

nadir Yahoo, Web.de, Hotmail, Bing, auch Twitter. Twitter ist allerdings etwas anders gelagert, aber das würde hier zu weit führen. Es geht um die kommerziellen Dienste. Davon gibt es heute ja nicht mehr so viele. Das Internet wird immer zentralisierter, für das Abgreifen von Daten muss sich nur noch an eine Handvoll Provider gewandt werden.

Es geht um die Firmen, deren Unternehmenswert durch das Data-Mining ihrer Userdaten entsteht. Der Börsengang von Facebook hatte eine Marktkapitalisierung von ca. 100 Milliarden Dollar, dieser Wert ist natürlich fiktiv, oder besser: spekulativ. Auch wenn der Kurs später eingebrochen ist, zeigt die Größenordnung auf, welches »Wertschöpfungspotenzial« in Userdaten vermutet wird. Es geht ums Ausforschen, das ist das Geschäftsmodell – und wenn dabei eine »intelligente« Werbeplatzierung abfällt, dann ist das nur EIN Weg, das Data-Mining in klingende Münze zu wandeln.

Phase 2 Ich würde ja weiterhin behaupten, dass die meisten Linken (und alle anderen auch) wissen, dass im Kapitalismus alles ein Preisschild hat. Über die Auswertung von früher privat genannten Daten wurde auch in großen, bundesweiten Medien vielfach berichtet. Dummheit kann man vielleicht nicht allen unterstellen, warum denkt ihr denn, dass die großen Anbieter auch bei Linken so populär sind?

nadir Weil sie so einfach zu benutzen sind, so bequem und alle dort sind. Aber das kann doch als Entschuldigung nicht wirklich gelten, oder? Außerdem ist es das Ergebnis eines Prozesses – es gab eine Zeit vor Facebook (aber mit Internet) – sprich, der Prozess kann weitergehen und Facebook in der Senke der Geschichte verschwinden.

Phase 2 Ja, es gab auch mal eine Zeit, da war Myspace hip oder StudiVZ. Nur ein Zurück, weg von kommerziellen Social-Media-Diensten, im Sinne von Online-Kommunikation zwischen Leuten, dem Teilen von Bildern etc. ist doch nicht nur unwahrscheinlich, sondern auszuschließen. Es sei denn, wir reden davon, dass Facebook mitsamt dem Kapitalismus in der Senke der Geschichte verschwindet. Diese Perspektive will ich natürlich nicht vollkommen ausschließen.

nadir Es geht nicht um ein »Zurück«, sondern um ein »Vorwärts«, um ein raus aus der Facebook-Falle. Wir sind derzeit am Testen von Alternativen. Wir haben uns Diaspora auf unsere Server gespielt und getestet. Und kürzlich Lorea/Elgg, das ist bei den M15-Protesten in Madrid und anderen Städten recht populär unter AktivistInnen gewesen und hält sich immer noch. Der Unterschied ist: Einerseits ist Lorea auf andere soziale Prozesse ausgelegt, nämlich solche, die uns Linke betreffen. Die Tools zur Organisierung sind super, es ist nicht ausschließlich auf Me, Myself and I ausgerichtet. Es geht um Kollaboration, nur am Rande um Selbstdarstellung. Und andererseits ist dies Open-Source-Software, die auf mehreren Servern laufen kann. Das heißt, es gibt nicht diese katastrophale Zentralisierung. Die Daten sind verteilt. Es gibt also keinen zentralen Punkt, an dem sie alle abgeschnorchelt werden können. Und außerdem sind die BetreiberInnen von Lorea in einer ganz anderen Richtung unterwegs als Facebook, denn denen geht es gar nicht um das Speichern, Verknüpfen, Minen und Verkaufen von Daten. Sondern es geht ihnen darum, Menschen, die bereit sind, an einer menschenwürdigeren Gesellschaft mitzuarbeiten, einen »sicheren« Kommunikationsraum zu bieten. Wir sind leider mit der Evaluierung von Lorea noch nicht fertig. Aber es kann gut sein, dass wir diesen Service bald öffnen und somit dem Text Taten folgen lassen. Vielleicht entscheiden wir uns aber auch für eine andere Software. Denn natürlich liegt es auch an uns, den Zustand zu ändern.

Letztendlich geht es unter anderem darum Kommunikationsstrukturen (auch im großen Maßstab) aufzubauen, die resistent sind gegen so was wie PRISM.

Phase 2 Kürzlich wurde bekannt, dass die National Security Agency (NSA) als ein Teil des US-amerikanischen Geheimdienstapparates auf jegliche Daten, die z. B. über Skype, Facebook, Youtube oder Apple getauscht werden, zugreifen kann. Mit dem Bekanntwerden von PRISM, könnte man meinen, wurden Eure Argumente gestärkt. Es ist für manche offenbar eine Neuigkeit gewesen, dass Geheimdienste große Internetanbietende dauerüberwachen. Die Aufregung in Deutschland ist relativ groß, dabei sind hier doch E-Mail-Provider ab einer bestimmten Größe verpflichtet, Behörden einen dauerhaften Zugang zu gewähren. Ist für Euch PRISM eine neue Qualität der Online-Überwachung? Vielleicht eine Chance, dass sich mehr Leute dafür interessieren, was Alternativen sein könnten?

nadir PRISM als Chance! Überrascht waren wir jedenfalls nicht. Es gibt um die NSA viele Mythen, aber auch gesichertes Wissen – schließlich ist Edward Snowden nicht der erste Whistleblower aus den Reihen der NSA. Der Aufbau des neuen Datacenters in Utah, in der Wüste, hat in den Spezialcommunities schon eine Weile für Spekulationen gesorgt. Fakt ist, dass die NSA alles speichert. Und zwar sowohl, was sie im Klartext bekommen, als auch das, was Ihnen nur verschlüsselt zugänglich ist – das erst recht.

Es gibt immer noch denkbare Alternativen. Die Grundarchitektur des Internets unterstützt dezentrale Kommunikation. Aber natürlich sind es nicht »nur« die Amis, der BND hat soeben angekündigt, 100 Millionen Euro in ein gleichartiges Programm zu stecken.

Phase 2 Für Linke hier sind die deutschen Dienste sicherlich entscheidender, oder? Ist nicht eine Online-Kommunikation immer auch eine, zu der unter Umständen Ermittlungsdienste oder Geheimdienste Zugang haben können?

nadir Nein, nicht immer! Der Punkt ist wichtig, denn es gehört ein Technikkollektiv Deines Vertrauens dazu. Gruppen wie nadir und andere machen sich ja genau aus diesem Grund die Mühe. Natürlich handelt es sich um ein komplexes Feld. Https allein ist gewiss nicht die Lösung. Auch reicht ein Technikkollektiv alleine nicht aus, da sich ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Medium nicht wegdelegieren lässt. Es ist ein Mix aus Eigenverantwortung, vertrauenswürdiger Infrastruktur – zumindest in Teilen –, Verschlüsselung und Datensparsamkeit. Daten, die nicht gespeichert werden, können später auch nicht beschlagnahmt werden.

Der Unterschied, auf den wir hier abzielen, ist zunächst primär einer der Haltung: Wenn die Betreibenden alles daran setzen, dass die Behörden wenig oder gar nichts bekommen, ist das mindestens die halbe Miete. Wir empfehlen, beim Surfen und auch bei der Nutzung anderer Services vermehrt mit Tor zu arbeiten. Damit bist Du erstmal von vielen Angriffsvektoren verschont. Nicht allen, aber einigen. Und die Kosten der Überwachung steigen enorm. Überwachung ist heute eine Ökonomie wie jede andere auch: Wenn es teuer wird, lohnt es sich nicht mehr. Außer die wollen wirklich DIR an den Kragen. Aber das Massenscreening ist mit Tor nicht mehr möglich. Das Tor Browser Bundle ist kinderleicht zu installieren und zu bedienen.

Und was die verschiedenen Dienste und Polizeien angeht: Die tauschen auf europäischer, aber auch auf internationaler, Ebene eh Daten aus. Insofern stellt sich tatsächlich die Frage, ob der britische Geheimdienst für die Linke vor Ort nicht doch die größere Bedrohung ist.

Phase 2 Vielen Dank für das Interview. Und danke, dass Ihr so lange das virtuelle Phase2-zu-Hause ward bzw. immer noch für unser Archiv seid.

nadir Gerne. Zum Schluss noch unsere Forderung: Free Bradley Manning und Edward Snowden!

Quelle: phase-zwei.org, »Es gibt keine richtige Nutzung im falschen Facebook«

Interview mit Nikos Maziotis (14.8.2014, deutsch)

Erstes Interview mit Nikos Maziotis nach seiner Festnahme, veröffentlicht in der griechischen Zeitung “Efimerida Tonne Sintaktion”

Du bist Mitglied des revolutionären Kampfes, eine bewaffnete anarchistische Organisation. Warum hast du den bewaffneten Kampf als Aktions-Methode gewählt?

Der bewaffnete Kampf ist ein integraler Teil des Kampfes für die soziale Revolution. Er ist ein integraler Bestandteil einer revolutionären Bewegung, die den Sturz des Kapitals und des Staates sucht. Da ist ein untrennbarer Zusammenhang zwischen der Bewegung und dem bewaffneten Kampf in einem Ausmass, dass eine Bewegung, um wirklich revolutionär zu sein, den bewaffneten Kampf zu ihren Zielen hinzufügen muss. Im Laufe der Geschichte gab es noch nie eine siegreiche Revolution, die nicht bewaffnet war. Bewaffneter Kampf oder in anderen Worten, bewaffnete Propaganda, ist ein sehr mächtiges Werkzeug für den Kampf, und seine politischen Botschaften können sehr stark sein, solange es ein umfassendes politisches Konzept und eine Analyse darüber gibt, wo wir handeln, was wir wollen und was wir anstreben. In Revolutionärer Kampf glauben wir, dass bewaffnete Aktionen bewirken, dass sich soziale- und Volks-Klassen auflösen, die Notwendigkeit der sozialen Revolution klar wird und zum Sturz des Kapitals und des Staates führt. Heute, vor allem in Griechenland, aber nicht nur, während der heftigsten Angriffe des imperialistischen Kapitals, während dem die Troika und der griechische Staat eine Politik des sozialen Völkermordes durchführen, ist der bewaffnete Kampf so notwendig und zeitgemäss wie eh und je. Im Jahr 2009, zu Beginn der Krise, die damals immer noch die Merkmale einer Krise des Finanzsystems hatte, bevor sie zu einer Schuldenkrise wurde, waren wir der Ansicht, dass eine grosse Chance für eine revolutionäre Ära in Griechenland angebrochen sei, weil in den Augen der Mehrheit die Folge der Krise das Ende des neoliberalen Konsens und die Delegitimierung des wirtschaftlichen und politischen Systems war. Unter diesen Umständen kann gezielte bewaffnete Aktion gegen das Regime zu einer Vervielfältigung der Probleme führen für ein System mit grossen Abhängigkeiten in allen Bereichen und Aktivitäten und kann ein Risiko für eine Ausbreitung der Destabilisierung sein. Da die wirtschaftliche und politische Globalisierung deutlich fortgeschritten ist, und mit ihr die Abhängigkeiten zugenommen haben, hat sich unsere Sicht, dass der bewaffnete Kampf jetzt mehr denn je nicht nur politisch notwendig und machbar ist, sondern auch entscheidend für die Sichtbarmachung der systemischen Probleme und Konflikte ist, die das System wirksam untergraben werden, bis zu seinem endgültigen Fall. Aber dies erfordert eine revolutionäre Bewegung, die zu den Waffen greift.

Als du im Jahr 2010 festgenommen wurdest, übernahmst du politische Verantwortung für die Teilnahme im Revolutionärer Kampf. Was bedeutet politische Verantwortung?

Als Kämpfer und als Mitglied einer bewaffneten Gruppe tat ich, was ich als selbstverständlich sehe. Ich verteidigte die Organisation, der ich angehöre, ich verteidigte die Angriffe durch die Organisation, ich verteidigte Lambros Foundas, ein Mitglied der Organisation, der in einem bewaffneten Konflikt mit der Polizei getötet wurde, während er einen Schlag auf das Regime am vorbereiten war, um die griechische Regierung, den Internationalen Währungsfonds, die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank an der Inbesitznahme des Landes zu hindern und um die aktuelle Junta von Kapital und Staat, den neuen Totalitarismus, den die supranationalen wirtschaftlichen und politischen Eliten auf dem gesamten Planeten einführen wollen wofür sie die Weltwirtschaftskrise nutzen, zu hindern.

Diese Haltung, die wir angenommen hatten, war für uns eine Frage der Integrität. Wir haben nicht versucht uns selbst zu retten. Politische Verantwortung zu übernehmen war für uns, die wir beschlossen hatten dies zu tun, eine kollektive und keine individuelle Entscheidung, deshalb gelang es uns nach unserer Festnahme, unser Kollektiv intakt zu halten, die inhaftierten Mitglieder des Revolutionären Kampfes schlugen zurück und wir sprachen weiter über die Notwendigkeit des modernen proletarischen Gegenangriffes und der sozialen Revolution und mischten uns mit unseren Kommentaren in die grossen Streiks und Proteste der Bevölkerung gegen das Memorandum 2010-2011 ein. Während des Prozesses hatten wir die gleiche Haltung. Jede andere Haltung, als die, die politische Verantwortung zu übernehmen, wäre ein Verrat unserer Prinzipien und unserer Ideale gewesen und respektlos gegenüber den Toten, wie Lambros Foundas.

Wie antwortest du denjenigen, die behaupten, dass bewaffnete Aktionen Repression bewirken? Zum Beispiel, nachdem Christodoulos Xiros aus dem Gefängnis geflohen ist, hat die Regierung das Gesetz für Typ-C-Gefängnisse, für die Mitglieder der bewaffneten revolutionären Organisationen gemacht.

Es ist dumm zu glauben, dass der Kampf für die Freiheit ohne eine Antwort des Staates bleibt und keine schwerwiegenden Folgen haben wird. Der Kampf hat als Kompass die soziale Revolution und dem Sturz des Kapitals und des Staates, und es ist offensichtlich, dass er nicht durch das Strafgesetzbuch und die Gesetze des Feindes geregelt ist und wird deshalb zwangsläufig illegale Aktionsformen, wie den bewaffneten Kampf, jenseits gesetzlicher Aktionen benutzen. Im Kampf für Freiheit und Revolution, Klasse und sozialen Krieg, gibt es Blutvergiessen, wird es Tote geben, werden wir in Gefängnisse gesperrt, wird es spezielle Anti-Terror-Gesetze und spezielle Gefängnisse für Mitglieder der bewaffneten Organisationen geben. Christos Kassimis, Christos Tsoutsouvis, Christopher Marino, Lambros Fountas haben für den Umsturz und die Revolution mit der Waffe in der Hand gekämpft und dafür mit ihrem Leben bezahlt, so wie in anderen historischen Epochen, die Guerilla von ELAS und der Demokratischen Armee in Griechenland und die Mitglieder der bewaffneten Organisationen in Europa und Lateinamerika, wie die Tupamaros, die Roten Brigaden, die Mitglieder der RAF, die Mitglieder der Action Directe oder Mitglieder der bewaffneten Organisationen in der Türkei. Der Preis, den sie zahlten, war Tod bei bewaffneten Zwischenfällen, Tod bei Hungerstreiks im Gefängnis und Jahre des Eingesperrtseins. Als Mitglied des Revolutionärer Kampf hatte ich immer im Kopf, dass der Preis für meine Entscheidungen entweder eine lange, schwere Haftstrafe im Gefängnis sein wird, die ich bereits erhalten habe, oder der Tod in einem Kampf mit den Hunden des Staates. Ich hätte bei Monastiraki getötet werden können. Ich wusste, dass das passieren könnte. Die Kosten und Konsequenzen des Kampfes für den Sturz und die Revolution bedeuten nicht, dass wir aufgeben sollten. Die einzige verlorene Sache ist die für die nie gekämpft wurde. Es ist jedoch zu beachten, dass der Preis einer solchen Option eine zweite Seite hat: Zum Beispiel, hat der Feind einen hohen Preis bezahlt, da viele Polizisten von bewaffneten Rebellengruppen getötet wurden und für ihre Wahl, die Hunde der Bosse zu sein, bezahlt haben. Das gleiche gilt für Politiker, Richter und Geschäftsleute. Damit argumentierte ich beim Prozess und damit rechtfertigte ich den Angriff des Revolutionärer Kampf mit Kalaschnikows gegen die drei Polizisten in Eksarhia im Januar 2009, der als Vergeltung für den Mord an Alexandros Grigoropoulos durchgeführt wurde, und zu der schweren Verletzung von Adamantios Mantzounis führte. Mantzounis bezahlte den Preis dafür Polizist zu sein und war seitdem nicht mehr bei der Polizei. Darum, im Gegensatz zu den Behauptungen, dass bewaffnete Aktionen die Unterdrückung verschärfen, antworte ich, dass die Angriffe von bewaffneten Rebellengruppen gegen die Kräfte der Repression als Abschreckung für Polizeigewalt wirken. Im Gegenteil, das Fehlen von bewaffneten Aktionen und damit das Fehlen der Androhung von Vergeltungsmassnahmen, führt zu mehr repressiven Massnahmen. Wer glaubt, dass er ein Kämpfer oder ein Anarchist ist und glaubt, dass er innerhalb der Grenzen der Legalität handeln muss, sollte am besten einer legalen parlamentarischen Partei beitreten und sich dem System anschliessen und soll aufhören vorzugeben, ein militanter oder revolutionärer Anarchist zu sein. Beim Kampf den Staat zu provozieren ist normal. Man sollte sich mehr Sorgen darüber machen nicht zu reagieren denn es zeigt, dass wir nicht auf dem richtigen Weg sind, wenn der Feind uns als ungefährlich einschätzt.

Im Jahr 2012, während ihr, du und Paula Roupa, noch für den Revolutionärer Kampf vor Gericht wart, habt ihr eure Kaution verletzt und entschieden in den Untergrund zu gehen. Warum habt ihr euch dafür entschieden?

Im den Untergrund zu gehen war etwas, das wir seit unserer Freilassung beschlossen hatten, aufgrund der Zeit von 18 Monaten, ohne abschliessende Verurteilung. Wir wussten, dass wir zu 25 Jahren Haft verurteilt werden, und wir waren nicht bereit, dies passiv zu akzeptieren. Zu der Zeit als wir uns entschieden in den Untergrund zu gehen, war die Phase vorbei, in der die Anklage Zeugen im Zusammenhang mit der Funktion der Organisation vernahm. Während dieser Zeit haben wir monatelang dafür gekämpft die Aktionen der Organisation zu verteidigen, eine nach der anderen, wir blieben, um unseren Prozess zu einem Forum für die Verteidigung des revolutionären Kampfes, der bewaffneten Aktion und der sozialen Revolution zu machen. Wir waren nicht damit zufrieden, am Ende der Verhandlung politisch Stellung zu nehmen, in der Phase, wo die Verteidigung des Angeklagten eine Aussage in der Form einer “Entschuldigung” macht, also nahmen wir von Anfang an eine politische Haltung zu allen unseren Handlungen ein. Wir sind aus offensichtlichen Gründen in den Untergrund gegangen: Um frei zu sein, den bewaffneten Kampf fortzusetzen, um weiterhin für die Notwendigkeit der sozialen Revolution zu kämpfen, die Notwendigkeit des bewaffneten Proletariats und um einen Gegenangriff gegen das Regime der Memoranden zu führen, gegen die Troika, den IWF, die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank, gegen die heftigsten Angriffe des imperialistischen Kapitals. Wir beschlossen in den Untergrund zu gehen, um den Kampf für den Sturz des Kapitals und des Staates, für den Libertären Kommunismus und Anarchie zu führen.

Eine wichtige Rolle für unsere Entscheidung in den Untergrund zu gehen war, dass wir unser Kind aufwachsen lassen wollten, ohne dass es uns hinter Gittern sehen sollte. In diesem Rahmen erfolgte die Reaktivierung des revolutionären Kampfes am 10. April 2014, mit dem Angriff gegen das Gebäude der Direktion für die Aufsicht über die Bank von Griechenland in der Americis Strasse, wo sich der Vertreter des IWF in Griechenland befindet. Als Mitglied des revolutionären Kampfes übernehme ich die politische Verantwortung für diese Aktion.

Um der Verhaftung zu entgehen hast du in Monastiraki in einer Menschenmenge von ahnungslosen Bürgerinnen und Bürgern das Feuer eröffnet. Das Ergebnis war, dass zwei Touristen leicht verwundet wurden. Was hast du dazu zu sagen?

Zunächst einmal es tut mir leid, dass die beiden Touristen auch nur leicht verletzt wurden. Das Leiden unbeteiligter Bürgerinnen und Bürger in irgendeiner Weise ist etwas, das wir im Revolutionärer Kampf sorgfältig vermeiden und dies machten wir während dem Prozess gegen die Organisation in dem wir beschuldigt wurden, mit den Bombenanschlägen wahllos Menschenleben gefährdet zu haben, klar. Nach einem langen Kampf vor Gericht wurde es weitgehend akzeptiert, dass unsere Erklärungen richtig und die meisten Mordanschuldigungen falsch waren und nur jene, die die drei Polizisten in Eksarhia im Jahr 2009 betreffen, die von der Organisation als blutige Vergeltung für den Mord an Grigoropoulos erschossen wurden, richtig sind. Im Fall von Voulgarakis wurde beschlossen, dass die Ausführung der Exekution dieses Schuftes abgebrochen wird, weil die Gefahr bestand, dass jemand die Bombe entdeckt, sie wurde in einer Zeit zur Explosion gebracht, als keine Gefahr für BürgerInnen im Transit bestand, nicht einmal für den Polizisten, der in der Nähe von TEEM war. Im Fall des Angriffs auf das Wirtschaftsministerium beim Sintagma Platz, wo es kleinere Verletzungen von Zivilisten gab, nahm das Gericht zur Kenntnis, dass die Polizei trotz zwei Warnanrufen den Raum nicht isolierte und daher Leben von Menschen aufs Spiel setzte. Eine Frau, die verletzt wurde erhielt dafür Entschädigung von der Regierung, während einige Polizisten der zentralen Polizei für Fehler in dieser Sache verurteilt wurden, da die Polizei endlich zugegeben hat, dass ihre falschen Reaktionen Leben in Gefahr gebracht hatten. Es gibt Berichte von der amerikanischen Botschaft in Griechenland, die sagen, dass die Mitglieder des Revolutionärer Kampf in ihren Aktionen Risiken eingehen, um keine Zivilisten zu verletzen. Die Geschichte selbst beweist, dass wir in unseren Aktionen immer Sorge um das Leben der Bürgerinnen und Bürger tragen, unabhängig vom Ziel. In Monastiraki sind die Verletzungen der beiden Touristen von Fragmenten und nicht von direkten Schüssen der Waffe wie es auch im Polizeibericht erwähnt wird. Die Wunden dieser beiden Menschen waren in den Beinen, was bedeutet, dass die Schüsse tief waren. Dies zeigt, dass ich nicht auf diese Menschen gezielt habe. Wie kommt es, dass ich jetzt wegen versuchten Mordes dieser Menschen angeklagt bin, weil ich angeblich die Möglichkeit diese Menschen zu töten akzeptiert habe? Hier ist die Heuchelei unübertreffbar. In drei Fällen bei unseren Aktionen setzte die Polizei Menschenleben in Gefahr. Einmal in Sintagma, beim Finanzministerium, wo ihre Dummheit so weit ging, dass sie nicht einmal das Gebiet abgrenzten. Einmal beim Ministerium für Arbeit, wo die Spezialwache einem obdachlosen Bürger befahl, den Rucksack mit einer Bombe vom Eingang des Ministeriums etwas weiter entfernt hinzutragen. Das dritte Ereignis war bei der Börse, wo die Polizei einige Wachen in benachbarten Gebäuden nicht darüber informierte, dass sie diese verlassen sollten. Aber es gibt einen weiteren Fall, in dem die Polizei während der Jagd eines Gesetzlosen den falschen Mann getötet hat und es für die Polizei keine Konsequenzen gab. Im Februar 2010 während der Festnahme von Marian Kola in Byron, töteten 9 Polizeikugeln einen unschuldigen Passanten, Nikola Todi. Niemand wurde wegen versuchten Mordes angeklagt. Und der damalige Minister für öffentliche Ordnung, Chryssochoidis erklärte, ein Menschenleben sei verloren, aber das Wichtigste sei, dass zwei Kriminelle festgenommen wurden. Übermässige Heuchelei betreffend den Wert des menschlichen Lebens. Die Polizei ist in erster Linie um das Leben ihrer Herren und für den Schutz ihre Kollegen besorgt. Das gleiche gilt für Politiker, Regierungsbeamte und Kapitalisten, die nur daran interessiert sind das Leben ihrer Klassen zu schützen, während ihnen Leben im Allgemeinen völlig egal ist. Sie haben die Frechheit, mich des versuchten Mordes zu beschuldigen, die gleichen Leute, die mit ihrer Sozialpolitik des Völkermordes, ein Massensterben verursachen, 4000 Selbstmorde, Todesfälle wegen Knappheit in Krankenhäusern, sie sind verantwortlich für Menschen die im Müll nach Essbarem suchen, sie sind verantwortlich für Millionen Arbeitslose und für die Verarmung eines ganzen Volkes.

Dir werden zwei bewaffnete Banküberfälle vorgeworfen. Glaubst du, dass Banküberfälle ein revolutionärer Akt sind?

Unter bestimmten Bedingungen kann die Enteignung der räuberischen Finanzinstitute als Teil einer Politik des revolutionären Kampfes gesehen werden. Dies ist der Fall bei der Enteignung für die Finanzierung des Guerrilla-Krieges wie es in der Geschichte schon immer der Fall war.. Historisch gesehen haben alle Guerillaorganisationen, die Tupamaros, die Roten Brigaden, die RAF, die Action Directe, Banküberfälle gemacht, um ihre Aktivitäten zu finanzieren. Enteignungen von Banken wurden von spanischen Anarchisten und Bolschewiki und auch in Griechenland von den Rebellen der dritten Division der Demokratischen Armee auf dem Peloponnes, die 1948 während des Bürgerkriegs Enteignungen der Filialen der Nationalbank in Kalavrita und Amaliada durchführten. Aber wenn die Enteignung eine individuelle Entscheidung ist, auch wenn es eine bewusste Handlung ist, dann ist es nichts als ein Beruf, der nicht mit politischer und revolutionärer Aktion zu tun hat, da es keine sozialpolitische Aktion ist. In diese Kategorie fallen viele der sozialen Gefangenen, die aus diesem Grund verurteilt worden sind. Ob in diesem oder jenem Fall, da diese Handlungen nicht gegen BürgerInnen, sondern gegen räuberische Finanzinstitute begangen werden, die mit der legalen Erlaubnis bewaffnet sind Menschen auszurauben, Häuser und Eigentum denen wegzunehmen, die nicht bezahlen können, dann ist daran nichts falsch. Mit der Krise haben wir Banken, lokale und ausländische, die für die Armut und das Elend der Menschen verantwortlich sind, verantwortlich für die Arbeitslosigkeit, für die soziale Politik des Völkermords sind sie verantwortlich. Mit der Krise ist es zunehmend der Fall, dass der gesellschaftliche Reichtum von der sozialen Basis, in die Tresore der Banken umverteilt wird. Vergessen wir nicht, dass die multinationalen Banken, von denen einige Inhaber der Mehrheit der griechischen Schulden sind, auch den grössten Teil der Weltwirtschaft kontrollieren, indem sie die Mehrheit der Industrie und des Handels steuern. So kann ich nichts Falsches in der Enteignung solch krimineller Institutionen sehen, in beiden Fällen nicht – weder als Teil der revolutionären politischen Aktion noch als persönliche Entscheidung. Ohne ins Detail betreffend die zwei Raubüberfälle von Raubfinanzinstituten gehen zu wollen, alles was ich sagen kann ist, dass ich seitdem ich im Untergrund lebe nicht als Angestellter arbeiten konnte. Mein Überleben hing von solchen Enteignungen ab.

Warum hattest du solche Eile das Krankenhaus “Evangelizmos” zu verlassen?

Die Bedingungen für den Krankenhausaufenthalt in Evangelizmos beleidigen die Menschenwürde. Ich war 24 Stunden in einem Zimmer mit ihrer Anti-Terror-Einheit mit Kapuzen, die um mein Bett standen und das Licht war 24 Stunden “aus Sicherheitsgründen” angeschaltet. Als es um das Entfernen des Katheters ging, versuchten sie “aus Sicherheitsgründen” natürlich, mit Befehl von oben wie der Polizeichef sagte, mich ans Bett zu fesseln, indem sie meine linke Hand in Handschellen legen wollten. Ich reagierte indem ich den Tropf mit Antibiotika rausriss und den Ärzten sagte, dass ich keine Medikamente akzeptieren und einen Hungerstreik beginnen würde. Um zu pinkeln mussten sie aus “sicherheitstechnischen Gründen” die Badezimmertür weit öffnen natürlich um in der Lage zu sein, jede Bewegung zu überwachen. Und ich muss hinzufügen, dass sie Tests in der Gegenwart der Kapuzen der EKAM machten, bevor sie meinen Arm operierten und kurz vor der Operation, als die Anästhesie zu wirken begann, war mir aufgefallen, dass die Polizei in medizinische Uniformen gekleidet bei der Operation aus Sicherheitsgründen dabei sein würde. Unter diesen Umständen bevorzugte ich, schnell den Transfer in das Gefängniskrankenhaus Korydalloy zu machen. Lass mich hinzufügen, dass Isolation im Gefängniskrankenhaus auch durchgesetzt wurde, angewendet in Verletzung desselben Gefängnis Codes, für den sie angeblich die Pflicht haben ihn umzusetzen. Zwei Tage lang wurde ich in einer Zelle isoliert, bis der Direktor des Gefängnisses und der Vorstand beschlossen hatten, unter welchem Status das gemacht wurde. Schliesslich entschieden sie, dass ich 4 Stunden pro Tag aus der Zelle in einen Korridor gehen könne, der 10 Meter lang war, wo ich Zugang zu einem Telefon hatte, aber ich war immer noch isoliert damit ich nicht in Kontakt mit anderen Gefangenen kommen konnte, während dem es mir verboten war, in den Gefängnishof zu gehen, wozu jeder Gefangene das Recht hat.

Glaubest du, dass Revolutionärer Kampf einen Rückhalt in der Gesellschaft hat?

Ich glaube, dass, wenn eine bewaffnete revolutionäre Organisation solche Aktionen durchführt, die auf die Probleme der Menschen und der Gesellschaft zielen, und wenn die Handlungen sich gegen die Unterdrücker und Ausbeuter des Volkes richten, gegen die, die rauben, morden und sie sich elend fühlen lassen, dann ist es klar, dass trotz der Mediengehirnwäsche, die die Mitglieder der bewaffneten Organisationen als antisoziale und kriminelle Monster darstellt, ein grosser Teil der Gesellschaft die Aktionen der Rebellenorganisationen unterstützt. Da die Aktionen des Revolutionärer Kampf diese Eigenschaften hat, glaube ich, dass ja, wir haben einen Rückhalt in der Gesellschaft. Ich denke, dass viele,unter den gegenwärtigen Umständen bereit wären, zu den Waffen zu greifen, sich Kalaschnikows zu besorgen um die Henker des Volkes zu terminieren. Aber dafür braucht es eine revolutionäre Bewegung, um sie zu organisieren. Die Tatsache, dass Revolutionärer Kampf einen Rückhalt hat ist auch offensichtlich durch die Tatsache, dass der Staat eine Belohnung in der Höhe von 2 Mio. Euro auf unsere Köpfe ausgesetzt hat. Eine für mich und eine für Paula Roupa meine Gefährtin. Wenn der Staat universellen Konsens hätte und es geschafft hätte, alle davon zu überzeugen, dass unsere Aktionen gegen die Gesellschaft und die ArbeiterInnen gerichtet sind, dann hätten sie nicht zur hinterhältigen Massnahme einer Fatwa, einer bezahlten Denunziation, greifen müssen, sie hätten sich auf die freiwillige Denunziation der sogenannten sozialen Verantwortung verlassen können. Wie gemein und verächtlich es ist, ein Denunziant und mehr noch ein bezahlter zu sein, sieht man an der Tatsache, dass auch die Deutschen, bevor sie im Jahr 1944 aus Athen abzogen, alle DolmetscherInnen und InformantInnen exekutierten. Wer sozial akzeptabel ist, zeigt die Tatsache, dass ich, Maziotis, als Mitglied des Revolutionärer Kampf, durch die Strassen streifen und in der Gesellschaft leben konnte, als ich im Jahr 2011 freigelassen wurde. Jeder kannte uns. Auf der anderen Seite Samaras, Venizelos, Papandreou, Minister der Regierung, Parlaments Abgeordnete, die über Gesetze abstimmten und über alle unpopulären Massnahmen entschieden, können nicht ohne bewaffnete Eskorten und Leibwächter durch die Strassen gehen.

Wenn du die Möglichkeit hättest, eine Nachricht an Paula zu senden, was würdest du sagen?

Ich würde sagen, dass es mir gut geht und ich in guter Verfassung bin, dass sie frei bleiben soll um unseren Sohn aufzuziehen, und dass trotz der Verluste, der Kampf weiter geht.

Quelle: Rote Hilfe Schweiz, Interview mit Nikos Maziotis (14.8.2014, deutsch)