Archiv für Juni 2014

HH: Gegen das Spektakel der Herrschaft! Spontandemo WM und Angriff gegen Adidas

Am Abend des 20.06. zogen 30-40 Personen spontan und unangemeldet durch das Schanzenviertel, um ihren Hass gegenüber der FIFA, Staaten und ihren Handlangern sowie ihre Solidarität mit den Kämpfenden in Brasilien zum Ausdruck zu bringen.

Am Rande der Demo wurden Parolen wie „Fuck Fifa!“ gesprüht, es wurden Flyer verteilt, Feuerwerk abgebrannt und der Adidas-Shop im Schulterblatt wurde mit Steinen und Farbe bedacht. Bevor nur ein Bulle in Sichtweite war, war die Menge wieder zerstreut. Dieser kurze Moment hat wiedergezeigt: wir können uns die Straßen nehmen, wir müssen es nur tun.

Hier der Text eines Flugblatts, das am Rande der Demo verteilt wurde:

Gegen das Spektakel der Herrschaft!
Scheiß FIFA, scheiß WM! Für die globale Revolte!

Chaos und Unruhen im Austragungsland; das Auftakt-Stadion wird aufgrund der Streiks nicht rechtzeitig fertig; die Bullen werden dort von der Armee ersetzt, wo sie streiken und an anderen Orten unterstützt wo der Widerstand zu groß wird.
Die Fifa ohnehin, aber insbesondere die WM in Brasilien 2014, zeigen wieder einmal deutlich wie Staaten und internationale Firmen wie die Fifa gemeinsame Sache machen für Kontrolle, Image und Profit.

Für den Bau der Stadien und der dazugehörigen Flaniermeilen für Tourist_innen wurden ganze Stadtteile geräumt, weit mehr als 20.000 Menschen werden in Konsequenz der Austragung der WM dieses Jahr und der Olympischen Spiele in 2 Jahren ihre Häuser verlieren, Preise für Fahrkarten, Eintrittskarten, Mieten und vieles andere steigen enorm, sodass viele schon dadurch von ihren Wohnorten vertrieben werden.

Die Viertel im Kern der Austragungsstädte sind nachts von aggressiven Bullentrupps besetzt, die jede_n festnehmen, schlagen oder gar erschießen, die oder der nicht ins Bild einer sauberen, sicheren Stadt passt.

Dies alles wird natürlich nicht ohne weiteres hingenommen. Demonstrationen, Angriffe und Unruhen begleiten die WM wie noch nie irgendwo und die Bullen gehen mit Knüppeln, Tränengas und nicht selten sogar mit Schusswaffen gegen die Menschen auf der Straße vor. Die Revoltierenden haben erkannt, dass so ein Projekt nur den Autoritäten dient und eine Ordnung, in der einige Wenige vom Leid vieler Anderer profitieren, zementiert. In Solidarität mit diesen mutigen Erhebungen gehen wir heute auf die Straße um zu zeigen, dass wir uns in dem Aufbegehren gegen dieses Projekt der Herrschaft wiedererkennen – dass sie immer und überall mit Widerstand rechnen müssen!

Für die soziale Revolte!

Quelle: linksunten.org, HH: Gegen das Spektakel der Herrschaft! Spontandemo WM und Angriff gegen Adidas
Mehr Infos auf: http://wm2014.noblogs.org

Nao Vai Ter Copa Demo Bern

Mediencommuniqué zur Demonstration gegen die Mörder-WM in Brasilien vom 12. Juni. Pünktlich zum Anpfiff der FIFA-WM in Brasilien haben auch im Land des FIFA-Hauptsitzes Schweiz, Menschen gegen die Mörder-WM demonstriert. Über 150 Menschen zogen heute von der Heiliggeistkirche aus zur Brasilianischen Botschaft. Dort wurde eine kurze Rede gehalten, in der die furchtbaren Umstände, unter denen die WM stattfindet, angeprangert wurden. Unter anderem wurden die Vertreibung und die staatliche Repression der brasilianischen Polizei thematisiert.

Danach zog die Manifestation durch die Innenstadt und konnte ein grosses Echo unter der Bevölkerung verzeichnen. Aufgelöst wurde die Demonstration vor der WM freien Zone Reitschule.

Diese Demo war der Startschuss für eine – die ganze WM dauernde – Kampagne, organisiert vom „Nao Vai Ter Copa Bern“ – Kollektiv.
Am Samstag gibt es in Zürich die nächste Demo gegen die FIFA und die haarsträubenden Verhältnisse in Brasilien:
NÃO VAI TER COPA.
Wir lieben den Fussball – wir hassen die FIFA!
Demo am Hauptsitz der FIFA: 14. Juni, 14 Uhr Tramhaltestelle Zoo.

NAO VAI TER COPA – Es wird keine WM geben!

Für eine herrschaftsfreie Welt mit herrschaftslosem Fussball!

Quelle: linksunten.org, Nao Vai Ter Copa Demo Bern und weitere Infos unter: www.naovaitercopabern.wordpress.com/

Lampedusa in Hamburg besetzt Rathausmarkt – Polizei räumt gewaltsam

Am Donnerstag hat die Gruppe “Lampedusa in Hamburg” auf dem Rathausmarkt mit einem Sitzstreik erneut ein Bleiberecht gefordert. Nach einigen Stunden löste die Polizei die Blockade gewaltsam auf. Dabei wurden einige Flüchtlinge und Demonstranten verletzt.

Rund 100 Personen haben am Donnerstag auf dem Rathausmarkt mit einer Sitzblockade für ein Bleiberecht der Gruppe “Lampedusa in Hamburg” protestiert, darunter auch zahlreiche Flüchtlinge. Eine ähnliche Aktion hatte die Gruppe bereits im vergangenen Jahr durchgeführt. Ein Sprecher der Gruppe teilte mit, dass die Blockade vor dem Rathaus als Reaktion auf die drohende Abschiebung eines Flüchtlings aus der Gruppe sowie den Stillstand bei den Verhandlungen mit dem Senat beschlossen worden sei. Die Stadt hält weiter daran fest, den Flüchtlingen der Gruppe keine Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen zu gestatten, sondern besteht auf einem Asylverfahren. Rund 80 Lampedusa-Flüchtlinge haben sich bereits in diesen Prozess begeben. Bereits am Montag waren die Unterkunftscontainer auf dem Gelände der St. Pauli-Kirche abgebaut worden.

Verletzte bei Ingewahrsamnahmen

Nach rund zwei Stunden Sitzblockade hat die Polizei die Flüchtlinge und ihre Unterstützer mehrfach aufgefordert den Platz wieder freizugeben. Bei der Kontrolle der Personalien der anwesenden Personen wurde ein Demonstrant in Gewahrsam genommen, da er sich nicht ausweisen konnte. Gegen 17:30 Uhr hat die Polizei damit begonnen den Platz zu räumen. Demonstranten wurden dabei weggetragen und teilweise in Gewahrsam genommen. Bei der Räumungsaktion sind laut Augenzeugenberichten mehrere Demonstranten verletzt worden. Der Polizei sind aktuell keine Verletzten bekannt, wie Pressesprecher Mirko Streiber auf Nachfrage von Mittendrin mitteilte. Nachdem mehrere Rettungswagen am Rathausmarkt eingetroffen waren, verließen auch diese den Ort des Geschehens wieder. Auch der Einsatzleiter der Feuerwehr gab an, dass man keine verletzen Personen vorgefunden habe.

Die Polizei begründete ihr Vorgehen damit, dass die Sitzblockade im Bannkreis um das Rathaus liege. Da die Demonstranten der mehrfachen Aufforderung, den Platz zu räumen, nicht nachgekommen seien, habe man begonnen Personen in Gewahrsam zu nehmen und die Versammlung aufzulösen.

Polizei räumt endgültig gegen 19 Uhr

Nachdem es bereits am Nachmittag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen war, begann die Polizei gegen 19 Uhr mit der endgültigen Räumung des Rathausmarktes. Dabei wurden auch Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt. Die Demonstranten leisteten Widerstand gegen die Räumung. Trotz eines massiven Pfefferspray-Einsatzes gelang es den Einsatzkräften nicht die Demonstration aufzulösen. Unsere Redakteure vor Ort beschreiben das Vorgehen der Beamten als sehr gewalttätig. Demonstranten und Flüchtlinge wurden zu Boden gedrückt und mit Faustschlägen und Fußtritten angegangen. Die Situation schien total zu eskalieren. Der Boden war nass von Pfefferspray. Personen, die in Gewahrsam genommen wurden, wurden in Busse des HVV gebracht.

Weitere Verletzte bei Räumung

Von unseren Redakteuren vor Ort wurden uns bisher insgesamt sieben Verletzte im Zuge der endgültigen Räumung des Platzes gemeldet. Es gab Verletzungen durch Tritte in den Unterleib bei den Demonstranten. Eine Person wurde bewusstlos. Über die Personen, die in Gewahrsam genommen wurden, weiß man noch nichts. Gegen 20 Uhr setzte sich dann ein Demonstrationszug über die Mönckebergstraße in Richtung Steindamm in Bewegung. Die Situation hatte sich zu diesem Zeitpunkt wieder beruhigt.

Die Demonstration endete ohne weitere Zwischenfälle am Steindamm, wo die Versammlung für beendet erklärt wurde. Am Rande wurde bekannt, dass einige Polizisten zuvor auf dem Rathausmarkt gegen das angeordnete Vorgehen protestiert haben. Von vielen Demonstranten wurden den betreffenden Beamten dafür Respekt ausgesprochen (Nicht von uns denn die Polizei hat kein Respekt verdient).

Quelle und weitere Fotos: hh-mittendrin.de und flickr, md-protestfotografie
(Die Fotos sind leider unverpixelt auf Wunsch der Refugees)

Wir waren selber vor Ort und sind immer wieder schockiert über die Bullenbrutalität die überall auf der Welt zu eskalieren und unaufhaltsam scheint. Doch genau deswegen wird Widerstand zur Pflicht. Sie knüppeln uns, sie schlagen uns, sie zerstören Familen und ganze Leben, sie töten uns. Refugees werden in Afrika geschlagen und verfolgt, Refugees werden in Europa geschlagen und verfolgt, die Refugees werden selbst in Hamburg geschlagen und verfolgt. Wir sind sprachlos und werden diesem faschistischen Treiben nicht weiter tatenlos zuschauen und wir wissen genau wer dafür verantwortlich ist. Und es ist offensichtlich warum sie dies tun.
Solange dieser Zustand so ist, wird es kein Frieden geben.

Feuer und Flamme der Repression!

Ob friedlich oder militant – wichtig bleibt der Widerstand!

Für eine herrschaftsfreie, gewaltlose Welt!

NO JUSTICE – NO PEACE!

Basel – Räumung von Uferlos/Haafescharte

Diesen Dienstag, wurde ein Teil des Basler Wagenplatzes mit Polizeigewalt geräumt! Die öffentlichen, unkommerziellen und gemeinschaftlich aufgebaut wie betriebenen Lokale „Uferlos“ und „Haafescharte“ fielen dabei den Bulldozern zum Opfer. Nach fast einem Jahr „Duldung“ durch die Regierung wurde heute der letzte Raum in der Stadt Basel, in welchem sich alle Menschen autonom, losgelöst von gesellschaftlichen Zwängen und kollektiv organisieren konnten eingestampft. Die Stadt Basel hat diesen Raum für eine Fläche geräumt, welche in Zukunft von einer Kunstmesse (Scope, ArtBasel) als Parkplätze und danach, von den ach so hochgepriesenen Zwischennutzern des Vereins „shiftmode“, in kommerzieller Art genutzt werden soll.

Die Räumung des öffentlichen Bereiches wurde durch fast 100 BesetzerInnen, brennende Barrikaden und etliche SympatisantInnen erschwert, dauerte um die 8 Stunden und es wurden ca. 40 Personen abtransportiert, davon wurden 6 Personen effektiv verhaftet und sitzen weiterhin im Knast.

Am Abend zog eine dynamische Demonstration vom Kleinbasel, über die Mittlere Brücke, vorbei am Spiegelhof (Bullenwache) und dem Hauptsitz von Immobilien Basel (Besitzer der geräumten Fläche), welche beide mit Sprüchen und Slogans markiert wurden, über den Markt- und Barfüsserplatz zum Untersuchungsgefängnis Waaghof. An dieser Stelle wurde etliche Scheiben und Fassadenstücke eingeworfen. Die Demonstration zog daraufhin zurück durch die Innenstadt in Richtung Kleinbasel. Beim Lokal der von „shiftmode“ betriebenen Ladybar, wurden wiederum Leuchtreklamen und Aussenwerbung eingeworfen sowie Transparente und Slogans angebracht. Die Demonstration endete anschliessend ohne weitere Repressionen an der Dreirosenbrücke.

Ihr wollt uns vertreiben? Wir werden ungemütlich bleiben!

Quelle: indymedia.linksunten.org, Basel – Räumung von Uferlos/Haafescharte

Interview beim A-Radio Berlin: http://aradio.blogsport.de/2014/06/04/basel-teilraeumung-des-wagenplatzes/

[Berlin] Bullen vs. Plakat

In Kreuzberg lassen Bullen die Feuerwehr anrücken, weil sie sich durch die Parole “Staat und Nazis Hand in Hand” diskriminiert fühlen.

Berlin-Kreuzberg steht – an der Ecke Manteuffel- und Skalitzer Straße – ein Haus, dessen Wand von linken Bösewichten des öfteren zur Meinungsbekundung missbraucht wird. Neuerdings hing dort ein Plakat, auf dem an den Nagelbombenanschlag am 9. Juni 2004 in der Kölner Keupstraße erinnert wurde. Der mittlerweile den Neonaziterroristen des NSU zugeordnete Angriff war lange ungeklärt. Auf dem Plakat auch zu lesen war das Statement “Staat und Nazis Hand in Hand”. Das geht nun aber doch gar nicht, beschloss die Einsatzleitung der Berliner Polizei, und so rückte man am heutigen Dienstag Vormittag an, und entfernte zusammen mit der Feuerwehr (denn es hing schon recht hoch, das Ding) die inkriminierten Passagen. Genau: Nur die betreffende Formulierung wurde herausgerissen, der Rest darf hängen bleiben, schließlich haben wir Meinungsfreiheit in Schland, die Freiheit meinen zu dürfen, was wir meinen sollen.

Im Anschluss wurden noch ein bisschen die anwesenden Journalisten schikaniert, alles bieten lassen muss man sich ja nicht von denen, und schwupps geht´s wieder ab in den Görli, Schwarze kontrollieren, oder auch mal die Araber, man ist ja kein Rassist.

Als Begründung für die Realsatire-Aktion nannten die anwesenden Beamten den Paragraphen 90a StGB, “Verunglimpfung des Staats und seiner Symbole”. Und da soll einer sagen, die Berliner Cops hätten keinen Humor! Auf einen Prozess kann man es in dieser Sache auf jeden Fall ankommen lassen, lässt man auch nur eine Sekunde lang die Geschichte der “Aufarbeitung” der NSU-Morde Revue passieren. Kleine Auswahl gefällig: Da ist ein hauptberuflicher Verfassungsschützer, Andreas Temme (den man in seinem Umfeld “Kleiner Adolf” nennt und der Neonazi-V-Männer betreut), in einem Internetcafé in Kassel, zu exakt dem Zeitpunkt als dort der NSU Halit Yozgat ermordet. Temme sagt einfach: “Hab ich nicht bemerkt” und alles ist gut. Da sterben Zeugen wie der V-Mann “Corelli” kurz bevor sie aussagen sollen, und der BKA-Präsident Jörg Ziercke lügt nachweislich sämtliche Medien und Untersuchungsausschüsse über Jahre hinweg an, wenn es um den Tod der zwei NSU-Mitglieder Mundlos und Böhnhardt geht. Da werden Akten geschreddert, Aussagen hochrangiger Beamter erweisen sich als simple Erfindungen, Gelder, die vom Verfassungsschutz ins Neonazi-Milieu flossen, werden sichtbar.

Kurzum: Die “Verunglimpfung” sollen die Herren vom Dienst dann doch bitte beweisen – Wenn sie können.

Quelle: indymedia.linksunten.org, [Berlin] Bullen vs. Plakat