Archiv für September 2013

Neonaziterror in Griechenland! Soli in Hamburg nach Mord an Antifaschist und Rapper in Athen!

Neonaziterror in Griechenland! Schon am Wochenende gab es von Neonazis in Griechenland mehrere angriffe auf Linke und Antifaschist_innen. Heute Morgen wurde in Athen der Rapper und Antifaschist Pavlos Fyssas von Nazis ermordet!

Demo für Pavlos Fyssas in Hamburg am 19.09.

Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Wie indymeia Athen berichtet hat wurde heute morgen ein Antifaschist in einen Vorort von Athen ermordet.

Gegen Mitternacht soll Pavlos Fyssas in Keratsini, einem Arbeiterviertel von Piräus, mit seiner Freundin und einem anderen Paar unterwegs gewesen sein, als sie von einer 15-20-köpfigen Gruppe Neonazis, vermutlich Mitglieder der Neonazipartei Goldene Morgenröte, attackiert wurden. Nach einer Verfolgungsjagd schnitt eine weitere zehnköpfige Nazigruppe den Flüchtenden den Weg ab. Daraufhin wurde Fyssas durch einen Stich ins Herz getötet.

Laut eines Augenzeugenberichts waren Polizeibeamte vor Ort, schritten aber erst ein, als es bereits zu spät war und der Großteil der Neonazis bereits geflüchtet war. Sie sollen dann den vermeintlichen Mörder, der noch das Messer in der Hand hielt, festgenommen haben. Die Polizei bestätigte die Festnahme eines 45-jährigen Mitglieds der Goldenen Morgenröte. Bei ihm sei ein Messer gefunden worden.

Für Mittwoch haben Antifaschisten u.a. in Athen, Thessaloniki, Mytilene, Patras und Komotini zu Demonstrationen aufgerufen.
Vergessen wir auch: Ivan Khutorskoi, Silvio Meier, Carlos Palomino, Davide »Dax« Cesare, Clément Méric und alle anderen nicht!

Antifa in die Offensive! Wut und Trauer zu Widerstand!

Kommt am 19.09. um 20 Uhr vor die Rote Flora in Hamburg!

Unsere Solidarität und Trauer erklären wir den Angehörigen, Freunde_innen und Genoss_innen von Pavlos Fyssas. Viel Kraft, Ausdauer und Glück ersehnen wir allen Antifaschist_innen in Griechenland.

Unsere Wut und unser Kampf gilt allen Faschisten und ihrer mörderischen Ideologie überall!

Quelle:indymedia.linksunten, Neonaziterror in Griechenland! Soli in Hamburg nach Mord an Antifaschist und Rapper in Athen!

28.9. Überregionaler Autonomer Block

Für die Vergesellschaftung der Städte!
Häuser besetzen – Investor_innen enteignen – autonome Projekte verteidigen!

Im Rahmen der Demo „Keine Profite mit der Miete“ (in Hamburg) rufen wir zu einem überregionalen autonomen Block für besetzte Häuser und Projekte auf, der sich gegen Mietenwahnsinn und kapitalistische Stadtentwicklung richtet. Wir wollen damit unsere Solidarität mit Besetzer_innen, autonomen Zentren und selbstbestimmten Wohnprojekten zum Ausdruck bringen, kündigen für den Fall eines Angriffes auf die Roten Flora oder anderer Projekte unseren Widerstand an und senden widerspenstige Grüße an die kürzlich durchsuchten Häuser in Berlin.

Bei aller Unterschiedlichkeit von Wohnformen, besetzten Häusern und Autonomen Zentren, ob mit Vertrag und Miete, in Verhandlungen, als Genossenschaft, syndikalistisch oder unverträglich. Wir lassen uns nicht auseinander dividieren. Wird ein Projekt angegriffen, werden wir alle angegriffen.

Wagenplätze, Kultur- und Hausprojekte sind wichtige Bestandteile einer selbstbestimmten stadtpolitischen Entwicklung. Wir appellieren dabei nicht an die Politik, sondern setzen unsere praktischen Erfahrungen und Utopien gegen die vermeintlichen Sachzwänge der kapitalistischen Stadt.

Mieten? Braucht kein Mensch!

Der Kampf von Mieter_innen gegen Zwangsräumungen ist ebenso ein Teil hiervon wie die Proteste gegen Mietenwahnsinn und Wohnraum als Ware. Es geht in der Perspektive um eine radikale Veränderung des sozialen und politischen Lebens: Die Vergesellschaftung des Wohnraumes. Sind Mieten notwendig? Müssen Häuser besessen werden? Für uns ist Wohnen oder Nahverkehr keine Frage von Besitz, sondern wie das Betreten von Parkanlagen eine gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit.

Anders als es das Motto der Demo nahe legt, ist nicht allein das Problem, dass Profite mit der Miete gemacht werden, sondern Mieten sind Teil der krisenhaften Dynamiken der warenproduzierenden Gesellschaft, die auf Privateigentum und Ausbeutung beruht.

Mieten bilden ein Diapositiv von Lohnarbeitszwängen und Armut. Wer keinen Job hat, wird verdrängt, muss umziehen oder wird in die Wohnungslosigkeit gedrängt. Mieten sind kein Naturgesetz, sondern Ausdruck kapitalistischer Abhängigkeiten. Sie bilden Hierarchien ab und stehen einem gleichberechtigten Leben entgegen. Sie gehören abgeschafft.

In der Gesellschaft, in der wir leben, gibt es nichts, das niemandem gehören darf. Wenn ein Mensch stirbt und niemand dessen Hinterlassenschaften will, muss der Staat als Zwangserbe einspringen. Aus demselben Grund wird eine Löschung aus dem Grundbuch oder der Besetzt-Status der Roten Flora als illegal betrachtet. Während die Besitzlosigkeit der Dinge also verboten ist, gelten Armut und Besitzlosigkeit von Menschen als legal, erlaubt und unvermeidlicher Sachzwang eines gutgeführten Unternehmens Stadt.

Indem Dinge, die selbstverständlich sein sollten, zur Ware gemacht werden, werden diese nicht nur dem Öffentlichen und Gemeinsamen entrissen, sondern uns gleichzeitig ein Platz in der Gesellschaft zugewiesen: Der der Käuferin oder des Verkäufers, vor oder hinter der Ladentheke. Die Beziehung zwischen uns und die Räume in der Stadt werden einzig und allein ökonomisch definiert. Besitz und Verwertbarkeit dominieren als gesellschaftliche Grundlage. Sie trennen und hierarchisieren die Menschen in ihren Verhältnissen zueinander, anstatt die Herstellung eines Gemeinsamen an Orten kultureller Aushandlung zu ermöglichen.

Gegen den Ausverkauf der Stadt

Ob Privatwirtschaft oder städtische Standortpolitik, beides orientiert sich nicht an den Bedürfnissen und dem Bedarf der Menschen, sondern an kapitalistischen Kosten-Nutzen-Rechnungen. Flüchtlinge, Drogenkonsument_innen, Menschen mit zugeschriebenem Migrationshintergrund oder wenig Geld werden wie viele andere systematisch aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Wir lehnen diese Verhältnisse ab, da das Zusammenleben für uns eine Frage von Aushandlung und Assoziation ist. Die Stadt gehört nicht der etablierten Politik, Investor_innen oder Investmentfonds, sondern allen. Und alle haben denselben Anspruch darauf.

Mit einer Stadt, die sich als Unternehmen begreift und einer auf Privatwirtschaft abzielenden Stadtentwicklung ist für uns keine Zukunft denkbar. Unsere Kritik ist daher notwendigerweise radikal und grundsätzlich. Denn ohne Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse ist kein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Zusammenleben möglich. Ohne die Abschaffung anderer Herrschaftsmuster wie zum Beispiel patriarchaler Strukturen reproduzieren wir bestehende Zwänge, ohne Aufstände und Revolten treten wir auf der Stelle der Geschichte und kommen nicht vom Fleck.

Wir wenden uns gegen Privatisierungen, kämpfen für selbstbestimmte Projekte und Praktiken der Aneignung und stellen uns solidarisch der Repression entgegen. Strafverfahren, wie gegen die Besetzer_innen der Juliusstraße, halten uns nicht davon ab, die Luxus-Mahagonitüren des Leerstandes aufzubrechen. Hausdurchsuchungen, wie zuletzt in der Rigaer Straße und anderen Wohnungen in Berlin, dienen der Einschüchterung und Kontrolle. Sie treffen wenige und meinen uns alle. Solidarität ist für uns deshalb nicht nur eine Praxis der Unterstützung, sondern Ausdruck derselben Unzufriedenheit, derselben Praxis und Bewegungsrichtung. Unsere Perspektive ist Vergesellschaftung und die Teilhabe aller, nicht als avantgardistisches Projekt, sondern als breite soziale Bewegung, die sich in unterschiedlichen Kämpfen aufeinander bezieht.

Wir sind daher solidarisch mit dem Wohnprojekt Vereinsstraße in Hamburg, das von der Stadterneuerungsgesellschaft verkauft und zerstört werden soll. Wir sind solidarisch mit dem Widerstand der Bewohner_innen der Esso-Häuser auf St. Pauli, die abgerissen und profitabel saniert werden sollen. Wir verstehen uns als Teil der bundesweiten Flüchtlingsproteste und des Kampfes gegen das europäische Grenzregime. Wir schauen nicht weg, sondern greifen ein, wenn Jugendliche in Altona-Altstadt rassistischen Kontrollen ausgesetzt sind und mittels Gefahrengebieten Zonen repressiver Willkür geschaffen werden. Dies alles ist für uns untrennbar verbunden, wenn wir gegen Mietenwahnsinn und für autonome Projekte auf die Straße gehen.

Wohnen für alle und zwar umsonst!
Esso-Häuser, Vereinsstraße und alle anderen Wohnungen in Mieter_innenselbstverwaltung!
Weg mit Residenzpflicht und Abschiebelagern!
Solidarität mit den durchsuchten Projekten in Berlin – united we stand!

Kampagne Flora bleibt unverträglich! FLORABLEIBT

24.9. Come as you are – Autonome Modenschau

Große weiße Villen, kleine Gassen, ehemalige Kutscherhäuser, hochklassige Antiquitäten- und Schmuckläden – Pöseldorf inspirierte schon Wolfgang Joop und Jil Sander: »Von Pöseldorf aus starteten sie ihre atemberaubenden internationalen Karrieren, und auch heute ist insbesondere die Milchstraße ein Magnet für Mode- und Lifestyle-Bewusste. Aber Pöseldorf wäre nicht das lebendige pulsierende Quartier, wenn nur die Reichen und Schönen sich dort heimisch fühlten: Jeder – ob Besucher, Bewohner oder Student – findet ganz ohne Stress seine ganz besonderen Lieblingsplätze und Anlaufadressen.«
Hamburg Tourism

Es tut sich was auf Hamburgs Straßen. Wer die Szene verfolgt, für den ist es kein Geheimnis: Investor Gert Baer arbeitet daran, die verschlafene Modewelt aufzuwecken. Mit hohem finanziellen Einsatz und trotz aller Risiken für sich selbst und das geschäftliche Umfeld in Pöseldorf hat er die Rote Flora in sein Immobilien-Portfolio aufgenommen.

Auch wenn niemand genau weiß, was der schweigsame Lenker und Klaus Martin Kretschmer wirklich planen. Eine konventionelle Räumung ist laut Medien ebenso im Gespräch wie der Einsatz von Security oder eine heiße Sanierung. Die Zeichen der Zeit stehen zweifelsohne auf Sturm. Und wie immer, wenn radikale kulturelle Umwälzungen bevorstehen, hat dies auch großen Einfluss auf die Mode und den Style der Stadt.

Während in der Schanze und in Wilhelmsburg die Trends der kommenden Aufstände zu finden sind, während sich in Steilshop und Neuwiedenthal die Think Tanks der kommenden Street Art befinden, bilden gutbetuchte, konservative Stadtteile wie Blankenese oder Pöseldorf immer noch die rückständigen Problemviertel der Marke Hamburg von morgen.

Die Menschen haben dort häufig kaum Erfahrung und große Scheu, wenn trendige Sturmhauben, schwarze Helme oder andere innovative Accessoires im Straßenbild auftauchen. Dabei gehören Barrikaden, Scherbendemos oder zerstörte Luxuslimousinen im Fall einer Räumung der Roten Flora bald möglicherweise zum Alltag in genau diesen Stadtteilen.

Prada und Manolo sind von gestern. Wer in Zukunft beim Spaziergang durch nächtliche Straßenschlachten mit Klasse beeindrucken will, braucht Stilsicherheit bei der Auswahl der Garderobe. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Kein Mix unterschiedlicher Proteststile und vor allem nicht die wichtigen Accessoires vergessen.

Die Sonnenbrille zum Halstuch zu vergessen kann unangenehm auffallen. Zur Hasskappe leichte Sandalen zu tragen lässt schnell ausrutschen auf dem rutschigen Parkett internationaler Proteste. Für stilsichere und schlagkräftige Argumente darf heutzutage ein kurzes Alibifähnchen als passender Farbtupfer getragen werden. Strohsäcke oder Plexiglasscheiben runden das Outfit vieler globalisierungsktitischer Aktivist_innen ab. Der Rock zur Hasskappe sorgt für Irritationen und stellt den Militanzfetisch der letzten Saison in Frage.

Hamburg steht in Konkurrenz mit Metropolen wie Berlin, Kopenhagen, Athen oder der neuen Protest-Location Istanbul. Rund um den Taksimplatz ist einer der kreativsten Hot-Spots der Riot-Mode entstanden. Die Choreographie der Proteste und Straßenschlachten hat in allen Metropolen der Welt neue Impulse gesetzt.

Auch im Norden prägen junge Talente raffinierte Trends und konkurrieren mit Protestevents im Wettbewerb um die kreativen Köpfe der Riot-Couture. Wichtiger Kreativ-Tank ist und bleibt dabei eines der großen, klassischen Häuser. Es hat die autonome Linie von Generationen geprägt hat: Die Rote Flora. Hier kracht und raucht es an Schanzenfesten und Maifeiertagen. Hier wird Hass auf das System gelebt. Hier wird Randale im Original entwickelt. Ohne besetzte Häuser wie die Rote Flora wäre die Widerstandskultur in der Metropolregion heute nicht dort, wo sie steht. Und sie steht gut da. Im Gängeviertel ist durch mühevolle Besetzungsarbeit etwas entstanden, im Centro Sociale wird an übergreifenden Trends gearbeitet und auf St. Pauli ist bereits das nächste große Ding im Kommen.

Fast unbemerkt hat sich aus dem kleinen lokalen Konfliktherd um die Esso Häuser ein brandheißer Protest-Pool von überregionalem Interesse entwickelt. Wer wehmütig an modische Innovationen von Barrikadentagen und Bambule denkt, darf gespannt sein. Hier werden mit Unterstützung des Senats und der Bayrischen Hausbau schon heute die Trends von morgen gesetzt. Keiner sollte diese spannenden Entwicklungen verpassen, die neue Urbanität in den Kleiderschrank bringen und sowohl zum großen Krawall und Remmidemmi, als auch direkt vor der Tür zur kleinen Aktion in der Abendstunde getragen werden können.

Jede Revolution beginnt mit der Zerstörung des Bestehenden. Ein angemessenes Outfit zu tragen, drückt nicht nur Zugehörigkeit und soziale Kompetenz aus, sondern ermöglicht auch gesellschaftliche Weiterentwicklung. Die richtige Mode kann auch Ihren Charakter formen, wenn sie passend zum Anlass gewählt ist. Es muss nicht immer gleich die militante Gruppe sein. Auch in kleiner Runde kann bei richtigem Timing ein unauffällig getragenes Tuch große Wirkung erzeugen. Und etwas richtig platzierte Farbe wird sicher auch in Ihrem Umfeld auf Begeisterung stoßen und für Zustimmung sorgen.

Die Mode wartet nicht, sie schreitet voran. Lassen Sie sich diese einzigartige Veranstaltung in der teuersten Wohnlage Hamburgs, wo internationale Stars essen gehen und feiern, Investor_innen und Kapitalgesellschaften ihr Zuhause haben und die Reichen und Schönen in ihren Villen residieren, nicht entgehen. Brennt die Marke Hamburg auch für Sie? Wir sagen ja und teilen unseren Style gerne mit der ganzen Stadt, denn es darf kein Gefälle mehr geben. Was in der Schanze passt, muss auch in Pöseldorf tragbar werden.

Sie kannten Autonome bisher nur aus der Zeitung? In Ihrer Straße gab es noch keine Vermummten? Pink and Silver halten Sie für ein Duo? Dies wird sich ändern. Informieren Sie noch heute Ihre Nachbar_innen und beleben Sie mit uns die nächtliche Milchstraße für Ihr persönliches Coming Out. Nach dieser Nacht wird für Sie nichts mehr dasselbe sein.

Aber es kommt noch besser. Für alle, die ihren neuen Trend direkt auf der Straße präsentieren wollen, besteht die Möglichkeit, sich am 28. September einem autonomen Block auf der Demonstration gegen Mietenwahnsinn und kapitalistische Stadtentwicklung anzuschließen.

Wir sind ein Bild aus der Zukunft!

Flora bleibt unverträglich

24.9. Autonome Modenschau
19:30 Uhr Milchstraße / Ecke Mittelweg, Hamburg.

Quelle: Florableibt, 24.9. Come as you are – Autonome Modenschau

Keine Profite mit der Miete! Die Stadt gehört allen!

Bundesweiter Aktionstag: 28. September 2013

Die Mieten in vielen Städten explodieren, unkommerzielle Projekte wie soziale Zentren, Jugendclubs, besetze Häuser oder Bauwagenplätze sind bedroht. Menschen, die sich die hohen Mieten nicht leisten können oder wollen, werden aus den Innenstädten verdrängt, die soziale Ungerechtigkeit nimmt weiter zu. Auch in schrumpfenden Regionen verschlechtert sich die Lage der MieterInnen: Investitionen in Wohnungen und sonstige Infrastruktur „lohnen“ sich dort nicht mehr und bleiben deshalb aus.

Investitionen in Immobilien galten im Kapitalismus immer schon als lohnenswert. Sie versprechen Krisensicherheit in einem System, was ohne Krisen nicht auskommt. In der aktuellen Immobilien- und Finanzkrise haben deutsche Immobilien nun mehr denn je das Image des sicheren „Betongolds“. Geld lässt sich dort nicht nur sicher „parken“. Wo Mietsteigerungspotential ist, lockt auch Profit. Das hat zur Folge, dass für die Mieter_innen die Lebenshaltungskosten stark steigen und sie immer häufiger unfreiwillig ihre Wohnung verlassen müssen. Dass für sie ihr Zuhause, ihr Zufluchtsort und Lebensmittelpunkt auf dem Spiel steht, hat in dieser Rechnung keinen Platz.

Die Politik hat die zunehmende Wohnungsnot lange geleugnet und stattdessen öffentliche Wohnungsbestände privatisiert. Das Mietrecht wurde noch dieses Jahr verschärft. Die (Innen)städte werden von den Verantwortlichen gezielt „aufgewertet“. Sie sind nicht mehr Orte zum Wohnen, zum Begegnen und zur Kommunikation, sondern „Standorte“ in der kapitalistischen Konkurrenz um Investoren, kaufkräftige TouristInnen und Co. Wer nicht zahlen kann, muss weg.

Dabei gäbe es vielfältige rechtliche Möglichkeiten, Mieter_innen zu stärken und das Treiben der Immobilienwirtschaft zumindest einzuschränken: Die Modernisierungen könnten nur einvernehmlich zwischen Vermieter_innen und Mieter_innen erlaubt sein, Kündigungen seitens der Vermieter_innen erschwert werden. Zweckentfremdungen von Wohnraum und die Umwandlung in Eigentumswohnungen könnten stärker begrenzt, Mietsteigerungen – bisher weit über der Inflationsrate möglich – , könnten an die Lohn- und Rentensteigerungen angebunden werden, auch für Neuvermietungen. Nicht gewinnorientierter Wohnungsbau, der den Auftrag der Daseinsvorsorge für die Bürger_innen ernst nimmt, könnte vorrangig gefördert werden. Statt sie an den Meistbietenden zu verkaufen könnten Baugrundstücke der öffentlichen Hand dafür zur Verfügung gestellt werden. Doch nichts davon geschieht. Wenn überhaupt politische Maßnahmen ergriffen werden, wurden sie von sozialen Bewegungen erkämpft. Trotzdem sind sie bisher nicht mehr als Tropfen auf heiße Steine. Kleine Erleichterungen, von denen sich Politiker_innen vermutlich erhoffen, dass sie den Aktivist_innen politisch den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die derzeitige Entwicklung stoppen oder ihre Geschwindigkeit zumindest spürbar drosseln können diese Minimalmaßnahmen jedenfalls nicht.

Mittlerweile regt sich allerdings in vielen Städten entschlossener Widerstand derjenigen, die nicht auf die Sonntagsreden der PolitikerInnen vertrauen, sondern die wegen dem Mangel an bezahlbaren Wohnraum schon mit dem Rücken an der Wand stehen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen. In Hamburg gehen regelmäßig Tausende gegen den Mietenwahnsinn auf die Straßen. In Berlin blockieren Anwohner_innen Zwangsräumungen ihrer Nachbar_innen. In Düsseldorf, Frankfurt und München und anderswo organisieren sich diejenigen, die sich die Stadt, die wie ein Unternehmen geführt und wie eine Ware vermarktet wird, nicht leisten können.

Um bundesweit aktiv und gehört zu werden haben wir uns zum Bündnis „Keine Profite mit der Miete“ zusammengetan. Als Auftakt unserer Aktivitäten organisierten wir vom 22.06.13 bis zum 29.06.13 eine bundesweite Aktionswoche, in der in den einzelnen Städten verschiedenste Aktionen stattfanden. Am 28. September rufen wir zu einem bundesweiten Aktionstag auf, zu dem in vielen Städten Bundesweit große Aktionen stattfinden.

Wohnraum vergesellschaften!

Wer die Stadt dem Markt überlässt, weiß, dass nur die „Kaufkräftigen“ auf ihre Kosten kommen. Das Menschenrecht auf Wohnen kann nur gewährleistet werden, wenn der Ausstieg aus dem profitorientierten Wohnungsmarkt gelingt. Wohnraum muss vergesellschaftet, also allen unabhängig vom Einkommen zur Verfügung stehen. Deshalb: Keine Profite mit der Miete!

Häuser werden aus Spekulationsgründen entmietet und stehen danach leer, um später gewinnbringender verwertet zu werden. Obwohl es an Wohnraum und Plätzen für Kultur und soziale Projekte fehlt, stehen so – ganz legal – in einigen Städten großflächig Büro- und Wohnimmobilien leer, Freiflächen veröden ungenutzt. Wer trotzdem einzieht, verhält sich illegal. Dieser absurde Zustand muss ein Ende haben. Spekulative Leerstände müssen verboten und Besetzungen von länger leerstehenden Immobilien und brachliegenden Flächen legalisiert werden.

Zwangsumzüge und -räumungen sofort stoppen!

Zwangsweise Räumungen sind der drastischste Ausdruck des Mietenwahnsinns. Insbesondere BezieherInnen von ALG II sind davon betroffen – Mieten übersteigen inzwischen schnell die Regelsätze, Schulden und Zwangsumzüge sind die Folge. Aber auch mit eigenem Einkommen ist man nicht mehr vor einer Räumungsklage geschützt: Wenn es die gesetzliche Möglichkeit gibt, aus einer Wohnung mehr Geld rauszuholen als bisher, wird sie auch genutzt und keine Kündigungsmöglichkeit ausgelassen.

Gemeinsam gegen steigende Mieten und Verdrängung!

Die bisherigen Kämpfe um das Recht auf Stadt waren meist lokal begrenzt. Aber die Logik, die hinter den Verschärfungen der Lebensbedingungen in den Städten steht, ist eine globale – die Kapitalisierung immer weiterer Bereiche des Lebens.

Wir haben uns deshalb zusammengetan, um ein Zeichen zu setzen: Die Stadt von morgen beginnt heute! Keine Profite mit der Miete! Die Stadt gehört allen!

Informiert euch! Organisiert euch! Werdet aktiv!

Aktionen in folgenden Städten: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Hanau, Köln, Maintal

Quelle: keineprofitemitdermiete.org, Keine Profite mit der Miete! Die Stadt gehört allen!

Kein Fussbreit der rechten Hetze!

Auch dieses Jahr scheinen sie es noch nicht begriffen zu haben:

Die AbtreibungsgegnerInnen!

Bereits zum vierten Mal soll am 14. September in Zürich der „Marsch für‘s Läbe“ stattfinden, ein Aufmarsch christlicher AbtreibungsgegnerInnen.

Auch diesmal wehren wir uns. Wir haben keinen Bock auf reaktionäre Christen und verlogene Moralpredigten. Verteidigen wir das Recht auf selbstbestimmte Entscheidung!

Kommt alle am Samstag 14. September 2013 zum Turbinenplatz in Zürich!

Kein Fussbreit der rechten Hetze!

Quelle: Revmob.ch, Kein Fussbreit der rechten Hetze!