Archiv für August 2012

Mit Lärm und Sünde gegen den Aufmarsch rechter Christen!

Abtreibung ist Frauenrecht
Mit Lärm und Sünde gegen den Aufmarsch rechter Christen

Der Spuk hört nicht auf: Bereits zum dritten Mal soll am 15. September 2012 in Zürich der „Marsch fürs Läbe“ stattfinden, ein Aufmarsch christlicher AbtreibungsgegnerInnen. Organisationen vom rechten Rand der Landes- und Freikirchen rufen zum Marsch auf. Mit ihren Kampagnen vermitteln diese Gruppen ein durch und durch reaktionäres Frauenbild: Die Frauen sollen in ihrer Rolle als fürsorgliche Mütter ganz aufgehen, brav zuhause bleiben, die Familie ehren, fleissig Kinder gebären, weil das der liebe Gott so für sie vorgesehen habe. Dass Frauen ihr Leben selber in die Hand nehmen und auch selbstbestimmt über eine Mutterschaft entscheiden, das kommt für die AbtreibungsgegnerInnen nicht in Frage. Zu dieser muffigen Geschlechterpolitik kommen immer wieder auch offen rassistische und völkische Töne: Das diesjährige Motto des Aufmarsches („100′000 Kinder fehlen“), will uns allen Ernstes vor dem Zerfall des Schweizerischen Volkskörpers warnen.
Dieser Aufmarsch macht es deutlich: Frauenrechte sind noch immer hart umkämpft. Noch immer müssen wir die Errungenschaften der Frauenbewegung gegen reaktionäre Kräfte verteidigen. Die Propaganda der AbtreibungsgegnerInnen will uns glauben machen, dass Abtreibungen mit Verboten und mit christlicher Moral aus der Welt geschafft werden könnten. Das ist reiner Unsinn: Dass Frauen in die Situation kommen, ein Kind nicht haben zu wollen oder zu können, kam vor hundert Jahren vor, kommt heute vor und wird auch in hundert Jahren noch vorkommen. In der Schweiz war denn auch die Zahl der Abtreibungen zu Zeiten des Abtreibungsverbots nicht kleiner als heute; die Abtreibungen fanden einfach unter mieseren Bedingungen statt. Ein Abtreibungsverbot schafft Abtreibungen also nicht aus der Welt, es kriminalisiert sie nur. Die Folgen sind Pfuscherei, Selbstabtreibungen, Zwangsgeburten, massiver finanzieller und moralischer Druck für die Betroffenen. Beim Recht auf Abtreibung geht es also nicht nur um Selbstbestimmung; die Ermöglichung medizinisch seriöser Schwangerschaftsabbrüche und ideologiefreier Beratung bedeutet auch einen Schutz der körperlichen und psychischen Gesundheit von Frauen.
Der „Marsch fürs Läbe“ ist keine Randerscheinung: Die christliche Rechte ist auf dem Vormarsch, auch das politische Klima insgesamt verschiebt sich in der aktuellen Krise weiter nach rechts. Die Angriffe auf die Frauenrechte, die rassistische Hetze, der konservative Mief, das alles gehört zur kapitalistischen Krise wie die Fliegen zum Scheisshaufen. Darum muss auch der Widerstand gegen die rechte Hetze ein Widerstand sein, der ums Ganze geht. Wir pfeifen auf die familiären Werte der AbtreibungsgegenerInnen und auf ihre verklemmte Sexualmoral. Ob Kinder oder keine, entscheiden wir alleine! Wann, wo und mit wem wir Sex haben, ebenso.

Gegen rechte Hetze!

Abtreibung ist Frauenrecht!

Film und Infoveranstaltung: Freitag, 7. September 2012, 20:00 Volkshaus Zürich

Gegenkundgebung: 15. September 2012, 14:00 Uhr, Münsterhof Zürich

http://www.revmob.ch/

Plakat

Flyer

Wir fordern: Freiheit für die Gefangenen vom 1. Mai!

Am Dienstag, dem 10. Juli, wurden in einer koordinierten Verhaftungsaktion Genossen festgenommen. Die Mehrheit ist zwischen 18 und 20 Jahre alt. Es zeigt sich klar, dass die Repression gezielt bei den Jungen ansetzt, um möglichst früh durch die Gefährdung von Lehr-, Schul- oder Arbeitsplätzen Eindruck zu schinden. Einer ist am Freitag (13. Juli) freigelassen worden, die Übrigen sitzen nun in Untersuchungshaft, . Ihnen allen werden Aktivitäten am 1. Mai vorgeworfen – darunter sowohl Aktionen an der bewilligten Demonstration am Vormittag wie auch am Nachmittag im Rahmen des Revolutionären Treffs auf dem Kanzleiareal und in der nahen Umgebung.

Der Machtanspruch des Staates in Form von Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz auf die absolute Kontrolle des Raums soll untermauert werden. Wer mit seinen oder ihren Inhalten und Formen im öffentlichen Raum präsent sein will, soll abgeschreckt werden. Das zeigt sich nicht nur am 1.Mai, sondern auch in der allgemeinen Zunahme der Überwachung im öffentlichen Raum, der Vertreibung von „unerwünschten Gruppen“ im Rahmen der „Stadtaufwertung“ (wie auf der Bäckeranlage in Zürich) oder in der Verfolgung der Beteiligten an illegalen Parties. In all diesen Fällen wie auch anhand der Vorwürfe in dieser Geschichte soll aufgezeigt werden, dass nichts toleriert wird, was sich unkontrolliert den öffentlichen Raum nimmt und ihn nutzt.

Wir lassen uns nicht einschüchtern von diesen Abschreckungsversuchen. Wir sind der Meinung, dass wir uns den öffentlichen Raum nehmen sollen, ihn nutzen und verteidigen wollen. Daher gilt es, sich in derartigen Situationen gemeinsam und kämpferisch zu wehren.

Wir laden dazu ein, sich diesem Aufruf anzuschliessen. Schreibt ein Mail an rotehilfe@aufbau.org, wenn ihr euch als Einzelperson, Gruppe oder Organisation dieser Solidaritätserklärung anschliessen wollt, und leitet sie weiter.

Rote Hilfe Schweiz | Revolutionärer Aufbau Schweiz | Revolutionäre Jugend Zürich | gruppe antikapitalistische praxis (gap) | Radio LoRa | Bewegung für soziale Gerechtigkeit | Antikapitalistisches Kollektiv Zürcher Oberland (akzo) | Tierbefreiungsbündnis Zitronenfalter | Antirep Aarau | Infoladen Kasama | Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) – Hamburg | Revolutionäre Aktion Stuttgart | SoL * Sozialistische Linke | Infoladen Rabia Winterthur | Antirep Winterthur | Freund/innen und Unterstützer/innen von Marco Camenisch | Bleiberecht Kollektiv Zürich | Antirep Bern | Marco Camenisch | RSO Schweiz | HelferInnen der Roten Falken Zürich | widerrede | Autonome Antifa Freiburg | Karakök Autonome | Tierrechtsgruppe Zürich | Revolutionäre Jugend Gruppe (RJG) | Antikapitalistische Linke (AKL) | Secours Rouge Belgique | Netzwerk Arbeitskämpfe | Antifaschistische Linke Freiburg | Autonome Antifa Zürcher Aberland | BFS Jugend Zürich | PdA Zürich | Erich Schmid | Angela Thomas | FEKAR | Bündnis alle gegen Rechts (BagR) | Volksverlag | BBZ | eiszeit | sozialistische Zeitung Vorwärts | Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen | Luca Bernasconi („Billy“) | Yilmaz | Hugo Portmann | Revolutionäre Gruppe Ostschweiz | Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen | Infoladen RR, Budapest | Zusammen Kämpfen (Berlin) | René Lechleiter, Zürich, PdA, ehemals Redaktor des „Vorwärts | Ralf Binswanger, Psychiater | Antifa Bruxelles
Stand 10. August 2012

Aktion zu den 1. Mai Gefangenen in Hamburg

In St. Spauli und in Stuttgart fanden Soliaktionen für die Gefangenen vom 1. Mai 2012 in Zürich statt.

Freiheit für die Gefangenen vom 1. Mai 2012 in Zürich und allen anderen politischen Gefangenen!

Quelle: Indymedia.org,Aktionen zu den 1. Mai Gefangenen in Stuttgart und Hamburg