Archiv für März 2012

No Nazis: Kommt nach Hamburg!

No Nazis: Kommt nach Hamburg!

Am 02. Juni 2012 wollen Neonazis aus dem ganzen Bundesgebiet in Hamburg zum sog. »Tag der deutschen Zukunft« (Tddz) aufmarschieren. Organisiert wird diese seit 2009 jährlich in Norddeutschland stattfindende Aufmarschreihe von einer Melange aus norddeutschen »Freien Kräften« und NPD-Strukturen. Die Kampagne der Neonazis ist völkisch-rassistisch, liebäugelt mit dem Rassismus der Mehrheitsgesellschaft und den Thesen von Thilo Sarrazin.

Der anstehende Aufmarsch hat für die lokale Neonaziszene große Bedeutung, denn seit dem versuchten Großaufmarsch im Mai 2008 hat sich die Hamburger Neonaziszene eher durch Dauerpatzer hervorgetan. Autonome und antifaschistische Gruppen mobilisieren mittlerweile zum 2. Juni und wollen den Aufmarsch zum Desaster machen.

Hier mehr Infos…

Quelle: geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin, Antifa.de, No Nazis: Kommt nach Hamburg!

Antifarevue: Die braune Szene in der Schweiz

Die neue Antifarevue, herausgegeben von der Antifa Bern, Antifa Oberland und repro, bietet einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation der rechtsextremen Szene in der Schweiz. Die 40 Seiten starke Broschüre enthält Porträts gegenwärtig aktiver Gruppierungen und Bands und liefert viele Hintergrundinfos.

Die Antifarevue kann kostenlos bei der Antifa Bern bezogen werden: Antifa Bern, Postfach 5053, 3001 Bern, info@antifa.ch .

Sie zeigt momentane und vergangene Entwicklungen im braunen Sumpf auf. Angereichert mit vielen, bislang teils unveröffentlichten Fotos, einer Chronologie rassistischer und rechtsextremer Vorfälle der letzten zwei Jahre und einem geografischen Überblick stellt sie ein unverzichtbares Nachschlagewerk sowohl für alte Hasen als auch für NeueinsteigerInnen der Antifa-Szene dar.

Der genaue und stete Blick nach Rechts ist ein wesentlicher Bestandteil und die eigentliche Basis der Antifa-Tätigkeit. Durch kontinuierliche Recherchearbeit können die Machenschaften der Alt- und Neonazis aufgedeckt und publik gemacht werden. Genau dieses Ziel verfolgen wir auch mit der vorliegenden Antifarevue: Eine Vielzahl an Informationen wurde gesichtet, verarbeitet und kompakt und übersichtlich präsentiert.

Die Spannweite reicht von der Einschätzung sowie der Geschichte bekannterer Neonazi-Organisationen und Parteien wie der Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) und ihrer Sektionen, Blood & Honour und den Hammerskins bis zur Beleuchtung kleinerer, unbekannter Gruppen wie beispielsweise des Waldstätterbundes, des Volksbundes Wasserschloss und der Europäischen Aktion. Kurz und prägnant werden aktuelle Vertriebsstrukturen wie der Berner Oberländer Versand Holy War Records oder der Basler Kleiderladen Power Zone skizziert.

Einen vertieften Einblick gibt die Broschüre über die untrennbare Verknüpfung der braunen Szene mit ihren rechtspopulistischen Vorreitern in der Gesellschaft. Unser Befund: Die extreme Rechte – vorab die PNOS als ihre wichtigste Akteurin – schwächelt und steht im Schatten der übermächtigen Schweizerischen Volkspartei (SVP), welche ähnliche Themenfelder besetzt. Dennoch gibt es auch gegenläufige Tendenzen, in der Stadt Genf etwa, wo gleich zwei Neonazi-Organisationen mit ausgefallenen Aktionen für Schlagzeilen sorgen.

Quelle: Antifa-Bern, Antifarevue: Die braune Szene in der Schweiz

Kriminell ist, wer den Faschismus schützt!

Am Montag dem 19.03.2012 fand der Prozess gegen einen antifaschistischen Genossen statt, dem vorgeworfen wird, an den Protesten gegen die Europäische Aktion in Diepoldsau teilgenommen zu haben.

Wir solidarisieren uns mit dem Genossen, der gestern in den Hallen der Klassenjustiz sass.
Unsere Solidarität gehört jedoch auch allen welche an dem Protest gegen die Europäische Aktion teilgenommen haben und die von der Polizei durch ganz Diepoldsau gehetzt wurden, um den Faschisten den Weg frei zu machen!
Die Kantonsregierung von St.Gallen ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten, so beschlossen sie, die Rheinbrücke in Diepoldsau, in die – Paul Grüninger Brücke – umzubenennen. Zu ehren Paul Grüningers, der im zweiten Weltkrieg über 3000 Menschen zur Flucht vor dem Nationalsozialismus, in die Schweiz verholfen hat. Im gleichem Atemzug jedoch, werden Antifaschist/Innen durch halb Diepoldsau getrieben, während die Faschisten gerade auf Demonstranten ein prügelten, welche sich auf dem nach Hause Weg befanden.

Doch vor Gericht, steht nun der Antifaschismus! Dies zeigt uns einmal mehr den Charakter dieser Justiz und dieses Ausbeutungssystems!

In St.Gallen, müssen Antifaschisten anscheinend erst tot sein, bevor sie geehrt werden.

Revolutionäre Gruppe Ostschweiz

Quelle: Freistadt St. Gallen-Linksautonome Kultur, Diepoldsau Prozess

Flugblatt zur Binz-Demo

Wessen Strassen – unsre Strassen! Wessen Häuser – unsre Häuser! Heraus zum 1. Mai!

Den „öffentlichen Raum“ nutzt die Bourgeoisie seit eh und je für ihren Klassenkampf von oben: Privatisierung, Verdrängung durch gnadenlose Aufwertung, Zensur der Versammlungsfreiheit durch gewaltsam durchgesetzte Repression- Das Kapital zeigt seine hässliche Fratze tagtäglich und immer offensiver. Mittels ihrem wichtigsten Machtinstrument, dem Staat, entscheidet sie darüber, wer in der Vorzeigedemokratie Schweiz wo zu wohnen hat oder demonstrieren darf. Die jüngsten Entwicklungen an der Weststrasse zeigen deutlich die Strategie der profitorientierten Stadtentwickler: Die Abgase den ProletInnen, das aufgewertete Quartier den Yuppies! Die ArbeiterInnenklasse sollen mit all ihren Errungenschaften in der Agglo verschwinden. Wer revolutionäre Inhalte auf die Strasse trägt und sich ungefragt Raum aneignet, wird am besten gleich präventiv verhaftet und mit hohen Bussen abgestraft. Mittels Einschüchterungen dieser Art versucht die Bourgeoisie die revolutionäre Linke auf Sparflamme zu halten und alle aufkommenden widerständischen Bewegungen im Keim zu ersticken.
Die restriktive Wohnungspolitik macht auch vor besetzten Häusern nicht halt. Steht irgendwo ein Gebäude lange leer und wird dann besetzt, findet sich augenblicklich ein Grund es am besten unter Einsatz von Gummischrot (wie jüngst an der Brandschenkenstrasse) zu räumen und einen weiteren Bürokomplex aus dem Boden zu stampfen. Nun soll also auch die Binz daran glauben!
Für ihre Tabula Rasa hat die Bourgeoisie zwei Gründe. Einerseits soll jeder Fleck Erde mit etwas bebaut werden, das Profit erwirtschaftet; und zweitens sollen keine schwer kontrollierbaren Räume bestehen, in der sich unter anderem auch Widerstand formiert. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass das Kapital auch in der Schweiz seine Angriffe auf die Arbeits- und Lebensbedingungen immer schärfer fortfährt. Während die grossen Konzerne milliardenschwere Gewinne einfahren, stagnieren unsere Löhne seit Jahren, das Rentenalter wird erhöht, wir gönnen uns aus Angst vor Arbeitslosigkeit keine sechs Wochen Ferien jährlich und wer gegen diese Missstände protestiert, wird einfach auf die Strasse gestellt. Der Angriff läuft dort selbstredend weiter: Die Arbeitslosenentschädigung wird reduziert und wer keine Stelle mehr findet, als Sozialschmarotzer diffamiert.

Kämpfen wir gegen Ausbeutung und Krieg!

Seit es den 1. Mai, den internationalen Kampftag der ArbeiterInnenklasse gibt, sind diese zwei Punkte zentrale Inhalte. An Aktualität haben sie angesichts der tiefen Krise des kapitalistischen Systems, das immer mehr Verelendung und Kriege produziert, nicht eingebüsst.
Immer mehr Menschen verbinden ihren Widerstand gegen die herrschenden Zustände mit der Perspektive einer Produktion für die Bedürfnisse der Menschen und nicht für den Profit. Denn dieser ist der Motor der Ausbeutung und des Krieges.

Lassen wir uns von den Angriffen der Bourgeoisie nicht einschüchtern!

Tragen wir weiterhin unsere Inhalte auf die Strasse!

Heute und auch am 1. Mai!

Huus Streets?

Our Huus & Streets!

Der Kapitalismus hat keine Fehler- er ist der Fehler!

Für den Kommunismus!

Flugblatt als pdf

Quelle: Revolutionärer Aufbau, Flugblatt zur Binz-Demo

Kommt zum Antifa-Prozess am Montag 19.3.!

Solidarität mit dem Angeklagten der antifaschistischen Mobilisierung von Diepoldsau

Am 19. März findet in Rheineck/SG der Gerichtsprozess gegen einen von 44 Betroffenen statt, die im Zusammenhang mit der Mobilisierung gegen das Neonazi-Treffen in Diepoldsau verhaftet und juristisch verfolgt wurden.

Die Antifa-Mobilisierung vom 10. September 2011 richtete sich gegen ein Treffen der Europäische Aktion, einem neuen Organisationsversuch von Schweizer Faschist/innen unter der Führung des bekannten Holocaustleugner Bernhard Schaub. Zu dem Treffen waren Gäste aus europäischen Naziorganisationen wie der deutschen NPD oder der britische BNP eingeladen.

Treffpunkt der Faschist/innen war Diepoldsau im Kanton St. Gallen. Die Neonazis konnten sich dort unbehelligt treffen. Es gab je eine Gegenmobilisierung von Grünen und von Antifaschist/innen. Die St. Galler Kantonspolizei liess die Neonazis gewähren, als diese einen österreichischen Grünen-Politiker mit Knüppeln niederschlugen. Dafür hat sie mit einem Grossaufgebot die kleine antifaschistische Gegendemo durch die Gegend gejagt und verhaftet.

Die Folge: ein Verfahren gegen 44 Antifaschist/innen wegen Hausfriedensbruchs und Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration. Die Kosten für Bussen und Verfahren belaufen sich bereits auf ca. 200′000 Franken.

Die Bestrafung durch derart hohe Kosten soll all jene vom wichtigen und richtigen antifaschistischen Widerstand abhalten, die kein oder wenig Geld haben. Das ist nichts anderes als ökonomische Erpressung. Jegliche Kritik am rassistischen Normalzustand soll mundtot gemacht werden.

Wir rufen alle solidarischen Leute auf zum Prozess zu kommen oder sich sonst was einfallen zu lassen, um ihrer Solidarität Ausdruck zu verleihen!

Den Nazis kein ruhiges Hinterland!

Infos zu Diepoldsau und zum Prozess: www.diepoldsau44.ch.vu

Quelle: Indymedia.org, Kommt zum Antifa-Prozess am Montag 19.3.!, Freund/innen und Unterstützer/innen von Marco Camenisch
März 2012

Antifa Spray in Wetzikon

Dieser Antifa Spray haben wir beim spazieren in Wetzikon gesehen.

NAZIS RAUS AUS DEM ZH-OBERLAND! NO PASARAN!

Direkte Konfrontation mit Neonazis

Eine Einschätzung des Vorfalls aus München:

Am Samstag den 10.März kam es zu einer direkten Auseinandersetzung zwischen AntifaschistInnen und Neonazis im Münchner Westend. Dies ist ein Bericht eines Dagewesen, aber nicht an der Auseinandersetzung Beteiligten hinsichtlich der späteren Berichterstattung in den Medien und des Umgang der Polizei mit aktiven AntifaschistInnen.

Am Sa. den 10.3.2012 wollten Neonazis einen Aktionstag mit mehreren Infoständen in München durchführen. Bei den Neonazis handelte es sich Mitglieder des sog. „Freien Netz Süds“, sowie der NPD. An den unterschiedlichen Ständen waren u.a. Karl Richter, Roland Wuttke und Martin Wiese beteiligt. Bevor der erste Stand an der Ecke Heimeranstraße/Ganghoferstraße um 10:00h aufgebaut werden konnte, wollten AntifaschistInnen ihren Protest direkt in die Nähe der Neonazis tragen. Und so zog eine bunt zusammengewürfelte Menge von ca. 20 Antifas in Richtung der ca. 15 Neonazis. Diese Ansammlung machte weder einen organisierten Eindruck, noch war zu erkennen, dass diese es auf eine direkte Konfrontation angelegt hatten. Die Neonazis suchten aber sofort die Konfrontation, einer von ihnen holte einen Schlagstock, den er unter sein Jacke versteckte hatte, hervor. Es kam zu einer kurzen, aber heftigen Massenschlägerei, wobei der besagte Neonazi mit seinem Schlagstock wild um sich schlug.

Die Polizei schien sichtlich überfordert mit der Situation. Nach einigen Minuten verfolgten sie aber ausschließlich Grüppchen von Antifas mit Polizeibussen und fuhren mit hoher Geschwindigkeit und Blaulicht hinter einzelnen Antifas her, so dass diese in Hauseingänge flüchten mussten.

Die Reaktion der Polizei und der Medien

Die Polizei nahm keinen einzigen Neonazi fest, sondern verhaftete im Anschluss auf die Auseinandersetzung willkürlich Antifas mit Hilfe der Neonazis und deren Aussagen. Kein einziger Nazi wurde festgenommen. Dies alleine ist vielleicht nichts neues und die Zusammenarbeit zwischen Nazis und Polizei verwundert auch niemandem mehr. Die Tatsache aber, dass die Polizei in ihrem anschließenden Polizeibericht auch noch 1:1 die Version der Neonazis übernimmt ist dann doch absurd, denn zumindest diese Situation wurde von der Polizei direkt beobachtet. In dem Polizeibericht steht dann, dass 20 Antifas auf 2 Neonazis eingeschlagen hätten, bevor deren Infostand aufgebaut werden konnte. Die Neonazis initiieren sich zusätzlich als Opfer auf ihrer Internetpräsenz. Dies wurde dann am Montag in allen lokalen Medien wortwörtlich übernommen. Selbst der eigentlich kritisch-schreibende SZ-Redakteur Bernd Kastner fällt durch einen unheimlich schlecht-geschriebenen und politisch äußerst rechten Artikel auf. Kastner schreibt unter anderem, wie besonnen die Polizei reagiert habe, spricht durchgehend nicht von Neonazis, sondern von rechten Aktivisten (!) und zeigt deutlich seine Ablehnung gegen den etwas direkteren Protest.

Es wird sicherlich immer unterschiedliche Herangehensweisen im Kampf gegen Neonazis geben. Meiner Meinung nach erledigt sich das Problem mit Nazis aber nicht von alleine und sie sollten immer und überall auf massiven Widerstand stoßen. Hierzu zählt auch die Verhinderung von Infoständen. Der darauffolgende Infostand im Westend wurde übrigens nach dieser Auseinandersetzung abgesagt. In Zukunft werden die Neonazis zudem vermutlich wieder hinter Absperrgitter eingesperrt werden, was, wenn es eintrifft einen gewissen Erfolg darstellen würde.

Ein Konsens, der in Zukunft auch in Bayern erlangt werden könnte, stellen Blockaden dar. In den vergangen Monaten wurden Neonaziaufmärsche erfolgreich in Mühlheim, München und Landshut blockiert.

Quelle: linksunten.indymedia.org, MUC: Direkte Konfrontation mit Neonazis

Abtreibungsrecht ist Frauenrecht!

Das Selbstbestimmungsrecht über unseren Körper verteidigen!

Die einen marschieren betend und mit Särgen durch die Zürcher Bahnhofstrasse und gedenken mit ernster Miene dem „Baby-Holocaust“. Sie blasen sich auf als Lebensschützer und verbreiten im Internet emotional geladene, grauenerregende Videos gegen den Schwangerschaftsabbruch. Und die anderen hetzen mit Hasspropaganda gegen VertreterInnen der Frauenbewegung. Die Gruppe IG-Antifeminismus geht so weit, mit der Bekanntmachung der Adressen von Frauenhäusern zu drohen. Damit gefährden sie absichtlich Frauen, die sowieso schon von sexueller, physischer häuslicher Gewalt akut bedroht sind. Ja und auf parlamentarischer Ebene wurde am 4. Juli 2011 die Initiative „Abtreibung ist Privatsache“ mit der Forderung eingereicht, dass der Schwangerschaftsabbruch nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt werden soll. Das würde dazu führen, dass nur noch diejenigen Frauen abtreiben können, die es sich leisten können. Die Krankenkasse bezahlt seit 1981 den Schwangerschaftsabbruch. Bevor dies so war wurden sehr hohe Preise verlangt – in den 70er Jahren war ein Abbruch teurer als heute. Eine Annahme der Initiative würde die Kosten wieder in die Höhe treiben.
All dies ist ein frontaler Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren eigenen Körper, eine Errungenschaft, die von der Frauenbewegung erkämpft wurde. Und dabei ist es noch gar nicht so lange her: Noch 1971 wurden in der Schweiz 107 Frauen und 37 Drittpersonen wegen illegaler Abtreibung verurteilt (!), erst seit 2002 haben wir die Fristenlösung. Begründet wird die Initiative mit der verlogenen und absurden Argumentation der Kosteneinsparung. Das ist eine Farce, die mit ein paar wenigen Fakten wiederlegt werden kann: Die 10’000 Abbrüche verursachen pro Jahr in der Schweiz laut santé suisse 7–10Mio Franken, das entspricht gerade mal 20 Rappen pro Monat pro Person. Eine Geburt dagegen kostet bis zu 10’000 Franken, also rund 10 mal mehr als ein Schwangerschaftsabbruch. Es geht den Abtreibungs-GegnerInnen weder um eine Kostenreduktion noch um das Wohl der Frauen und Kinder. Viel mehr verteidigen sie ein homophobes, konservatives und zutiefst frauenfeindliches Weltbild.

Abtreibungsrecht ist Frauenrecht!

Als KommunistInnen kämpfen wir nicht nur für den legalen und kostenlosen Schwangerschaftsabbruch, sondern für die Befreiung der Frau von allen Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnissen. Seien dies nun die tieferen Löhnen bei der Arbeit, die Reduzierung auf ein Sexobjekt oder die fehlende Wertschätzung für die unbezahlte Hausarbeit. Emanzipierte Verhältnisse werden wir aber nur erreichen, wenn wir den Kapitalismus an den Wurzeln bekämpfen. Anstelle dieses profitorientierten Systems wollen wir eine klassenlose Gesellschaft aufbauen, in der die Bedürfnisse der Menschen im Zentrum stehen und auch patriarchales Denken und Handeln nicht mehr existiert.

Dieses Flugblatt (PDF) haben wir an der FrauenDemo am 10. März 2012 verteilt.

Quelle: Revolutionärer Aufbau, Flugblatt zum 8. März 2012

Deutsche Neonazi-Gruppe «Die Unsterblichen» nutzt Internet-Server in der Schweiz

Aufmarsch im zürcherischen Hombrechtikon steht im Zusammenhang mit der militanten Bewegung

Die militante deutsche Neonazi-Gruppierung «Die Unsterblichen», bei der die Hamburger Polizei am vergangenen Freitag Sprengstoff und Waffen gefunden hat, nutzt Server in der Schweiz. Das zeigen Recherchen der SonntagsZeitung. Vieles deutet zudem darauf hin, dass der rechtsextreme Aufmarsch in Hombrechtikon ZH vom 13. Februar in Zusammenhang mit der neuen Organisation steht.

«Die Unsterblichen» wollen laut eigenen Angaben die Demokratie durch einen völkischen Führerstaat ersetzen. Im Untergrund veranstalten sie brutale Kämpfe unter sich, und sie finden immer mehr Anhänger in ganz Deutschland. Allein in den letzten Monaten marschierten die Anhänger der mysteriösen Gruppierung über 20-mal auf. Im Internet kursieren zahlreiche Videos ihrer Aktionen mit teilweise mehreren Hundert Neonazis.

Der deutsche Verfassungsschutz ist alarmiert, die Behörden gehen hart gegen die Bewegung vor. Seit Anfang Jahr fanden in sieben Bundesländern Razzien statt, die Polizei durchsuchte mehr als 50 Wohnungen.

Den Hintermännern der Organisation dienen die zwei Internetseiten spreelichter.info und werde-unsterblich.info als Schaltzentralen, wie aus einem Bericht des brandenburgischen Verfassungsschutzes hervorgeht. Beide Plattformen sind beim Anbieter Softronics in Jona registriert – unweit von Hombrechtikon. Gemäss dem Bericht ist der geschickte Einsatz neuer Medien der «Unsterblichen» für die rechtsextreme Szene richtungweisend. Die Organisation gilt als neuer Prototyp neonazistischer Organisation. Erschwerend für die Ermittler ist, dass sich die Aktivisten über interne Kommunikationsnetze verabreden. Dafür nutzen die Drahtzieher die Serverstrukturen von Softronics. Die Firma stellt ihren Zugang zum Internet über das Netz der UPC Cablecom sicher.

Die Polizei tappt im Fall Hombrechtikon im Dunkeln

Konfrontiert mit den Recherchen hat der Schweizer Kabelnetzbetreiber jetzt reagiert: «Wir sind mit dem betroffenen Unternehmen in Kontakt getreten», sagt Sprecher Andreas Werz. Den Fall habe man zudem an die interne Abteilung weitergeleitet, die mit dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) in Kontakt stehe. Der Provider Softronics will die Seiten laut eigenen Angaben prüfen.

Die Aufmärsche der «Unsterblichen» laufen immer nach dem gleichen Muster ab. Weiss maskiert, schwarz gekleidet und mit brennenden Fackeln marschieren sie im Schutz der Dunkelheit unangemeldet auf. Der Spuk dauert oft nur wenige Minuten, die Polizei kommt meist zu spät. So, wie in Hombrechtikon, als rund 50 Neonazis mit einem unbewilligten Fackelmarsch der Opfer der Bombardierung von Dresden während des Zweiten Weltkriegs gedachten. In einem Forum deutscher Neonazis tauchten unter dem Titel «Die Unsterblichen» Bilder der Aktion auf. Laut einem Mitglied der Szene soll die Kundgebung an der Goldküste als Startschuss für die Bewegung in der Schweiz gedient haben.

Die Zürcher Polizei tappt diesbezüglich noch immer im Dunkeln. «Es ist erstaunlich, wir haben nur aus den Medien Kenntnis von diesem Vorfall», sagt Stefan Oberlin, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Weder die Schweizer noch die deutschen Behörden wollten sich zu einem möglichen Zusammenhang äussern. Laut brandenburgischem Verfassungsschutz ist es möglich, dass «Die Unsterblichen» Nachahmer in der Schweiz finden.

Quelle: Antifa-Bern, Deutsche Neonazi-Gruppe «Die Unsterblichen» nutzt Internet-Server in der Schweiz , SonntagsZeitung vom 04.03.2012

«Die Neonazis treffen sich in Jona»

Der Fackelzug von Neonazis in Hombrechtikon beschäftigt nun die Politik. Der Regierungsrat muss Stellung nehmen. Während die Organisatoren nach wie vor unbekannt sind, kennt man im Dorf die Rechtsextremen gut.

Der Fackelumzug von Neonazis in Hombrechtikon beschäftigt nun auch den Zürcher Regierungsrat. In einer Interpellation fordern die Kantonsrätinnen Mattea Meyer (SP) und Alma Redzic (GP) Klarheit, wer hinter dem Fackelmarsch steht. Auch wollen sie wissen, ob neue Gruppierungen bekannt sind, die auf Kantonsgebiet aktiv sind.

Ein Augenschein vor Ort in Hombrechtikon zeigt, dass im Dorf bekannt ist, wer zur rechten Szene gehört. Einer Gruppe junger Männer, die vor einem Kiosk stehen, sind Mitglieder der Neonazi-Band Amok bekannt. Dieser werden Verbindungen zum weltweiten Netz Blood and Honour zugewiesen. Zwei der Mitglieder wohnen in Hombrechtikon und Umgebung.

Gut vernetzt

Sie fallen aber nicht auf, sagt ein junger Mann. Früher seien die Neonazis präsenter gewesen, jetzt würden sie sich unauffälliger verhalten. Früher tranken sie in der Krone ihr Bier. «Jetzt treffen sich die Neonazis in einer Bar in Jona.» Dort tauchen die Rechtsextremen regelmässig auf, wie ein Stammgast vor Ort bestätigt. «Sie verhalten sich ruhig und fallen nicht weiter negativ auf», heisst es in der Bar.

Die wenigen Neonazis sind offenbar aber sehr gut vernetzt. Sie seien durch die engen Kontakte innerhalb der rechtsextremen Szene im Stande, Dutzende Gleichgesinnte zu mobilisieren, wie jemand aus der Region sagt. Das war am 13. Februar der Fall. Damals nahmen rund 50 Rechtsextreme am Fackelzug teil, um an die Bombardierung von Dresden am 13. Februar 1945 zu erinnen.

Bundesnachrichtendienst sagt nichts

Stehen also Mitglieder der Band Amok hinter dem Fackelzug im oberländer Dorf? Beim Nachrichtendienst des Bundes, welcher die rechte Szene beobachtet, will man auf Anfrage keine Informationen zu einzelnen Gruppen öffentlich machen und verweist auf einen – in den letzten Jahren jeweils sehr allgemein gehaltenen – Bericht zum Extremismus in der Schweiz. Dieser wird erst im Mai veröffentlicht. Auch die Kantonspolizei hat keine neuen Erkenntnisse zum Fackelzug, wie Sprecher Stefan Oberlin erklärt. «Bisher hat sich kein einziger Zeuge zum Fall gemeldet.»

Laut Rechtsextremismusexperte Hans Stutz ist zwar möglich, dass Mitglieder der Band den Fackelzug mitinitiierten. Hinweise gebe es aber keine. «Ich halte dies sogar eher für unwahrscheinlich.» Ganz allgemein sei es in den letzten Jahren im Kanton Zürich ruhiger geworden, was grössere Gruppierungen Rechtsextremer betreffe. So sei auf dem Infoportal der Partei national orientierter Schweizer (Pnos) nicht mehr besonders viel Aktivität zu verzeichnen. Von kleineren Gruppen höre man so gut wie gar nichts mehr.

Mehr Cliquen statt Grossgruppen

Einzig für die Europäische Aktion (EA) rund um den Holocaust-Leugner Bernhard Schaub, seien verschiedene Zürcher aktiv. «Dort laufen in der Schweiz alle Fäden zusammen», meint Stutz. Allerdings sei auch hier unklar, ob der Fackelzug in Hombrechtikon mit der Gruppe in Verbindung gebracht werden könne. «Viele junge Rechtsextreme bewegen sich heute nicht mehr in grösseren Gruppierungen, sondern funktionieren mehr als regionale Cliquen.» Eine genaue Zahl rechtsextrem Orientierter im Kanton Zürich kann Stutz aber nicht nennen.

Ob die Interpellation der beiden Kantonsrätinnen nun also Licht ins Dunkel der rechten Szene bringen kann, ist fraglich. Auch der Regierungsrat wird wohl nur beschränkt mehr Zugang zu Informationen haben, welche die Hintergründe des Fackelzuges näher beleuchten könnten.

Quelle: Antifa-Bern, «Die Neonazis treffen sich in Jona» , Tages-Anzeiger vom 02.03.2012, Jvo Cukas, Simon Eppenberger