Archiv für Oktober 2011

Einige Worte zu Vermummung und Medien und…

Vermummung warum?

An Antifa-Demos (aber nicht nur da) tauchen gelegentlich vermummte Leute auf. Die Meinungen über den Sinn und Unsinn der Vermummung gehen auseinander. Hier einige Argumente, warum wir uns vermummen:
Die Vermummung ist ein Schutz vor Repression seitens der Bullen und der Faschos aber auch der Arbeitgeber und Schulen. Es geht nicht darum, dass wir „nicht zu unserer Meinung stehen“ oder „unerkannt randalieren wollen“. Viele von uns können es sich nicht leisten erkannt zu werden. Weiter bietet die Vermummung auch eine gewisse Anonymität, welche uns wichtig erscheint: Für uns spielt es keine grosse Rolle, wer hinter der Maske ist, was zählt, ist, dass wir viele sind, dass wir wissen, was wir wollen und dass wir kollektiv gegen Faschos und Bullen reagieren: Eine Demo ist eine Aktion, die wir gemeinsam machen und nicht als einzelne. Die Vermummung kann jedoch leicht von ProvokateurInnen missbraucht werden. Das ist heikel. Sie schützt zwar vor Repression, was aber nicht heissen darf, dass die Eigen- und Kollektivverantwortung wegfällt.

Zu den Medien
Im Zusammenhang mit den letzten Demos und Aktionen ist es immer wieder zu Konflikten zwischen DemoteilnehmerInnen/Demoschutz und Medien gekommen. Auch dies geschah nicht grundlos und aus heiterem Himmel. Wir sind den Medien gegenüber grundsätzlich misstrauisch. Zeitungen, TV-Sender, Radio… sind Firmen, welche ihr Produkt verkaufen wollen. Medien produzieren Informationen und es ist ihnen wichtiger, dass sie ihr Produkt verkaufen können, als die Öffentlichkeit über Fakten zu informieren. Die Medien wollen uns in eine Schublade drängen; was sie interessiert sind nicht unsere Gedanken, Träume, Ideen und Sehnsüchte, sondern Bilder von blutigen Köpfen, brennenden Autos, Strassenschlachten… Vor allem blutgeile Kameraleute und FotografInnen können gefährlich werden, wenn sie dauernd die Gesichter der DemonstrantInnen und AktionsteilnehmerInnen filmen – die Medien sind wohl die Hauptsache für die zunehmende Vermummung. Weiter haben wir keine Lust, unseren Antifaschismus für reisserische Berichte missbrauchen zu lassen. Was wir zu sagen haben, steht in unseren Flugblättern, Zeitschriften, auf unseren Homepages und wird in Alternativradios thematisiert.
Wer sich weiter dafür interessiert, kann ja an die Demos kommen und sich dort informieren und beteiligen, statt unseren Widerstand vor der Glotze zu konsumieren.

Warum ein revolutionärer/schwarzer Block?
Immer häufiger tauchen in Bern und Zürich schwarz gekleidete und vermummte Personen an Demos auf. Manchmal sind es so viele, dass sie sich zu einem starken schwarzen Block formieren.

Aber was soll das Ganze? Gerade in letzter Zeit, kursieren wieder absurde und lächerliche Gerüchte um den besagten „scharzen Block“. Der „Block“ wird von unterschiedlichen Seiten als Ansammlung überaus „gewalttätiger und blindwütig randalierender ChaotInnen“ verteufelt.

Woher kommen diese Gerüchte? Sie sind Konstrukte der Medien, Bullen und der herrschenden PolitikerInnen. Diese interessieren sich weder für politische Inhalte unserer Demos oder Aktionen, noch für unsere Wünsche und Träume, es geht ihnen einzig darum, ihre egoistischen Interessen durchzusetzen.

Die Medien z.B. können mit spektakulären Schlagzeilen, Bildern und reisserischen Berichten über Gewalt, ihre Auflagen/Einschaltquoten steigern und dabei unsere Inhalte vertuschen.

Den Bullen geht es darum, die ausserparlamentarische Linke zu kriminalisieren und den immer steigenden finanziellen Aufwand, den ihr (Un-)Sicherheits- und Überwachungsapparat verursacht, zu rechtfertigen.

Den PolitikerInnen liefert der „schwarze Block“ Stoff für ihre platte und populistische Propaganda, mit denen sie WählerInnen zu gewinnen versuchen. Sie fürchten sich vor unseren Ideen und Überzeugungen (Basisdemokratie braucht keine bezahlten PolitikerInnen) und vor jeder Form der „Gewalt“-wenn die Gewalt nicht gerade vom Staat, der das Gewaltmonopol für sich beansprucht, ausgeht.
Was will der revolutionäre Block wirklich und warum in schwarz?

Die Vermummung und die einheitlich schwarze Kleidung ermöglicht uns, dass wir nicht mehr auseinander gehalten und erkannt werden können. Es geht uns dabei nicht darum, unerkannt und ungezielt zu randalieren. Wir schützen uns so in erster Linie vor staatlicher Repression. Wir haben keine Lust unsere Gesichter in Bullenkarteien oder auf Fahndungsseiten im Internet wiederzuerkennen. Viele von unskönnen es sich zudem nicht leissten von ihren ArbeitgeberInnen an der Demo oder von LehreInnen am nächsten Tag in der Zeitung erkannt zu werden, von den FaschistInnen ganz zu schweigen.

Unsere Aktionen sind gezielt gegen die VertreterInnen des kapitalistischen und sexistischen Systems, gegen den Staat und die FaschistInnen gerichtet – sie sind also keineswegs blindwütig. Unsere „Gewalt“ hat meist nur symbolischen Charakter (Farbanschläge, Sprayereien, verbrennen von Fahnen…) und ist – ausser im Selbsverteidigungsfall – nur gegen Infrastrukturen des Kapitals und der FaschistInnen gerichtet. Natürlich nehmen wir uns aber das Recht unsere Aktionen und Freiräume gegen Angriffe des Staates und anderer zu verteidigen.

Natürlich ist nicht jedeR RevolutionärIn im schwarzen Block und nicht jedeR schwarz Gekleidete ist gleich einE RevolutionärIn. Der revolutionäre Block unterscheidet sich nicht hauptsächlich durch sein Äusseres von anderen DemonstrantInnen, sondern durch die revolutionären Inhalte und die militanten Aktionen: Blockaden, Besetzungen, Verweigerungen, Sabotage und direkte Aktionen etc.. .Wir glauben nicht daran, dass das kapitalistische System reformiert oder verbessert werden kann – das vorherrschende System IST der Fehler und muss durch eine neue, freie und gerechte Gesellschaftsform ersetzt werden!

Polizei!

Nach der Französischen Revolution und dem Aufkommen der Bürgerlichen Gesellschaft entwickelte sich die Polizei zur Trägerin des Gewaltmonopols. Der Staat ist verpflichtet, Eigentum zu schützen. Schützenswertes Eigentum ist heute vor allem in den Händen der Unternehmer_innen und deren Firmen. Die lohnarbeitende Bevölkerung besitzt dagegen kaum wirtschaftlich relevantes und somit schützenwertes Vermögen (geschützt werden aber beide).
Die Polizei wird uns schon von klein auf als „gut und vertrauenswürdig“ verkauft. Das hat System und funktioniert sehr gut.
Wer erinnert sich nicht an den Verkehrsunterricht: Der grosse Mann in Uniform mit Pistole kam ins Klassenzimmer und brachte uns die gängigen Verkehrsregeln bei. Gleichzeitig vermittelte er uns die Werte wie Respekt vor Autoritäten und Gesetz. Auf diese Autorität wird im Laufe des Lebens weiter aufgebaut: Uns wird im Staatskundeunterricht sehr deutlich erklärt, wie nützlich und sinnvoll die Polizei sei. Wir lernen, wer beschützt und wem geholfen wird, noch genauer erfahren wir aber, wer bekämpft, verfolgt und erschossen gehört.
Befürworter der Polizei werden niemals müde, die kriminellen Menschen aufzuzählen, welche in dieser Gesellschaft keinen Platz haben und daher eingesperrt gehören: Bankräuber, Mörder, prügelnde Jugendliche und viele weitere – eben alle, welche die ‚innere Sicherheit‘ bedrohen und den Staat und dessen Autorität nicht respektieren.
Aber woher kommen diese kriminellen Menschen? Zuerst einmal muss es eine Gesetzgebung geben, die ihre Taten als illegal erklärt und sie so zu Verberecher_innen macht.
Es gibt grob gesagt drei Gründe für Verbrechen: Taten gegen das Eigentum (Geld, Diebstahl, Sachbeschädigung), Ehre (eingebildetes Recht) und politsch motivierte Taten (darunter fallen auch die Religionen).

Staat und Polizei: Die gesellschaftliche Akzeptanz

Der Staat ohne Polizei wäre und ist nicht möglich: Wer würde seine Interessen durchsetzen, Eigentum beschützen und Menschen daran hindern, sich das zu nehmen, was sie benötigen? Damit sich die Bevölkerung dem Diktat des Staates fügt, benötigt der Staat Gewalten wie Polizei und Militär. Ohne diese Gewalten kann der Staat nicht existieren. Wer kritisch denkt, aufmüpfig wird und sich gegen herrschende Verhältnisse auflehnt, kann sehr schnell spüren, zu was die Polizei im Auftrag des Staates fähig ist.
Dabei verhält sich der Polizist / die Polizistin nicht grundsätzlich anders als wir bei unserer Arbeit. Akzeptieren doch fast alle die Tatsache, dass ihre Chefs zu respektieren sind und dessen Befehle auszuführen. Falls nicht, läuft mensch Gefahr, entlassen zu werden. Ein entscheidender Unterschied existiert jedoch, denn der einzelne Polizist_in bestätigt nämlich aktiv das Gewaltmonopol des Staates (Polizeischwur, Ehrenkodexe).
Polizisten folgen den Aufträgen ihres Arbeitgebers, dem Staat, genauso blind wie der Grossteil der arbeitenden Bevölkerung gegenüber ihren Vorgesetzten und Unternehmen. Somit darf die Polizei ihre Hände in Unschuld waschen, wenn sie Gewalt anwendet – schliesslich ist diese Gewalt „rechtens“ und dient der Durchsetzung der Gesetze des Staates.
Natürlich darf der Bürger die Exekutive jederzeit kritisieren oder sogar anzeigen, wenn diese unrechtmässige Gewalt einsetzt. Dies ist in den allermeisten Fällen jedoch schwierig, da der Staat kein grosses Interesse hat, seine Angestellten zu bestrafen.
Der Staat setzt seine Gesetze jedoch auch gegen Polizisten durch. Tut er das nicht, verliert er seine Glaubwürdigkeit und die Polizei ihre Berechtigung.
Oft stellen sich Politiker, Medien und die Judikative aber trotzdem schützend vor gewalttätige Polizist_innen, ausser die Beweislage ist erdrückend.
Nebst unrechtmässiger und oft nicht weiter verfolgter Gewalt setzt die Polizei auch völlig „legale“ Gewalt ein: Sie darf Menschen so brutal fesseln und knebeln, dass schwere Verletzungen und sogar der Tod von betroffenen Personen in Kauf genommen werden.
Dies kommt in der Schweiz tagtäglich bei Zwangsausschaffungen von illegalisierten Migrant_innen vor. Trotzdem wird dies vom Grossteil der Bevölkerung akzeptiert und sogar geschätzt.
Um ohne die Polizei leben zu können, müssen grundlegende gesellschaftliche Veränderungen vorgenommen werden. Mensch muss die Gründe beseitigen, die die Leute in Gegensätze zueinander bringen.

Erreichen wir dies, wird das Konstrukt von Sicherheitswahn und Gesetzen schneller zusammenbrechen als es den wenigen Profitierenden von Polizei, Staat und Wirtschaft lieb sein kann.

Quelle: Bündnis Alle gegen Rechts, Einige Worte zu Vermummung und Medien, Bündnis Alle gegen Rechts, Warum ein revolutionärer/schwarzer Block?, Antikapitalistische Kampagne, Polizei!

Communiqué zur Antikapitalistischen Demo in Bern

Zum Abschluss der Kampagne „In Bewegung bleiben – Kapitalismus abschaffen“ haben heute über 150 Leute in Bern lautstark gegen Staat und Kapital demonstriert. Nach mehr als einem Monat, in dem mit vielfältigen Aktionen und Inhalten auf die Härten des Kapitalismus aufmerksam gemacht wurde, haben wir unsere Kritik erneut auf die Strasse getragen. Abgesehen von zwei kleinen Zwischenfällen, bei denen reaktionäre Kleinbürger mit übertriebenem Geltungsdrang den Demozug aufzuhalten versuchten und gegen Demonstrierende handgreiflich wurden, verlief die Demo ohne Zwischenfälle. Die Störer wurden von Demoteilnehmenden ruhig gestellt.
Besammlungspunkt war 16.00 Uhr bei der Heiliggeistkirche am Bahnhofplatz, wo die Demoteilnehmenden begrüsst wurden und mit Beispielen aufgezeigt wurde, welchen Schaden der Kapitalismus tagtäglich anrichtet. Mit Sprechchören und Feuerwerk zog die Demo durch die Altstadt. Mit einer Rede zu Bedarfswirtschaft wurde beim Kornhausplatz auf unseren täglichen Kampf für eine Welt ohne Staat und Kapital aufmerksam gemacht. So würde in einer Bedarfswirtschaft solidarisch produziert und verteilt, was die Menschen brauchen. Jeder nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Ebenfalls beim Kornhausplatz wurde ein Transparent mit der Aufschrift „Scheiss auf Wahlkampf, wir wollen Klassenkampf“ aufgehängt. Beim Hirschengraben wurden Teilnehmenden sowie Passanten, mit einer Rede, unsere Kritik am Kapitalismus und dessen Garant, dem bürgerlichen Staat, vermittelt. Darin wurde auch ersichtlich, wieso Reformen niemals eine grundlegende Verbesserung der Verhältnisse bringen werden. Lautstark zog der Demozug anschliessend über den Bahnhofplatz zur Reitschule, wo die Demonstration ihren Abschluss fand.


Die Demonstration stellt den Abschluss der antikapitalistischen Kampagne dar, jedoch ist damit noch lange nicht erreicht, was wir wollen. Unser Kampf gegen ein System, in dem täglich zehntausende verhungern, während andere durch Eigentumsrechte Milliarden anhäufen; gegen ein System in dem die grosse Mehrheit gezwungen ist ihre Arbeitskraft zu verkaufen; gegen ein System in dem eine kleine Minderheit über alles verfügt und bestimmt; gegen ein System, das keine Rücksicht nimmt auf Natur, Tier und Mensch, geht weiter. Es ist ein täglicher Kampf, in dem wir euch alle aufrufen, zu diskutieren, selbst aktiv zu werden, euch zu organisieren und dadurch einen Beitrag zu leisten dieses System über den Haufen zu werfen. Denn dieses System wollen wir nicht! Wir wollen eine Wirtschaft, die für die Bedürfnisse der Menschen produziert, die Natur nicht zerstört und für jeden und jede genügend hergibt. Wir wollen eine selbstorganisierte, herrschaftslose Gesellschaft.


Wir werden keine Ruhe geben, bis der Kapitalismus abgeschafft ist und bleiben auch weiterhin in Bewegung! Für die soziale
Revolution!

Heute war nicht alle Tage – Wir kommen wieder, keine Frage!

Quelle: Indymedia.org, Communiqué zur Antikapitalistischen Demo in Bern

Fotos der Antika-Demo

Heraus zur Antikapitalistischen Demo!

Am kommenden Samstag 08. Oktober 2011 wird in Bern gegen Staat und Kapital demonstriert. Zum Abschluss der Kampagne „In Bewegung bleiben – Kapitalismus abschaffen“ tragen wir unsere Kritik auf die Strasse. Dass der Kapitalismus für Natur, Tier und die meisten Menschen schädlich ist, lässt sich leider an unzähligen Beispielen zeigen… …Die Lohnarbeiter_innen sind gezwungen ein Leben lang ihre Arbeitskraft zu veräussern und müssen dabei (Berufs-)krankheiten, Unfälle und psychische Erkrankungen in Kauf nehmen.

…Die kapitalistische Produktion nimmt auf die Umwelt als Lebensgrundlage keine Rücksicht und zerstört sie zu grossen Teilen.

…Das Dasein als Lohnabhängige bedeutet für viele Menschen ständig abzuwägen, ob ein Bedürfnis befriedigt werden kann oder darauf verzichtet werden muss. Existenzängste gehören zum Alltag vieler Menschen.

…Den herrschenden Gegensätzen dieser Gesellschaft sind die Menschen andauernd ausgesetzt. Die Konkurrenz macht vor niemandem Halt und durchdringt alle Lebensbereiche.

Diese Härten kommen nicht von ungefähr und sind erst Recht nichts Natürliches. Weil im Kapitalismus nach dem Kriterium des Profits produziert wird, bleibt so manches Bedürfnis der Leute auf der Strecke. Und wer kein Geld oder Eigentum hat, kommt in diesem System kaum dazu auch nur ein Bedürfnis zu befriedigen. Für die meisten Leute bedeutet dies ein Leben als Lohnarbeiter_in und abhängige Variabel der Eigentümer_innen über die Produktionsmittel. Und damit die ganze Chose auch ordentlich funktioniert, wacht der Staat mit Gesetz, Gewalt und seinen blauen Repräsentanten_innen.

Dieses System wollen wir nicht! Auch nicht mit irgendwelchen reformistischen Änderungen. Wir wollen eine Wirtschaft, die für die Bedürfnisse der Leute produziert, die Natur nicht zerstört und für jeden genügend hergibt. Wir wollen eine selbstorganisierte, herrschaftslose Gesellschaft!

Mit der Demonstration kommenden Samstag verleihen wir dem lautstark Ausdruck. Treffpunkt ist um 16.00 Uhr bei der Heiliggeistkirche am Bahnhofsplatz.

Zwei Tage zuvor, also am 6. Oktober 2011 um 18.00 Uhr startet zudem das antikapitalistisch Einkaufswagenrennen. Das Spektakel soll die Aufmerksamkeit der Passant_innen auf unsere Inhalte lenken und den Beteiligten jede Menge Spass bereiten. Phantasievoll gestaltete und mit antikapitalistischen Parolen verzierte Einkaufswagen treten beim Zeitfahren und im Massenrennen gegeneinander an.
Natürlich stellen sich den Einkaufswagen – ganz wie im richtigen kapitalistischen Alltag – diverse Hindernisse in den Weg: Geld, Kasse, Eigentümer, Ladendetektiv usw. müssen geschickt gemeistert werden. Den erfolgreichen Teilnehmer_innen winken Preise ;-)
Texte, Plakate und Termine der antikapitalistischen Kampagne findet ihr unter www.ak-kampagne.ch. Erreichbar sind wir unter antika-kampagne@immerda.ch.

Revolutionäre Grüsse
Das Team der antikapitalistischen Kampagne Quelle: Indymedia.org, Heraus zur Antikapitalistischen Demo!

ZuReich braucht ein autonomes Kulturzentrum und wir schaffen es jetzt!

Medienmitteilung. 27. September 2011

Seit Samstag 24. September ist die Liegenschaft an der Hohlstrasse 485 im Labitzke Areal besetzt. In diesen drei Tagen haben sich mehr als 50 Personen engagiert, um aus den ungenutzten und zugemüllten Räumen ein Kulturzentrum zu schaffen, den Autonomen Beautysalon (ABs). Es haben verschieden Aktivitäten im ABs stattgefunden. Konzerte mit internationalen Bands, Volxküchen, Vorträge und Kunstaktionen. Nicht zuletzt sind wir und das Areal schon viel schöner geworden. Mehr als 300 Personen haben den ABs bis jetzt besucht, ohne Konsumzwang oder rassistische Türsteher und bis jetzt ohne Tränengas oder Gummischrot. Der ABs ist ein offener und alternativer Raum.

Bei zwei Besuchen von Vertretern der Mobimo, der Eigentümerin, haben wir unsere Gesprächsbereitschaft und unsere Absicht, nicht kommerzieller Kultur einen Raum zu geben klar und deutlich kommuniziert.

Mobimo Holding AG, ein Big Player im Immobilienmarkt (Mobimo Tower) hat das Labitzke Areal im Januar vom Rotlicht-Immobilienhai Fredy Schönholzer übernommen, als reines Spekulationsobjekt. Ihre konkreten Pläne sind bis jetzt nicht bekannt.

Mobimo spricht von laufenden Mietverträgen mit verschiedenen Parteien als Räumungsgrund. Was wir jedoch auf dem Areal sehen, sind heruntergekommene Baracken voller Sondermüll und Schrott des Vorbesitzers Schönholzer. Eher wäre ein Dankeschön für unsere Aufräumarbeiten angebracht. Alles in Allem eine dreckige Strategie um die Besetzung loszuwerden.

Wir verlangen von der Stadtpolizei, sich fern zu halten und auf jede Gewaltanwendung zu verzichten. Ein autonomes Kulturzentrum ist nötig für ZuReich. Selbstverständlich nicht für die Stadt der Spekulanten. Mit den echten Mietern und Anwohnern des restlichen, nicht besetzen Areals stehen wir in Kontakt und sind auch schon freundlich willkommen geheissen worden.

Wir haben das offizielle, staatliche, herrschende und koloniale Schönheitsideal satt. Was die Herrschenden als schöne Stadt verstehen: Teuere Wohnungen, Verdrängung von „unerwünschten“ Bevölkerungsgruppen (Migrant_innen, Arbeitslose, Sozialhilfebezüger_innen, nicht profitorientierte Menschen, usw.) aus dem Stadtkern in die Peripherie, rassistische und gewalttätige polizeiliche Kontrolle, saubere und überbewachte Strassen, die von Migrant_innen geputzt und von konsumfähigen Leute belaufen werden. Diese beauty Stadt wollen wir nicht. Wir teilen die hässliche Weltvorstellung der Kommerzgesellschaft nicht. Mit dieser Art von Beauty können wir nichts anfangen.

Nie mehr schöns Züri!

Weniger Gehirnwäsche, mehr Selbstbestimmung!

Unsere Schönheit bestimmen wir.

Weitere Aktivitäten werden auf unserem Blog angekündigt: Autonomer-Beauty-Salon